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28.10.2004

Blackstone fusioniert Reports und HTML

Sven Ramuschkat
Das kommende Release von "Coldfusion MX" ,Codename: "Blackstone", vereinfacht das Erstellen von Reports in Web-Applikationen und verfügt über eine modernere Suchmaschine.

Seit der Übernahme des Coldfusion- und Jrun-Herstellers Allaire im Jahr 2001 konzentriert sich Macromedia zunehmend auf das Geschäft mit Unternehmenskunden und ergänzt seitdem das Portfolio um weitere Server-basierende Produkte wie "Flex" und "Breeze". Unter dem Codenamen Blackstone entwickelt Macromedia zurzeit das nächste Release der Web-Entwicklungsplattform "Coldfusion MX", das voraussichtlich Anfang 2005 verfügbar sein wird.

Coldfusion wurde ursprünglich von Allaire als proprietärer Web-Applikations-Server entwickelt. Um den Erwartungen der Unternehmenskunden hinsichtlich Performance und Plattformkompatibilität Rechnung zu tragen, nahm Macromedia nach der Übernahme von Allaire im Jahr 2001 zunächst ein Reengineering der Architektur vor. So wurde Coldfusion komplett neu in Java auf Basis von J2EE entwickelt und fügt sich jetzt nahtlos in die jeweiligen Unternehmensinfrastrukturen ein. Heute ist Coldfusion MX für die J2EE-Applikations-Server von Bea, IBM und Sun verfügbar. Der im Jahr 2002 erschienenen Coldfusion-MX-Version 6.0 folgte ein Jahr später das Release 6.1, mit dem Macromedia den Umbau der Architektur abschloss und den Unternehmenskunden die notwendige Performance und Stabilität gab.

Mit dem nächsten Release (Codename Blackstone) fokussiert sich Macromedia nun wieder auf neue Funktionen für den Entwickler und Administrator. Die Features lassen sich in folgende Gruppen einteilen:

- Reporting und Drucken;

- Upgrade der integrierten Suchmaschine;

- Rich Forms auf Basis von Flash und XForms;

- Multi-Instance-Management und Clustering sowie

- Event-Gateways

Blackstone verfügt über einen Report-Generator und unterscheidet sich damit von anderen Applikations-Servern oder auch Skriptsprachen wie PHP oder ASP, bei denen die Druckproblematik entweder komplett ausgeklammert oder lediglich durch eine rudimentäre PDF-Ausgabe gelöst wird. Meist muss sich dann der Programmierer selbst um Standardfunktionen wie Seitenumbrüche oder Gruppensummen kümmern. Mit dem "Coldfusion Report-Builder" können Entwickler oder versierte Anwender auf einfache Weise klassische Reports erstellen. Ihnen stehen dabei Standardfunktionen wie das Behandeln von Seitenumbrüchen oder Gruppensummen zur Verfügung. Dabei orientiert sich der Report-Builder sowohl in puncto Bedienbarkeit als auch beim Leistungsumfang an "Crystal Reports", so dass auch anspruchsvolle Aufgaben wie Subreports und Charting lösbar sind.

Die mit dem Report-Builder erstellten Berichte legt die Software in einem XML-Format ab. In der Coldfusion-MX-Applikation werden die Reports über den Befehl "Cfreport" aufgerufen. Als Parameter dieses Kommandos lässt sich das Ausgabeformat definieren. Zur Verfügung stehen sowohl der Klassiker PDF als auch das neue "Flashpaper"-Format, eine druckfähige Variante von Macromedias "Flash".

PDFs und Flashpaper dynamisch erzeugen

Für ansprechende Druckausgaben ist in der Praxis nicht immer ein kompletter Report notwendig. Mit dem neuen Befehl "Cfdocument" kann der Anwender aus HTML-Seiten PDFs oder auch Flashpaper-Dokumente erzeugen. Mit dieser Funktion zieht Coldfusion mit PHP gleich, wo dies schon seit Jahren sehr einfach zu bewerkstelligen ist.

