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20.10.2000 - 

Wachstumsprognosen nach oben korrigiert

Bitkom dämpft Euphorie um die Green-Card-Regelung

MÜNCHEN (gh) - Der IuK-Dachverband Bitkom ist in Sachen Green Card nicht mehr so euphorisch wie noch auf der CeBIT. Bisher konnten erst 2300 Arbeitsgenehmigungen für ausländische IT-Spezialisten erteilt werden, Ende des Jahres wird mit der Besetzung von maximal 5000 Stellen gerechnet. Ungeachtet des leer gefegten Arbeitsmarktes zeigt sich die Herstellervereinigung jedoch optimistisch, was das weitere Wachstum des Marktes angeht.

Der IT-Standort Deutschland konkurriere mehr denn je mit den USA, dorthin gingen aufgrund besserer Rahmenbedingungen "die eigentlichen IT-Professionals". Vor allem der hohe Spitzensteuersatz und die Begrenzung des Green-Card-Aufenthaltes auf fünf Jahre wirkten sich negativ aus. Inklusive der in den USA studierenden deutschen Informatikabsolventen, die dort dann gleich einen Job in der IT-Industrie annähmen, gingen der hiesigen IuK-Branche jährlich rund 10000 Fachkräfte verloren. "Wir haben nicht nur ein Zuwanderungs-, sondern darüber hinaus auch ein Abwanderungsproblem", betonte Volker Jung, Chef des IT-Branchenverbandes und Siemens-Vorstand.

Der Bitkom gehe deshalb davon aus, dass sich die Zahl der Bewerber aus Nicht-EU-Ländern bis Ende des Jahres auf maximal 5000 erhöht. Skeptisch zeigte sich Jung auch, was "die Ausschöpfung der Maximalquote von 20000 Green Cards in absehbarer Zeit angeht". Trotzdem hielten die hiesigen Hersteller diese Regelung für wichtig. Dies gelte "vor allem für den Mittelstand, der nicht über vergleichbare Ressourcen im Ausland wie die großen Firmen verfügt".

Vakante Stellen bremsen weiterhin das WachstumZiel sei es nach wie vor, die "Besten ins Land zu holen" und damit die Position der deutschen Wirtschaft zu stärken. Der Bitkom spreche sich deshalb, so der Siemens-Manager, für eine "aktive Einwanderungspolitik" aus und verurteile "die Hetze kleiner, aber lautstarker Gruppen gegen Ausländer" auf das Schärfste.

Die Schwierigkeit, genügend Stellen mit qualifizierten Mitarbeitern zu besetzen, bremse weiterhin das Wachstum der Branche. Trotzdem werde man das laufende Jahr mit Spitzenresultaten abschließen, die letztmals Ende der 80er Jahre erreicht wurden. "Der Markt hebt ab", erklärte Jung. Befürchtungen, dass die IT-Investitionen nach der Jahr-2000-Umstellung und dem Preisverfall bei TK-Diensten zurückgehen würden, hätten sich als unzutreffend erwiesen. So könne der Bitkom seine im Frühjahr veröffentlichten Prognosen leicht nach oben korrigieren und für das laufende Jahr und vermutlich auch 2001 zweistellige Wachstumsraten von 10,4 beziehungsweise 10,3 Prozent ankündigen.

Demnach wird der deutsche IuK-Markt in diesem Jahr ein Volumen von 238 Millionen Mark erreichen; im kommenden Jahr erwartet der Dachverband Inlandsumsätze von 262 Milliarden Mark, und bereits 2003 soll die 300-Milliarden-Mark-Grenze deutlich überschritten werden. Wachstumstreiber seien vor allem der Mobilfunk, neue TK-Dienste und das Internet. So ist beispielsweise bis zum Jahresende in Deutschland mit einer im Vorjahresvergleich auf rund 48 Millionen verdoppelten Zahl der Mobilfunkteilnehmer zu rechnen. In Rekordzeit habe sich die Bundesrepublik damit zum größten Mobilfunkmarkt Europas und zur Nummer drei weltweit entwickelt, hieß es.