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09.05.1980

Bitte umblättern

Wer gerade die Hannover-Messe erlebt hat, der ist etwas dialogmüde. Kein noch so simples Abrechnungssystem, das nicht mit dem Dialog-Etikett verkauft wird. Kommt nach der Papierflut die Bildschirmwelte? Der Bildschirm als Statussymbol der Sachbearbeiter? Bürokratie in RAM?

An der Gewohnheit der Datenverarbeiter, jedwede Information gleichsam prophylaktisch in Form ellenlanger Statistiken bereitzustellen und abzuwarten, wer (wann) welche Reports benötigt, hat sich in der Tat nichts geändert. Statt Listen gibt's jetzt Bildschirm-Anzeigen. Und nach wie vor heißt es: Bitte umblättern.

Kein Wunder: Den Top-Managern fehlen DV-Kenntnisse, den DV-Leuten Management-Erfahrungen - die "learning curves" beider Gruppen schneiden sich nie. So fühlt sich auch niemand angesprochen, den Ursachen der vermeintlichen Bildschirm-Euphorie (alle wollen fernsehen) nachzugehen.

Initiativen in dieser Richtung sind am allerwenigsten von den Herstellern zu erwarten, die mit dem Schlagwort von der "Computerleistung am Arbeitsplatz" - über die Köpfe der Bediener hinweg - die neugewonnenen Dialog-Freiheiten preisen. Wer kann es ihnen verdenken?

Die Frage muß gleichwohl erlaubt sein, ob es von der Sache her Oberhaupt gerechtfertigt ist, beispielsweise bei Online-Finanzbuchhaltungen auf Kleincomputern (Nixdorf-Comet, Phidas von Philips etc.) von Dialogsystemen zu sprechen. Als man noch mit Magnetkonten arbeitete, ging's sehr gut ohne diesen Begriff. Und was hat sich eigentlich geändert? Auch auf das Magnetkonto wurde direkt gebucht. Bezeichnend, daß Kienzle-Boß Dr. Gerd Bindeis erklärt, gerade bei Ex-Anwendern der "mittleren Datentechnik" gebe es in bezug auf Dialog-Buchhaltung kaum Akzeptanzprobleme. Schwieriger hätten es da "alte Hasen", die von Stapelbetrieb auf Online-Verarbeitung umstellen wollen. Hier erweist sich die Dialog-Floskel als nützlich. Denn "Dialog" signalisiert Verbindlichkeit und wirkt wie "Augentropfen für gestreßte Bildschirm-Bediener".

Wenn die allerdings nicht wissen, wohin sie buchen müssen, dann kann ihnen das Dialog-System auch nicht helfen.