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08.10.1976 - 

Von der Objektivität der Beurteilungskriterien:

Bis ins (Bench)mark getroffen

Nicht selten wird behauptet, daß eine Systemauswahl streng nach Beurteilungsmatrix schlichtweg "Augenwischerei" sei: Wer nur "richtig" bewertete, komme schon auf das gewünschte Ergebnis. Wenn es ans Quantifizieren geht, scheiden sich die Geister. Es ist ja kein Geheimnis, wo IBM die Punkte holt. Denn richtig gefragt ist halb entschieden: Ist Hersteller A vertragenswürdig? Überlebt Hersteller, B das jüngste "Gerücht"? Wo sitzt der nächste Techniker von C? Hat Firma D eine eigene Programmierhochschule? Das ließe sich beliebig fortfahren. Indes: In der Diskussion um die Anwendbarkeit von Beurteilungsverfahren hat dergleichen nichts zu suchen. Wo es nichts zu quantifizieren gibt, kommt man auch mit der besten Matrix nicht weiter. Vertrackter sind da schon diejenigen Auswahlkriterien, denen nicht anzusehen ist, daß sie einen doppelten Boden haben. Beispiel: Die geliebte Zykluszeit. Nicht, daß heute noch jemand etwas auf die blanke Nanosekundenzahl gäbe - da helfen Benchmarks. Glänzen in den Augen der Objektivitätsfanatiker: Zwischen START und EXIT schlägt für jeden großsprecherischen VB die Stunde der Wahrheit. Noch scheint sich nicht überall herumgesprochen zu haben, daß ein Testprogramm manipuliert werden kann. Wie kommt es sonst, daß sich viele Hersteller geradezu bis ins (Bench)Mark getroffen fehlen, wenn sich der Vergleich mit der Konkurrenz nicht, vermeiden läßt?

Ein anderes Kapitel: Der Komplex "Mapping und Swapping". Da gibt es bekanntlich ganz unterschiedliche Lösungen. Wer will schon feststellen, ob das, was bei vielen Herstellern als virtuell angeboten wird, nicht letztlich eine "Krücke" ist, um mit begrenztem Kernspeicher auszukommen. Vollends skeptisch in Sachen "Bewertungsmaßstäbe" muß derjenige werden, der die Marketingsprüche der Minicomputer-Hersteller ernst nimmt: Es ist nämlich nicht einzusehen, was ein "mündiger Anwender", der "Hammer und Nägel" - Werkzeuge also - für eine ganz bestimmte Anwendung über einen ganz bestimmten Zeitraum hinweg einsetzen will (nicht mehr und nicht weniger), von der Kompatibilität "nach oben und nach unten" haben soll. Wie auch der "mündige Benutzer", der seine Programme selbst schreibt, das Fehlen von Standard-Anwendungssoftware im Angebot der Minicomputer - Hersteller nicht als Manko bewerten wird. Eher schon, daß bei den einzelnen HersteIlern recht unterschiedliche Auffassungen darüber zu bestehen scheinen, was eine zu einem gegebenen Preis angebotene Minicomputer-Gründausstattung alles enthalten sollte. Damit wäre nämlich eine absolute Vergleichbarkeit der einzelnen Systeme gegeben - ein kleiner Schritt in Richtung Markttransparenz: Den "offenen" Preis als objektives Auswahlkriterium könnte niemand mehr anzweifeln. Wie es der Anwender sieht auch begrüßen würde, wenn die Hersteller deutlicher als bisher sagten, was die Betriebssysteme enthalten und was nicht.