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24.04.2007

Blackberry-Ausfall in den USA

Ein Software-Upgrade legte den E-Mail-Push-Dienst lahm.

Für Millionen US-amerikanische Blackberry-Nutzer hieß es vor kurzem: Nichts geht mehr. Rund zehn Stunden lang konnten die User des E-Mail-Push-Dienstes von Research in Motion (RIM) keine elektronische Post mehr auf ihren mobilen Begleitern empfangen. Doch es schien noch schlimmer zu kommen: Knapp einen Tag später häuften sich Beschwerden deutscher Blackberry-Benutzer, die über T-Mobile ihre elektronische Post erledigten. In der Blackberry-Infrastuktur, mittlerweile das mobile Kommunikations-Backbone der globalen Wirtschaftswelt, schien der Wurm drin zu sein.

Blackberry-Alternativen

Der Blackberry-Ausfall verdeutlichte den Business-Anwendern vor allem eines: die Abhängigkeit von der Infrastruktur des kanadischen Anbieters. So ist das Konzept der Blackberry-NOCs Segen und Fluch zugleich: Einerseits brauchen die Unternehmen kaum eigene Technik, anderseits sind sie auf eine funktionierende RIM-Infrastruktur angewiesen. Alternativen zum Blackberry liefern unter anderem Microsoft, Good Messaging sowie Nokia. Allerdings begeben sich die Anwender, wenn sie sich für Microsofts Direct-Push-Dienst entscheiden, in eine neue Abhängigkeit: Der Dienst setzt entweder einen eigenen oder einen gehosteten Exchange-Server voraus. Flexibler ist das in den USA populäre Good Messaging. Der mittlerweile zu Motorola gehörende Dienst läuft auch auf Endgeräten mit Palm OS oder Symbian und kann zudem in Notes-Umgebungen genutzt werden. Er arbeitet aber wie RIM mit NOCs. Eine weitere Alternative stammt von Nokia. Mit Intellisync Wireless E-Mail haben die Finnen einen Mail-Service im Programm, der auf Java basiert und für zahlreiche Endgeräte und Betriebssystem-Plattformen erhältlich ist.

Ein anderer Ausweg kommt demnächst von RIM selbst: Mit der "Blackberry Application Suite" bringen die Kanadier eine Software für Windows-Mobile-Geräte auf den Markt, mit der sich ein virtueller Blackberry in der Microsoft-Welt nutzen lässt. Der Anwender kann also künftig zwei Push-Mail-Plattformen auf einem Endgerät nutzen.

Verärgerte Anwender verpassten in der Folge ihren mobilen Mail-Begleitern den Spitznamen "Crackberry". Und Analysten orakelten darüber, ob der kanadische Anbieter mit durchschnittlich einer Million neuer User pro Quartal nicht zu schnell wachse. Deshalb dränge sich der Vedacht auf, dass die Infrastruktur von RIM nicht mit den steigenden Benutzerzahlen mithalten könne. Dan Taylor, Managing Director der Mobile Enterprise Alliance, kommentierte: "Sie haben ihre Nutzerschaft in den letzten zwölf bis 16 Monaten etwa vervierfacht. Da konnte man eigentlich auf eine Panne warten."

Europa war von den Störungen nicht betroffen

Das Rätselraten um die Ursachen des Ausfalls hörte erst auf, als Blackberry-Hersteller RIM sein Schweigen brach. Nach Darstellung der Kanadier hatte die Panne eine ganz einfache Ursache: Ein misslungenes Software-Upgrade hatte den Fehler hervorgerufen. Im kanadischen Network Operations Center (NOC), das für den amerikanischen Blackberry-Verkehr zuständig ist, sollte eine neue Softwareroutine zur Optimierung des Cache-Speichers eingespielt werden. Eine Aktion, die eigentlich den Echtzeitbetrieb der Infrastruktur nicht beeinflussen sollte - was aber dennoch geschah. Fatal war dabei, dass das vorhandene Backup-System und die Failover-Umschaltung auf dieses trotz diverser erfolgreicher Tests in der Vergangenheit nicht wunschgemäß funktionierten. Dadurch kam es laut RIM zu Verzögerungen bei der Wiederherstellung des Service und der Abarbeitung der zwischenzeitlich vollgelaufenen Message Queue.

Von der Störung war nach Angaben von RIM jedoch nur das kanadische NOC betroffen. Das NOC in Großbritannien, über das der europäische Blackberry-Verkehr abgewickelt wird, habe dagegen ohne Probleme funktioniert. Die Call-Center von T-Mobile hatten zwar, wie etliche betroffene User im Internet berichteten, Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Blackberry-Dienst auf das NOC-Problem in Kanada geschoben. In Wirklichkeit soll der Grund aber ein Leistungsproblem bei der Verbindung zu den europäischen Blackberry-Servern in Großbritannien gewesen sein. Betroffen waren hiervon vor allem T-Mobile-Benutzer der Prosumer-Lösung. (hi)