Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Abgestufte Unix-Produkte und DOS-Offerten


22.03.1991 - 

BK-Anbieter Egs findet den Anschluß an gängige Standards

MUNCHEN (sch) - Der BK-Anbieter Egs mit einem bislang hausgemachten Erfolgskonzept verschreibt sich zunehmend auch Standards: Zum einen taucht jetzt erstmalig umfangreiche Hardware für DOS in der Produktpalette der Erkrather auf, zum anderen wird - nach eher bescheidenen Anfängen in diesem Bereich - Unix zu einem ernst zu nehmenden Faktor im Rahmen der integrierten Egs-Lösung.

Egs setzte im Vergleich zu dem Gros der sonst führenden Hersteller von Bürokommunikations- Systemen ganz bewußt auf eine individuelle Strategie, nicht nur mit eigenen Anwendungsprogrammen, sondern auch mit eigenem Betriebssystem und Netzwerk - allerdings ohne sich dabei völlig von der übrigen DV-Welt abzukapseln. So betont Wolfgang Reza, geschäftsführender Gesellschafter der Egs mbH: "Wir haben immer schon die Möglichkeit gehabt, andere Systemleistungen anzubinden, so konnte man mit PCs oder Portables Teilnehmer an unserem Mailbox- oder DB-System werden. Außerdem war es möglich, mit den Egs-Arbeitsplatz-Systemen Terminals von anderen Herstellern wie IBM, Siemens und DEC zu emulieren. "

Der Durchbruch zu einer echten Anwendungsintegration erfolgte aber erst heuer und war daher für die Egs-Crew auch das wichtigste Thema auf der CeBIT. Nachdem man sich in den letzten drei Jahren über das Angebot eines eigenen Derivats und die Portierung von AT&Ts Unix 5. 2 auf einen Fileserver vorgetastet hatte, wollte der mittelständische BK-Spezialist in Sachen offene Betriebssysteme nun auf Nummer Sicher gehen und entschied sich dazu, künftig SCO Unix auf breiter Basis zu forcieren.

Mittlerweile stehen insgesamt drei neue Egs-Modelle zur Verfügung. Das kompakte Einstiegssystem "4025d" (Kostenpunkt: 13 175 Mark) mit 80486-Prozessor und einer Taktung von 25 Megahertz ist laut Egs so gestaltet, daß es "in den Ausmaßen den vorbildlichen ergonomischen Bildschirm-Arbeitsplätzen des Textverarbeitungs- und Informationssystems und der PC-Serie entspricht". Zur Standardausstattung zählen zwei V. 24-, eine parallele, eine Floppy-Disk- und eine IDE-Schnittstelle, jeweils für zwei Laufwerke.

Zusätzlich lassen sich unter anderem bis zu drei 16-Bit-ISA-Buskarten integrieren. Die Tower-Systemvariante "4025i" (Preis: 15 565 Mark) kennzeichnet gegenüber dem Rechner 4025d eine erhöhte Ausbaufähigkeit in Hinblick auf ISA-Karten und den Speicherplatz. Ebenfalls als Tower-Modell konzipiert ist der mit 33 Megahertz getaktete und nur mittels Kontrollkarte bedienbare Rechner "4033e" (Preislage: 23 385 Mark). Als besondere Merkmale nennt Egs beispielsweise acht ISA/EISA-Steckplätze und den SCSI-Controller für einen Platten-Cache-Bereich von 24 MB.

Durch die Implementierung von SCO Unix haben die Erkrather nun auch freie Hand bei Kooperationen mit Softwarehäusern. Dazu Edmund Küpper, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter bei Egs: "Unix-Programme können jetzt leicht ohne Portierungsaufwand und Folgekosten eingespielt werden. "

Prismaoffice für die Bürokommunikation

Bezüglich der BK-Software verläßt sich Egs jedoch nach wie vor weitgehend auf das eigene Know-how und kann für die neuen Rechner bereits das Paket Prismaoffice anbieten. In diese Lösung mit der zentralen Anwendung Prismatext lassen sich Module für die folgenden Bereiche beziehungsweise Applikationen einbinden: Terminplanung, Archivierung, kaufmännische Datenverarbeitung, Datenbanksysteme (unter anderem Informix), Kalkulationsprogramme mit Verbindung zu Lotus 1-2-3 oder Symphony, Datenaustausch mit Transfermöglichkeiten zu IBM- sowie DEC-Systemen und Postdienste wie Teletex und Telefax. Prismaoffice eignet sich im übrigen nicht nur für Unix, sondern auch für DOS und Netzbetriebssysteme.

Die Öffnung in die DOS-Welt erfolgt hardwareseitig zum Teil über das Angebot von Karten. Reza erklärt: "Wir haben das, was an Leistung im Egs-System steckt, auf einer AT-Bus-Karte zusammengefaßt und benutzen den Bildschirm der PCs für die Ein- und Ausgabesteuerung. "

Die Einschubkarte enthält einen eigenen RAM-Speicher mit 2 MB und ein LAN-Interface zu dem Egs-spezifischen Arc-Netzwerk. Vice versa ist es nun aber auch möglich, mittels einer weiteren Karte, von einem intelligenten Egs-System aus Anwendungen für DOS zu nutzen.

Des weiteren besteht für den Anwender die Möglichkeit, sich auch einen DOS-PC aus dem Hause Egs anzuschaffen. Dabei besteht die Auswahl zwischen den Rechnern PC 386sx, PC 386dx und PC 386dx/33. Diese Systeme in Preislagen zwischen 5155 und 8065 Mark verfügen über vier bis sechs freie Steckplätze, über IDE-Festplatten und ISA-Busse. Ebenso wie die SCO-Rechner will Egs die neuen PCs als OEM-Lieferant anbieten.

Durch die zunehmende Einbindung von Industriestandards soll bei Egs - wie Küpper betont - die proprietäre Welt keinesfalls ersetzt, sondern "nur" ergänzt werden. Der BK-Experte geht zudem davon aus, daß geschlossene Systeme oft einen höheren Sicherheitsgrad aufweisen und sich für einen Anwender, "der genau weiß, was er will", die proprietäre Lösung weiterhin als die bessere erweisen kann.

Öffnung bei Wahrung der eigenen Linie

Der BK-Außenseiter geht nun doch mit der Zeit und beugt sich mehr und mehr der Norm. Der Unix-Welt haben sich die Erkrather wohl hauptsächlich deshalb geöffnet, weil ja auch für den Anwender oft kein Weg an offenen Reknerkonzepten vorbei führt - so zum Beispiel aufgrundheutiger Beschaffungsrichtlinien. Für den Endbenutzer dürften jedoch nach wie vor weniger strategische Gesichtspunkte im Vordergrund stehen, sondern die Güte der eigentlichen Bürokommunikations-Anwendungen. Daher schlägt Egs von vornherein zwei Fliegen mit einer Klappe: Neben neuer Hardware bietet das nordrhein-westfälische Unternehmen die Software Prismaoffice für Unix an. Auf diese Weise kann egs die bisherigen Stärken spielen lassen. Ähnlich verfährt man bei DOS und rettet die eigenen Programme ohneergonomische Einbußen auf die neugewonnenen Hardware-Plattformen hinüber. Gleichermaßen als Vorteil wiegt für den mittelständischen Anbieter natürlich auch die jetzt gegebene Zugriffesmöglichkeit aufattraktive Fremdprogramme. sch