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18.09.1992 - 

Neues magneto-optisches Speicherverfahren

Bis zu 500 Ausgaben der CW auf einem Quadratzentimeter

18.09.1992

MURRAY HILL (CW) - Viel. leicht schon in einigen Jahren könnten magneto-optische Disketten auf den Markt kommen, deren Speicherdichte so hoch ist, daß auf eine einzige Scheibe 17 Stunden Videofilm in HDTV-Qualität passen würden.

Ermöglichen könnte das ein neues magneto-optisches Speicherverfahren, das Wissenschaftler der AT&T Bell Laboratories in New Jersey entwickelt haben.

Mit einem Spezial-Laser gelang es einem fünfköpfigen Forscherteam des Semiconductor Physics Research Departments, den Durchmesser des Platzes, den ein einzelnes Bit auf dem Speichermedium belegt, auf nur noch 60 Nanometer zu schrumpfen. Ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter, ein Tausendstel des Durchmessers eines menschlichen Haares.

Dadurch ist es möglich, die einzelnen Bits enger aneinander zu rücken und so mehr Informationen auf dem gleichen Raum unterzubringen - im Moment theoretisch bis zu sieben Milliarden Bits pro Quadratzentimeter. Diese Speicherdichte ist 100mal so hoch wie auf einer heute erhältlichen MO-Disk und 300mal so hoch wie auf einer herkömmlichen magnetischen Festplatte. Auf einen Quadratzentimeter der neuen Disks würden 500 Ausgaben der COMPUTERWOCHE passen, auf die Fläche von der Größe eines Stecknadelkopfes zwei Ausgaben von "Krieg und Frieden".

Dabei haben die Wissenschaftler damit das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. Eric Betzig, Kopf der Halbleiter-Experten, schätzt: "Am Ende könnten wir Speicherdichten von bis zu 70 Milliarden Bits pro Quadratzentimeter erreichen, bevor wir an die physikalischen Grenzen der Technik stoßen."

Wie bei einem herkömmlichen magneto-optischen System setzten die Wissenschaftler eine Kombination aus einem Laserstrahl und einem Magneten ein, um Daten zu lesen und zu schreiben. Doch anders als dort ist es bei dem neuen Verfahren keine Linse, die den Lichtstrahl auf bestimmte Punkte des Speichermediums lenkt, sondern eine mit Aluminium beschichtete Glasfaser, die in einer Spitze ausläuft. Dadurch läßt sich der Durchmesser des austretenden Laserstrahls auf 50 Nanometer beschränken.

Bislang existiert das neue MO-Speicherverfahren allerdings nur als eine Versuchsanordnung, in der auf einem kleinen Karree mit einer Kantenlänge von rund 2500 Nanometern gerade einmal 20 mal 20 Bits gespeichert werden. Bis die Ingenieure das Verfahren zur Marktreife entwickelt haben und man beide Batman-Filme, Goethes und Schillers gesammelte Werke sowie die letzten zehn Jahrgänge des SPIEGELs auf einer Mini-Disk mit auf den Weg nehmen kann, werden wohl noch ein paar Jahre vergehen.