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12.08.1988 - 

Büro- und Informationstechnik zeigt dynamisches Wachstum, aber:

BIT-Anbieter verlieren Anteile am Weltmarkt

KÖLN (CW) - Der Industriezweig Büro- und Informationstechnik ist in den vergangenen Jahren gut vorangekommen. Speziell die DV-Sparte verzeichnete überdurchschnittliches Wachstum. Im internationalen Wettbewerb allerdings sind deutliche Schwächen zu erkennen. Dies ermittelte das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Die Wirtschaftsforscher aus der Domstadt untersuchten die Entwicklung des gesamten hiesigen Industriesektors Büro- und Informationstechnik (BIT) - dazu zählen neben Computern und Kommunikationssystemen auch Schreib- sowie Rechenmaschinen und Bürokleingeräte (Hefter, Locher) - von 1980 bis 1987. Ergebnis: Vor allem die Wachstumssprünge der Untergruppe Datenverarbeitung von durchschnittlich 13,6 Prozent bescherten dem gesamten BIT-Sektor in den vergangenen Jahren einen überdurchschnittlich steigenden Produktionswert. Die übrigen BIT-Sparten erreichten lediglich einen Zuwachs von 2,9 Prozent. Der Anteil der Datenverarbeitung stieg damit von 35,2 Prozent zu Beginn der achtziger Jahre auf 52 Prozent (1987) an.

International jedoch hat sich die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen BIT-Sektors deutlich verschlechtert. Dies wiederum gilt nach Ansicht der IW-Analysten speziell für die Datenverarbeitung. Eine deutliche Sprache sprächen dabei die erheblichen Anteilsverluste der Bundesrepublik Deutschland auf den

BIT-Weltmärkten. So ergab die letzte Untersuchung aus dem Jahr 1985, daß ihr Anteil am BIT-Export der OECD-Länder auf 10,7 Prozent gefallen ist. 1980 lag man mit 13,4 Prozent hinter den USA noch auf Platz 2. Diesen nimmt nunmehr Japan ein, das mit 18,5 Prozent einen gewaltigen Satz nach vorne tat.

Weitere Indikatoren für internationale Wettbewerbsschwächen der hiesigen BIT- beziehungsweise DV-Anbieter sind die Import- und Exportentwicklung. Im beobachteten Zeitraum expandierte vor allem der DV-Inlandsmarkt rascher als die inländische Produktion dieses Sektors. Daraus folgern die IW-Analysten, daß ein zunehmender Teil des deutschen DV-Marktes von der Importkonkurrenz bedient wird. So ermittelten sie denn auch, daß der inländische Markt mittlerweile zu drei Vierteln mit Importerzeugnissen versorgt wird. Die hiesige DV-Einfuhrquote lag 1987 bei 74,3 Prozent. Für den gesamten BIT-Bereich macht sie 60,6 Prozent aus. Zugelegt aber haben auch die Ausfuhren. Während die Exportquote der DV-Sparte von 1980 bis 1987 auf 70 Prozent anstieg, verbuchte der gesamte BIT-Bereich eine Steigerung auf 61 Prozent. Dennoch werten die Wirtschaftsforscher die Tatsache, daß die Importquoten rascher gestiegen sind als die des Exports, im Zusammenhang mit den Einbußen deutscher BIT-Anbieter auf den Weltmärkten als Schwächung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit hiesiger BIT-Hersteller.

Darüber hinaus sehen die BIT-Außenhandelsbilanzen gegenüber Japan und den USA - den beiden Hauptlieferanten von BIT- wie DV-Produkten - nicht gerade rosig aus. Auf 2,5 Milliarden Mark beläuft sich mittlerweile das deutsche Defizit gegenüber Japan. Kaum geringer ist es mit 2,4 Milliarden Mark gegenüber den Amerikanern.

Beide Handelsmächte nehmen auch die Spitzenpositionen in der hiesigen Rangliste der BIT-Lieferanten ein. Bis 1987 stieg der amerikanische Importanteil auf 23,3 Milliarden Mark an. Die US-Lieferanten behaupteten damit den ersten Platz. Auf Position 2 rückten die Japaner mit einem Anteil von 17,2 Milliarden Mark vor. 1980 hatten sie sich noch mit Rang 5 zufriedengeben müssen. Als BIT-Kunden hingegen treten sowohl die USA als auch Japan weitaus weniger in Erscheinung. Hier rangieren die Amerikaner mit einem Exportanteil von 8,4 Milliarden Mark nach Frankreich, Großbritannien und Italien auf Platz 4, die Japaner mit 0,2 Milliarden Mark gar nur an 18. Stelle.