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16.09.1988 - 

Mit dem "Newada"-Netz werden die Händler direkt angebunden

BK: VW-Vertrieb setzt auf DEC und Telenorma

WOLFSBURG (cmd) - Mit der Einführung des Direkthändlersystems im Neuwagwenvertrieb setzt die Volkswagen AG auch auf einen neuen Informationsverbund: Ein Bürokommunikationssystem auf der Basis der DEC- und Telenorma-Equipment schlägt die Brücke zu den 8870- und /36-Rechnern der 1658 VW-Händler wie zum dem IBM-Mainframes im Rechenzentrum.

Wesentlicher Punkt des "Neuwagen-Dispositions- und Abwicklungssystems", kurz Newada, ist die Verlagerung der "normalen" Auftragsabwicklung auf die Händlerseite, wobei es VW nach den Worten von Harald Wischenbart, dem Leiter des Vertriebs-bereiches Inland für VW und Audi, gelungen ist, für "die einheitliche und lückenlose technische Ausrüstung alle Partner" zu sorgen - im Klartext heißt das, daß die Händler auf eigene Kosten Rechner sowie Datex-P-Anschluß beschaffen mußten und künftig auch die Kommunikationskosten selbst zu tragen haben. Um das attraktiv zu gestalten, läuft auf dem gleichen Rechner zusätzlich "Vaudis", ein händlerinternes Verwaltungssystem für Administration, Buchhaltung und Teilegeschäft.

Als Rechner "vor Ort" empfahlen die Wolfsburger dabei Nixdorfs betagte 8870-Lösung; rund 90 Prozent der Vertriebspartner hielten sich auch daran, der Rest hat /36-Systeme installiert. Via Datex-P und die 12 Vertriebsrechenzentren sind die Händler online in den gesamten VW-Systemverbund einbezogen. Im Idealfall, so die Hoffnung der Vertriebsbosse, laufen dann Aktivitäten wie das Bestellen, Bestätigen, Liefern und Berechnen automatisch. Die Verkaufssteuerung in Wolfsburg soll dagegen von Seiten der Händler nur noch bei der Lösung von Einzelproblemen eingeschaltet werden, und ihrerseits lediglich aktiv werden, wenn alle Händler zeitgleich über Verkaufs- und Marketingmaßnahmen oder -ergebnisse zu informieren sind.

Integraler Bestandteil des "Newada"-Systems ist das neue Bürokommunikationssystem der Abteilung Verkaufssteuerung, die ab 1. Januar 1989, wenn sämtliche Händler in der Bundesrepublik angeschlossen sind, 1800 Mitarbeiter umfassen wird. Rund 18 Millionen Mark investierte VW in einen eigens zu diesem Zweck errichteten Neubau, davon fünf Millionen Mark für die DV-Ausstattung und 5,5 Millionen für die Fernmeldeeinrichtung samt Sprachspeichersystem. Bei der Auftragsvergabe für den DV-Teil machte DEC das Rennen gegen Mitbewerber wie IBM, Hewlett-Packard und Nixdorf, während die Frankfurter Bosch-Tochter Telenorma beim Telecom-Teil die Nase vorn hatte. Siemens, von den Wolfsburgern ebenfalls angesprochen, konnte nach deren Angaben den gesetzten Termin nicht einhalten.

Die DEC-Hardware basiert auf einer Cluster-Lösung aus drei 8250-Rechnern, an die 180 VAXstations 2000 mit hochauflösenden

19-Zoll-Bildschirmen, davon 40 farbigen, in Mehrfenstertechnik sowie Maussteuerung, Scanner und Laserdrucker angeschlossen sind. Für Support-Zwecke wird ein Ethernet-LAN eingesetzt, und vier schnelle Kommunikationsleitungen mit SNA-Gateways gewährleisten die Verbindung zum Rechenzentrum.

Die Software basiert auf DECs "Allin-1"-Paket, das allerdings unter Mithilfe der VW-Systemanalyse modifiziert wurde. Die Anwendungssoftware, von den Wolfsburgern unter dem Begriff "VIA" (Vertrieb-Inland-Anwendungen) zusammengefaßt, beinhaltet unter anderem die Elektronische Post zwischen Werk und Handel sowie aller Mitarbeiter des Verkaufs und der relevanten Partner untereinander eingesetzt wird hier das von Volvo entwickelte Produkt "Demo", erlaubt über die Fenstertechnik den Einstieg in die bestehenden VW-Werkssysteme, integriert Bürokommunikation und Telefonabläufe zum Beispiel durch DV-initiierte Telefonanwahl, bietet Textverarbeitungsmöglichkeiten sowie die Elektronische Ablage für Briefe und Elektronische Post.

Überlegungen in Richtung offener Systeme spielten nach Auskunft der Systemanalytiker des Inlandsvertriebs beim Newada-Konzept "noch keine Rolle", da das System schnell realisiert werden mußte. Immerhin habe man mit der DEC-Lösung eine gewisse Herstellerunabhängigkeit erreicht. Das Thema Unix werde sicherlich Anfang der 90er Jahre wichtig - wenn man mehr Klarheit habe und nicht die Qual der Wahl zwischen diversen herstellerspezifischen Varianten.