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08.04.1983 - 

Siemens zeigt handliches Btx-Terminal mit integriertem Telefon und Kartenleser:

"Bitel": Das Bildschirmtext-Telefon ist da

MÜNCHEN (bi) - Telefon und Bildschirmtext-Endgerät in einem präsentiert die Siemens AG als erstes deutsches "Bildschirmtelefon" auf der Hannover-Messe. Die Eigenentwicklung, genannt "Bitel", verfügt über einen integrierten Kartenleser, Tastatur und einen 7-Zoll-Bildschirm, der vorläufig nur für Schwarzweiß-Darstellungen geeignet ist. Das Konzept lehnt sich eng an das des französischen Low-cost-Terminals "Minitel" an, das von Alcatel Telic bereits in hohen Stückzahlen für den französichen Videotex-Markt produziert wird.

"Mehrere hundert Bitels" sind nach Angaben des Unternehmens bereits von der Bundespost geordert. Auslieferungstermin soll Anfang 1984 sein, sobald der CEPT-fähige Btx-Decoder als hochintegrierter Chip zur Verfügung steht. Der Preis werde knapp über dem eines Fernsehapparates liegen. Ein Drucker zum Preis von 2500 Mark steht bereits zur Verfügung. Die FTZ-Zulassung wird erst Anfang 1984 nach Beendigung aller Entwicklungsarbeiten beantragt werden.

Das Bitel ist gedacht für den Einsatz in inner- und außerbetrieblichen Anwendungen, verfügt über einen Telefondoppelanschluß, so daß während des Telefonierens gleichzeitig auch Informationen via Btx abgefragt werden können. Schnelle Abfragen soll ein individuell programmierbares Schlagwortregister ermöglichen, das auf einer persönlichen Chipkarte gespeichert werden kann. Auf der Messe soll vorerst jedoch nur die Identifikation des Benutzers per Karte mit Magnetstreifen vorgeführt werden. Im Konzept des Bitel sind die laufenden Chipkartenentwicklungen in Richtung auf Speichermöglichkeit von mindestens einem KB berücksichtigt. In dem Chip sollen zum Beispiel individueller Suchbaum, Terminkalender, Seiten etc. gespeichert werden können. Auch Fälschungssicherheit ist in diesem Zusammenhang noch Zukunftsmusik.

Die österreichische Btx-Endgerät-Entwicklung "Mupid", inzwischen ebenfalls Bestandteil der Siemens-Btx-Gerätefamilie, aber nicht ausschließlich von Siemens in der Bundesrepublik vertrieben, macht mit seinen Personal-Computer-Eigenschaften den Schritt in einen anderen Markt beziehungsweise zeichnet den Weg für "Bitel"-Aufsteiger vor.

Als Paket bietet der Münchner Hersteller den T3100-Dekoder (Siemens-Name für den Mupid) zusammen mit sogenannter Telesoftware an. Gemeint sind damit unter anderem Editierfunktionen, Programme wie Gehaltsabrechnung, Telespiele oder auch Unterrichtseinheiten. Der Anwender kann sich aber auch selbst seine Programme erstellen, vorausgesetzt er kann Basic; diese können dann in den Bildschirmtextzentralen abgelegt und wieder abgerufen werden. Neben dem CEPT-Standard, der ebenfalls erst integriert wird, wenn der in Entwicklung befindliche CEPT-Chip serienreif ist, kann der Siemens-Mupid, wie sein österreichischer "Ahne", Telidon. Mit dieser Eigenschaft der hochauflösenden alphageometrischen Grafik dürfte das Endgerät auch für anspruchsvollere Grafikanwender unter den Btx-Kunden interessant werden.

Der Preis für den Siemens-Mupid samt Umrüstung auf CEPT, mit Telidon und Telesoftware wird unter 6000 Mark liegen.