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13.07.2007

Bitkom: Stimmung steigt trotz Fachkräftemangel

Der neue Präsident August-Wilhelm Scheer sieht auch die Anbieter in der Pflicht.

Der Fachkräftemangel entwickelt sich zu einer Wachstumsbremse ersten Ranges", warnt der neue Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Rund 59 Prozent der Mitglieder klagten in einer Umfrage des Verbands, dass der Mangel an geeignetem Personal ihre Geschäftsentwicklung behindere. Vor einem halben Jahr sah nur knapp die Hälfte der Befragten darin ein Problem.

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Scheer zufolge steigt der Bedarf an Arbeitskräften in der deutschen ITK-Branche unaufhaltsam. Fast 58 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, im Laufe des Jahres zusätzliches Personal einstellen zu wollen. "Der IT-Arbeitsmarkt entwickelt sich sehr dynamisch", lautet das Fazit des Bitkom-Vorstands. Derzeit gebe es 20 000 offene Stellen zu besetzen.

Arbeitsmarkt mit zwei Gesichtern

Im Moment beschäftige die deutsche ITK-Branche etwa 800 000 Menschen. Ob diese Zahl bis zum Jahresende ansteige, sei unsicher, schränkt Scheer ein. Als Grund führt er die problematische Situation im Telekommunikationssektor an. Einige Unternehmen müssten restrukturieren, da sich der Wettbewerb im Festnetz wie auch im Mobilfunk deutlich verschärft habe. Der Bitkom bezeichnet die gegenwärtige Lage deshalb als "zwiespältig". Leider passten die Qualifikationen der freigesetzten Telekommunikationsspezialisten in aller Regel nicht zum Bedarf in der Informationstechnik.

Um den Fachkräftemangel zu beseitigen, fordert Scheer eine Reform des Bildungssystems. Es müsse mehr Begeisterung für naturwissenschaftliche Fächer geweckt werden. Außerdem prangert der Verbandsvorstand die mangelhafte IT-Ausstattung der deutschen Schulen sowie die fehlende Weiterbildung der Lehrer an: "In keinem anderen Industrieland wird der Computer so selten im Unterricht eingesetzt wie in Deutschland."

Von einer Reform erhofft sich Scheer steigende Studentenzahlen, vor allem in der Informatik. Seit dem Jahr 2000 sei die Zahl der Informatikstudenten um ein Viertel auf 28 000 gesunken. Allerdings müssten die Studiengänge von theoretischem Ballast befreit und mehr Praxisbezug in der Lehre eingeführt werden.

Gefördert werden soll auch die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte gefördert werden, verlangt der Bitkom-Chef. Bisher geltende Voraussetzungen wie ein Jahresverdienst von 85 000 Euro für einzelne Spezialisten sowie Investitionen von 500 000 Euro und die Schaffung von mindestens fünf Arbeitsplätzen für Firmen behinderten den erwünschten Zuzug. Der Bitkom fordert deshalb eine Halbierung der Gehaltshürde.

Aber auch die Firmen sieht Scheer in der Pflicht. Diese dürften nicht immer nur jammern und könnten nicht erwarten, dass ihnen eine reichhaltige Auswahl an Mitarbeitern auf dem Silbertablett präsentiert werde. Die Branche müsse das Angebot an Ausbildungsplätzen erhöhen, Kooperationen mit Hochschulen suchen sowie die eigenen Weiterbildungssysteme verbessern.

Der guten Stimmung in der Branche konnten die Probleme indes keinen Abbruch tun. 71 Prozent der befragten Firmen erwarteten im zweiten Quartal 2007 ein Umsatzwachstum, immerhin 56 Prozent rechneten mit steigenden Gewinnen. Der Bitkom-Stimmungsindex stieg daher auf den Rekordwert von 63,5 Punkten. Auf dieser Basis bestätigte der Bitkom seine Jahresprognose für 2007. Demnach soll die deutsche ITK-Branche um zwei Prozent auf ein Gesamtvolumen von 149,1 Milliarden Euro zulegen. (ba)