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21.04.1989 - 

IBM-Software in Anwenderbewertung nur unter "ferner liefeni":

Blauäugige SW-Auswahl endet oft mit Frust

LONDON (CW) - Zu Jubelstürmen scheint IBM-Software die Anwender nicht gerade hinzureißen: Ein neuer Xephon-Report weist die blaue Software als Mittelklasse in der Anwenderbewertung aus. Knapp 1000 Antworten über 236 verschiedene Produkte ergaben für IBM-Software die Durchschnittsnote 3.65 in einer Skala von 1 (schlecht) bis 5 (sehr gut).

"Das IBM-Label ist das attraktivste Feature an der IBM-Software", lautet denn auch der vernichtende Kommentar, der der neuen Insight-IBM-Studie des Londoner Marktforschungsunternehmen Xephon Technologies beigefügt ist. Die Studie wertete 150 Anwenderbefragungen aus, auf die 960 Antworten eingingen. Pakete, die weniger als fünfmal eingesetzt sind, fielen dabei durch das Bewertungsraster, so daß die Ergebnisse sich auf nurmehr 53 Produkte verteilen. Anwendungssoftware blieb ausgeklammert.

Von den 14 Paketen, die mit Note 4 (gut) und besser bewertet wurden, stammt keines von IBM. Nur 5 der 20 IBM-Programme wurden besser als der Durchschnitt bewertet. Mit 3.96 liegt Netview von IBM an der Spitze des hauseigenen Angebots - der Konkurrent Netmaster von Cincom bringt es laut Xephon auf eine Bewertung von 4.33.

Gut vertreten ist IBM nach Errechnung der Xephon-Autoren jedoch im unteren Feld: Von den am schlechtesten bewerteten zehn Paketen stammen sieben aus der Softwareschmiede von Mother Blue.

Die Studie setzt sich auch mit der Anwendermeinung über Produktqualität, Support und Preis/ Leistungs-Verhältnis auseinander. IBM erhielt die Positionen 18, 14 und 20 in dieser Reihenfolge. Aber auch der Softwareriese Computer Associates wird ähnlich schlecht bewertet, nämlich mit 19,19, 16.

Insight-Autoren rechneten mit schlechter Bewertung

Das schlechte Abschneiden von Big Blue steht in Kontrast zu den relativ guten Erfolgen im Hardwarebereich, heißt es aus London. In der Bewertung von 23 Hardwarelieferanten liegt IBM hinter NAS und Amdahl an dritter Position in puncto Produktqualität, an fünfter im Bereich des Supports - hinter Amdahl NAS, Fujitsu und Siemens - , allerdings auf Rang 19 bei der Frage nach dem Preis/Leistungs-Verhältnis.

Die triste Bewertung der IBM überrascht nach Ansicht der IBM-Insight-Autoren keineswegs. Bereits 1983 seien ähnliche Ergebnisse erzielt worden. In dem damaligen Report versuchte Xephon eine Antwort auf die Frage des schlechten Abschneidens: Auswahlverhalten und Erwartungsstruktur scheinen verantwortlich dafür.

So wendeten 71 Prozent der Befragten mehr als zehn Stunden für die Auswahl eines Nicht-IBM-Produktes auf - nur 28 Prozent verfuhren bei der Wahl eines IBM-Produktes ähnlich. 64 Prozent verfolgten bei "unabhängigen" Produkten mehrere Auswahlstrategien wie Referenzbefragungen; hier liegt der Wert für die IBM-Software bei nur 30 Prozent. 53 von hundert schließlich schauten sich auch alternative Produkte an, bevor sie sich für eine Non-IBM-Software entschieden. Ihre beschafften IBM-Produkte hatten nur 14 Prozent der Käufer in den direkten Vergleich gestellt.