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31.08.1990 - 

Notstrom-Aggregate überstanden oft wenige Tage

Blackout in New York: Banken-RZs tagelang am Diesel-Tropf

NEW YORK (CW) - Der Alptraum vieler DV-Verantwortlicher wurde Mitte August in New York Wirklichkeit. Nach einem Brand im Stromnetz der Millionenstadt gingen in 180 Rechenzentren die Lichter aus. Für 20 der größten US-Unternehmen begann eine tagelange und zum Teil existenzbedrohende Zitterpartie.

Auslöser des Blackouts war ein Brand, der am Montag, den 13. August 1990, in einer Stromverteilstelle in Manhattan wütete. In der Folge brach um Viertel nach ein Uhr nachmittags die Stromversorgung zusammen. In 5000 Straßenblöcken gingen die Lichter aus.

Der gesamte Börsenbetrieb der Geldmetropole kam zum Erliegen. Fünf Großbanken, darunter auch die staatliche Federal Reserve Bank, mußten zum Teil länger als eine Woche mit Dieselaggregaten und Notfall. Rechenzentren über die Runden kommen.

Laut Richard B. Zane, Präsident der Comdisco Disaster Recovery Services, lösten mehr Unternehmen Katastrophenalarm aus als nach dem großen kalifornischen Erdbeben. vom letzten Jahr. Nicht mal diejenigen, die nach einiger Zeit wieder Strom bekamen, könnten ihre Anlage auch in jedem Fall wieder in Betrieb nehmen.

Die meisten Unternehmen konnten die Arbeit wieder aufnehmen, als Montag abend um 18 Uhr die Hälfte des betroffenen Gebiets wieder mit Strom versorgt wurde. Den übrigen je, stand eine lange und harte Woche bevor: Am Freitag waren noch immer 60 Rechenzentren ohne Strom.

Die Langzeitfolgen des Blackouts sind derzeit Hoch nicht , absehbar. Die Firmen, die bereits am Montag wieder ans Netz kamen, dürften mit einem blauen Auge davongekommen sein.

Auf diejenigen jedoch, die länger als eine Woche ohne Strom auskommen mußten, könnten ernsthafte Schwierigkeiten zukommen. Teuer wird es in jedem Fall.

Bis zu 10 000 Dollar pro Tag kassieren die Betreiber für die Benutzung eines Notfall-RZs. Dazu kommen die Überstunden für die System-Mannschaft. Nicht seiten sind diese Kosten noch das Geringste. Wirklich teuer kann es werden, wenn etwa der Finanzverkehr einer Bank ins Stocken kommt. Allein die Citibank bewegt Tag für Tag über 50 Milliarden Dollar.

Fünf größere Banken hingen über eine Woche "am Tropf", Notstrom-Aggregate hielten ihre Computer am Leben. Mit jedem Tag wuchs die Angst, daß die Dieselmotoren der Belastung nicht mehr gewachsen sein könnten. Für manche wurde diese Befürchtung zur bitteren Realität. Bei der Citibank war es nach drei Tagen soweit: Am Mittwoch mußte sie bei einem Notfall-RZ Zuflucht suchen, weil ihre Generatoren den Geist aufgegeben hatten. Für die Federal Reserve Bank trat der Ernstfall Donnerstag früh ein, als das Kühlsystem von zwei ihrer drei Generatoren zusammenbrach. Bereits am Dienstag hatte die Credit Lyonnais in ein Notfall-RZ der Comdisco Disaster Recovery umziehen müssen.