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Trotz IT-Defiziten im Bildungs- und Gesundheitssektor

Bitkom: Deutschland hat die beste TK-Infrastruktur

07.02.2003
MÜNCHEN (CW) - Deutschland hat bei der Nutzung moderner IuK-Technologien Nachholbedarf, ist aber besser als sein Ruf. So lassen sich die Ergebnisse der jüngsten Studie "Wege in die Informationsgesellschaft" zusammenfassen, die der Bundesverband Bitkom vorgestellt hat.

Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder war bei der Präsentation der Studie sichtlich bemüht, die "Performance" Deutschlands in Sachen Info-Society nicht schlechter darzustellen, als sie ist. Demnach verfügt Deutschland mit 25 Millionen verkauften ISDN-Kanälen, 3,2 Millionen DSL-Anschlüssen und rund 59 Millionen Mobilfunkteilnehmern weltweit über die leistungsfähigste TK-Infrastruktur. Das Land liege auch weit vor den USA, die gemeinhin als Mutterland des technologischen Fortschritts gelten - insbesondere auf dem IT-Sektor.

Wichtig sei, wie der Bitkom-Verantwortliche betonte, dass sich Deutschland nicht auf seinen Lorbeeren ausruhe. So wuchs zwar im Jahr 2002 die Zahl der ISDN-Anschlüsse mit einem Plus von 15 Prozent abermals sehr dynamisch. Ab 2005 müsse man davon ausgehen, dass der deutsche ISDN-Markt zunehmend gesättigt sei. Der Trend gehe eindeutig zu breitbandigeren Anschlüssen auf DSL-Basis, wo die Zahl der Kunden binnen zwei Jahren von heute 3,2 auf dann 6,3 Millionen klettern dürfte. Damit liege Deutschland deutlich vor den USA, wo nur jeder dritte Breitbandanschluss über DSL realisiert wird. Weltweit führend bei der Nutzung von DSL sind jedoch mit großem Abstand Südkorea und Dänemark.

Deutlich schlechter schneide Deutschland allerdings in anderen Bereichen ab, etwa bei der PC-Nutzung in Schulen und Behörden oder der Digitalisierung des Gesundheitswesens (Stichwort "Elektronischer Patientenausweis"). Hier sei nicht nur der Rückstand zu den USA immens, Deutschland bilde auch europaweit hinter Irland und Portugal das Schlusslicht, klagte Rohleder. Während sich etwa in deutschen Sekundarschulen 14 Schüler einen PC teilen müssten, stehe in Dänemark auf jeder Schulbank ein PC mit Internet-Anschluss. Gleichzeitig arbeiteten hierzulande immer noch 55 Prozent aller Arztpraxen "völlig offline"; nur sechs Prozent der deutschen Allgemeinmediziner würden momentan den PC zum Austausch von Patientendaten verwenden. Rohleder forderte in diesem Zusammenhang erneut ein Umdenken in der Politik, die beispielsweise durch eine entsprechende Steuergesetzgebung - etwa die Möglichkeit für Eltern, die Anschaffungskosten von Notebooks für ihre Kinder abzuschreiben - und eine tief greifende Reform des Gesundheitswesens für eine Modernisierung des Standorts sorgen müsse.

Unabhängig davon gehörten Deutschlands Verbraucher und Unternehmen zu den Vorreitern im elektronischen Geschäftsverkehr. So wurden hierzulande nach Bitkom-Informationen im vergangenen Jahr knapp 88 Milliarden Euro über das Internet umgesetzt - Tendenz steigend. Mit rund 41 Millionen Deutschen werden Ende 2003 die Hälfte aller Bundesbürger das Internet nutzen. Gleichzeitig dürfte im Jahresverlauf bei der Zahl installierter PCs die 30-Millionen-Marke überschritten werden. Damit verfüge, so Rohleder, jeder zweite deutsche Haushalt über einen eigenen Rechner. Bezogen auf Europa bedeute dies einen Platz "leicht über dem Durchschnitt", der Rückstand zu den USA bleibe jedoch in puncto PC-Penetration "deutlich". (gh)