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27.05.2008

Blassgrün blüht die Firmen-IT

Bei Investitionsentscheidungen im IT-Bereich wird Umweltverträglichkeit allmählich zu einem wichtigen Argument.

Auf die Frage, wie wichtig ökologische Anliegen bei den Planungen der IT sind, antworteten im April 2008 immerhin 41 Prozent der von Forrester Research befragten 738 Unternehmen mit "sehr wichtig". Die Hälfte hält solcherlei Erwägungen immer noch für "einigermaßen" wichtig. Nur neun Prozent tun grüne Gedankenspiele als völlig irrelevant ab.

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Die Befragungsmethode

Forrester Research hat 738 Unternehmen in den USA (43 Prozent davon aus dieser Region), Europa (24 Prozent), Asien-Pazifik (15 Prozent) und "dem Rest der Welt" (18 Prozent) befragt. 71 Prozent der Unternehmen beschäftigen mehr als 1000 Mitarbeiter, sieben Prozent zwischen 500 und 999 und 22 Prozent unter 500 Angestellte.

Aus dem Finanzdienstleistungs- und Versicherungswesen kamen 22 Prozent der Antworten, aus dem Hightech-Bereich 21 Prozent. 18 Prozent der antwortenden Unternehmen stammen aus dem Business-Services-Segment. Der öffentliche Sektor war mit 13, das produzierende Gewerbe mit elf Prozent vertreten. Firmen aus den Bereichen Medien, Telekommunikation und Groß- und Einzelhandel nahmen in geringerem Maß an der Forrester-Untersuchung teil.

Die Ergebnisse sind schon deshalb bemerkenswert, weil die Zahl der Unternehmen, die sich an der Befragung beteiligten, erheblich gestiegen ist. Bei der aktuellen Untersuchung gaben 738 Unternehmen Stellungnahmen zu den Green-IT-Konzepten in ihren Betrieben ab. Bei den vorangegangenen Erhebungen waren es 124 respektive 130 Teilnehmer gewesen. Forrester wertet bereits diesen Umstand als Beleg für das zunehmende Interesse an Ökologiethemen in der IT.

Eine weitere Frage zeigt, dass Theorie und Praxis manchmal noch auseinanderklaffen. "Hat Ihr Unternehmen eine Gesamtstrategie, um Green-IT-Praktiken im Unternehmen einzuführen?" Hier kann erst ein Fünftel der Antwortenden darauf verweisen, bereits grün zu denken. Gegenüber Oktober 2007 ist das eine Steigerung um lediglich fünf Prozent. Ein Viertel ist gerade dabei, sich ein ökologisches Konzept zu erarbeiten. Die Mehrheit hingegen denkt entweder erst über Optionen nach oder hat in Sachen Umweltbewusstsein gar nichts auf der Firmenagenda stehen.

Green IT wichtig für IT-Investitionen

Doch die Realität in IT-Zentren und bei IT-Verantwortlichen ist grüner, als es diese Ergebnisse vermuten lassen. Starke Veränderungen seit April 2007 zeigten sich nämlich, als gefragt wurde, ob Umweltkriterien bei der Einschätzung und Auswahl im Vorfeld von IT-Investitionen eine Rolle spielen. Hatten diese Frage noch vor einem Jahr nur 25 Prozent mit Ja beantwortet, so sagt dies jetzt die Hälfte aller IT-Verantwortlichen aus.

Beim Nachfragen in Telefoninterviews gelangten die Forrester-Analysten zu einer wichtigen Erkenntnis: Energieeffizienz und Recycling-Eigenschaften von IT-Produkten gewinnen im Ausschreibungsprozess an Bedeutung. Das gilt vor allem, wenn die Wahl zwischen verschiedenen Anbietern bei anderen als ökologischen Aspekten eng wird. Allerdings führten grüne Argumente nur in einigen wenigen Fällen dazu, dass bei der Auftragsvergabe ein bereits beschlossener Deal tatsächlich noch platzte, schreiben die Forrester-Autoren um Christopher Mines.

ie meisten haben Entsorgungskonzepte

Forrester stellt fest, dass ökologische Aspekte die Kaufentscheidung je nach Industriezweig unterschiedlich stark beeinflussen. Immerhin gibt es mittlerweile in 50 Prozent der Unternehmen ökologische Einkaufskriterien. In Hightech- und Telekommunikationsunternehmen und im öffentlichen Sektor wird hier spürbar mehr Wert auf Umweltargumente gelegt. Im produzierenden Gewerbe hingegen spielen grüne Ideen beim Kaufentscheid eine unterdurchschnittliche Rolle.

Gute Noten fürs Recycling

Geht es um die Wiederaufbereitung (Recycling) von IT-Equipment, ist es um das grüne Gewissen der befragten Unternehmen sehr gut bestellt. Von den teilnehmenden Firmen lassen sechs Prozent ausgemusterte PCs, Server und Speicher durch den Hersteller entsorgen, 41 Prozent greifen auf die Dienstleistungen eines anderen Recycling-Spezialisten zurück. Fortsetzung auf Seite 4 35 Prozent nehmen sowohl solche Entsorgungsspezialisten als auch den jeweiligen Hersteller in die Pflicht. Nur 19 Prozent haben sich in Sachen Recycling keine Gedanken über ihren Computerschrott gemacht.

Fragt man die Unternehmen, warum sie ökologische Aspekte in ihre IT-Planspiele einbeziehen, so drängt sich eine Antwort auf: Die meisten haben den Wunsch, Kosten zu senken. 65 Prozent aller Firmen argumentierten, sie wollten mit einer Green-IT-Strategie die Energieausgaben reduzieren. Vor einem halben Jahr hatten so 55 Prozent geantwortet. Das zweithäufigste Argument erfüllt dann etwas überraschend ein Klischee: Man wolle etwas dazu beitragen, der Umwelt Gutes zu tun, erwiderten vier von zehn Befragten. Allerdings hatte sich so im Oktober 2007 immerhin noch die Hälfte aller Befragten geäußert.

Grüne IT - gute Werbebotschaft

Jedes dritte Unternehmen entschließt sich zu ökologischem Handeln, weil es entsprechende grüne Richtlinien verfolgt oder weil es die Ausgaben des IT-Betriebs senken will. Ganz unten auf der Skala der Beweggründe, sich ökologisch zu engagieren, steht übrigens für IT-Verantwortliche das Argument, sich so von der Konkurrenz abzuheben. Nur jeder Zehnte glaubt laut Forrester, durch ein grünes Bewusstsein Wettbewerbsvorteile zu ergattern. Das ist insofern eine interessante Erkenntnis, als eine nicht ganz unbekannte Bank schon mit dem Argument warb, ihr Rechenzentrum sei grün, ihre Kunden könnten also der Umwelt dienen, wenn sie bei ihr ein Konto führten. Angeblich soll das Finanzinstitut mit dieser Begründung Konkurrenten 10 000 Kunden abgejagt haben. Das Gerücht besagt weiter, dass das RZ dieser cleveren Bank weniger grün sein soll, als das Werbeargument gut war.