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10.11.2000 - 

Nach Rekordwachstum in der TK- und IT-Branche

Bitkom: Sicherheit muss Chefsache werden

MÜNCHEN (CW) - Der Bundesverband Informationstechnik, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) erwartet für die IT- und TK-Branche auch in diesem Jahr neue Rekordzahlen. Angesichts des starken Wachstums appellierte der Berliner Spitzenverband auf der diesjährigen Systems an die Industrie, das Thema IT-Sicherheit nicht zu vernachlässigen.

Aktuellen Zahlen des Bitkom zufolge ist für den deutschen IT- und TK-Markt im laufenden Jahr mit einem Umsatzwachstum von 10,4 Prozent auf 238 Milliarden Mark zu rechnen. Für das Gesamtjahr geht der erst im Oktober letzten Jahres neu formierte Verband von einer Zunahme der Beschäftigten um 33 000 auf insgesamt 794 000 aus. Damit ist die IT- und TK-Industrie, wie Vize-Präsident Willi Berchtold vor Journalisten auf der Systems ausführte, der wichtigste Wirtschaftssektor in Deutschland.

Für den IT-Markt stellte der Verband bis zum Jahresende erneut ein Umsatzplus von über neun Prozent auf insgesamt 114 Milliarden Mark in Aussicht. Wachstumsmotor Nummer eins ist jedoch auch in diesem Jahr die Telekommunikation. In der Sparte mobile Kommunikation, also Infrastruktur, Endgeräte und Services, sollen die Einnahmen bis zum Jahresende auf 42 Milliarden Mark klettern - somit ein Plus von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausmachen. Die Berliner rechnen bis zum Jahresende mit 48 Millionen Mobilfunkteilnehmern, womit sich die Zahl der Handy-Nutzer in Deutschland innerhalb nur eines Jahres verdoppelt hätte.

Kräftiges Wachstum im Internet-UmfeldNach den Worten Berchtolds findet im Moment ein "Paradigmenwechsel in der Telekommunikation" statt. Erstmals würden in diesem Jahr mit neuen Kommunikationsdiensten höhere Umsätze erzielt als mit Festnetztelefonie. Kräftige Wachstumsimpulse verzeichnet derzeit das Internet-Umfeld, beispielsweise Online-Dienste, mit Steigerungsraten von 40 Prozent. Im Vergleich zu den USA nimmt Deutschland allerdings bei der Zahl der Internet-Nutzer erst "eine solide Position im Mittelfeld" ein. Auf 100 Einwohner kamen im letzten Jahr 13 Online-Anschlüsse, in den USA waren es doppelt so viele.

Die Vielzahl neuer Anwendungen in den Bereichen E-Payment und M-Commerce stellt die Anwender jedoch auch vor höhere Sicherheitsanforderungen. Berchtold appellierte in diesem Zusammenhang vor allem an die Industrie, Bewusstsein für das Thema zu entwickeln. "IT-Sicherheit muss zur Chefsache werden", betonte der Verbands-Vize, der mit seiner Forderung insbesondere auf den Mittelstand abzielte.

Gleichzeitig warnte der Bitkom-Manager vor einer Überregulierung durch den Gesetzgeber, die die Wettbewerbsfähigkeit hemmen würde. Der Staat solle vielmehr eine Vorreiterrolle bei E-Government-Projekten einnehmen, etwa mit elektronischen Steuererklärungen oder Bürgernetzen. Um auf das Thema IT-Security aufmerksam zu machen, startete der in Berlin ansässige Verband erst vor wenigen Tagen die Initiative Cert (Computer Emergency Response Team). Über eine virtuelle Plattform sowie eine Hotline können sich Bitkom-Mitglieder - der Verband repräsentiert aktuell 1250 Mitglieder mit 700 000 Beschäftigten - über Themen wie Viren oder präventive Maßnahmen zum Schutz vor Hacker-Angriffen informieren.

Ein weiterer Hemmschuh für das Wachstum der IT- und TK-Branche ist laut Berchtold der anhaltende Fachkräftemangel. Neben einer Reform des Bildungssystems fordert der Spitzenverband von der Bundesregierung, die rund fünf Milliarden Mark Zinseinsparungen aus UMTS-Lizenzerlösen in einen Bildungsfonds zu investieren.