Seit langem ist in Coldfusion eine OEM-Version der Suchmaschine von Verity integriert. Leider war diese OEM-Version etwas in die Jahre gekommen und entsprach auch nicht mehr Veritys aktuellem Release-Stand. Dies führte zu zahlreichen Schwierigkeiten unter Linux. Ferner ließen sich bestimmte PDF-Versionen entweder gar nicht oder nur mit Tricks indizieren. Auch der von Coldfusion verwendete Standardzeichensatzes UTF-8 wurde nicht unterstützt. In Blackstone wird die aktuelle Suchmaschine "K2" von Verity in der Version 5.5 enthalten sein. Anwender können die Search Engine zur Verbesserung der Performance physikalisch vom Coldfusion-MX-Server trennen. Neben einer UTF-8-Unterstützung und besserer Import-Filter für die gängigen Dokumentarten bietet diese K2-Version auch eine Verfeinerung der Suchen in einem Suchergebnis und liefert automatisch Vorschläge für bessere Suchwörter - eine Funktion, die regelmäßigen Nutzern der Internet-Suchmaschine Google geläufig ist.

Rich Forms auf Basis von Flash und Xforms

Seit mehr als zwei Jahren positioniert Macromedia mit seiner Rich-Internet-Vision die Flash-Plattform als mögliche Frontend-Alternative zu HTML-basierenden Oberflächen. Mit dem Präsentations-Server Flex brachte der Hersteller eine Entwicklungsplattform für Flash-gestützte Anwendungs-Frontends auf den Markt. Flex bedient sich einer XML-Sprache. Die Flash-basierenden Oberflächen überwinden die technischen Restriktionen von HTML und geben den Benutzern einer Browser-Anwendung den gewohnten Komfort eines Windows-Desktop-Programms. Macromedia lässt sein Rich-Internet-Konzept auch in Blackstone einfließen. So wird auch das nächste Release von Coldfusion MX die Entwicklung Flash-basierender Web-Anwendungen ermöglichen. Hierzu bettet Macromedia den "Flex Presentation Server" ein. Allerdings steht nur ein begrenzter Funktionsumfang von Flex zur Verfügung, und dieser lässt sich lediglich über spezielle Coldfusion-Kommandos nutzen.

Neben den auf Flash aufsetzenden Rich Forms wird Blackstone erstmalig auch Xforms unterstützen. Macromedias Xforms-Implementierung entspricht der W3C-Spezifikation, geht aber noch darüber hinaus. Bei Xforms handelt es sich um einen XML-Standard für interaktive Formulare, die über XSLT-Skins angepasst werden können.

Die Enterprise-Version von Coldfusion MX arbeitet mit den J2EE-Servern von Bea, IBM und Sun sowie mit dem "Jrun Server" zusammen. Jrun ist der hauseigene J2EE-Server von Macromedia und wird mit Blackstone ausgeliefert.

Unter Jrun lassen sich mehrere voneinander unabhängige Instanzen von Blackstone installieren. Zudem kann die Software auf Basis des zugrunde liegenden Jrun-Servers geclustert werden. Diese Features bietet auch das aktuelle Coldfusion-MX-Release, allerdings sind zu ihrer Nutzung einige Detailkenntnisse der JRun-Administration notwenig.

In der Enterprise-Version von Blackstone erledigt der Verwalter das Instanzen- und Cluster-Management über die Administrationsoberfläche mittels Assistenten. Somit ist kein Jrun-Know-how mehr notwendig, wodurch sich der Verwaltungsaufwand gerade bei Cluster-Installationen deutlich verringert.

Unternehmensanwendungen müssen zunehmend asynchron kommunizieren, beispielsweise mit SMS-Gateways oder Messaging-Systemen. Oftmals ist es heute noch sehr aufwändig, Applikationen entsprechend anzupassen, denn in der Regel ist dafür ein tiefes Verständnis von Java erforderlich. Blackstone liefert mit den Event-Gateways Methoden, mit denen sich Anwendungen wesentlich einfacher mit asynchronen Kommunikationseigenschaften ausstatten lassen. Web-Applikations-Server wie Coldfusion MX reagieren nur auf HTTP-Requests eines Browsers oder eines Web-Service. Event-Gateways behandeln weitere, nicht HTTP-basierende Anfragen. So beinhaltet Blackstone bereits einige Event-Gateways für SMS, Java Messaging Service (JMS), generelle Java Sockets, das Instant-Messaging-Protokoll XMPP sowie für Lotus Sametime.

Mit den Event-Gateways lassen sich darüber hinaus auch Verzeichnisse im Dateisystem beobachten. Sobald dort neue Dateien hinzugefügt oder bestehende verändert werden, könnte das Gateway bestimmte Anwender per E-Mail informieren. (fn)