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Herstellerverband sieht Deutschland gut positioniert


16.02.2001 - 

Bitkom: Die Zukunft soll im Mobile Commerce liegen

BERLIN (CW) - Die plakative Botschaft des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) sollte die angesichts der rezessiven US-Wirtschaft beunruhigte IT-Branche wohl aufmuntern: Deutschland hat im vergangenen Jahr den "Sprung in die Informationsgesellschaft" geschafft. Doch damit nicht genug, strapazierte Verbandspräsident Volker Jung einmal mehr den Hoffnungsträger Mobile Commerce.

"Bereits 2002 wird es in Deutschland mehr mobile als stationäre Internet-Terminals geben", prognostizierte Jung bei der Präsentation der überarbeiteten Studie "Wege in die Informationsgesellschaft" in Berlin. Demnach gingen im vergangenen Jahr erstmals zehn Millionen Deutsche online, kauften sieben Millionen mehr PCs als im Vorjahr - insgesamt wurden 28 Millionen Geräte abgesetzt - und pro Kopf wurden 2737 Mark in IT- und TK-Equipment investiert. In der Schweiz und den USA geben die Einwohner allerdings durchschnittlich mehr als 5000 Mark für ihre IT-Ausrüstung aus, und auch in Ländern wie Schweden, Niederlande oder Österreich liegt der Betrag über dem in Deutschland.

Da wundert es wenig, dass der seit gut einem Jahr etablierte Dachverband die deutsche Stärke im mobilen Sektor besonders hervorzuheben suchte. Von den im Jahr 2000 mehr als 35 Millionen geschalteten TK-Anschlüssen entfielen 24 Millionen auf den Mobilfunk. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in der Bundesrepublik, 58 Prozent, sind derzeit im Besitz eines Handys. Ein Ende dieser Entwicklung sei noch nicht erreicht, denn, so Jung, "der Trend geht zum Zweit-Handy". Ab 2003 rechnet der Verband damit, dass es hierzulande mehr Mobiltelefone als Einwohner gibt.

Der Rückschluss auf eine kommende Blüte des Mobile Commerce ist jedoch zumindest fragwürdig. Selbst Jung, der als Vorstandsmitglied der Siemens AG unter anderem den Handy-Sektor betreut, räumte ein, dass zwischen dem reinen Wachstum beweglicher Endgeräte und der Entwicklung des M-Commerce "kein hundertprozentiger Zusammenhang" bestehe. Dennoch hielt er daran fest, dass der elektronische Handel über Minirechner und Handys der Hoffnungsträger der Branche sei. 483 Millionen Mark seien bereits im vergangenen Jahr mit Diensten, die per Internet über mobile Geräte abrufbar sind, umgesetzt worden, untermauerte der Siemens-Manager seine Hoffnung. Doch auch das Argument, Deutschland nehme mit seiner gut ausgebauten Infrastruktur bereits jetzt eine Spitzenposition bei ISDN- und DSL-Anwendungen ein und werde, durch die Etablierung von UMTS- und GPRS-Techniken, "an allen Wettbewerbern einschließlich der USA vorbeiziehen", entkräftete der Verbandschef selbst: Er gab zu, dass die Versteigerung der UMTS-Lizenzen dem Wirtschaftsstandort Deutschland einen schweren Schlag versetzt habe. Nach dem Erwerb der teuren Lizenzen fehlt es den Unternehmen nun an Mitteln für den Aufbau der Infrastruktur.

Abb: Wachstum Handys

Die starke Verbreitung von Mobiltelefonen bildet nach Ansicht des Bitkom die Grundlage für den M-Commerce. Quelle: Bitkom