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26.07.2007

Blauer Himmel über IBM

Management und Analysten sehen das Unternehmen auf dem richtigen Weg.

Mit der höchsten Bewertung der Aktie seit 2001 haben Investoren auf die jüngsten Zahlen von IBM reagiert. In den vergangenen 52 Wochen legte das Papier um über 50 Prozent an Wert zu, und mancher Analyst glaubt, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist. Hintergrund ist die zunehmende Bedeutung von Software im Portfolio des Konzerns und die damit verbundene Einstufung von IBM als "Softwareaktie", auch wenn der Anteil der Software am Gesamtumsatz nicht einmal ein Viertel ausmacht. Dafür belief sich die Bruttomarge in dem Segment auf knapp 85 Prozent. Zum Vergleich: Der Konzerndurchschnitt lag bei 42 Prozent.

Die positive Einschätzung der Analysten wird auch dadurch genährt, dass der Konzern im Frühjahr ein milliardenschweres Rückkaufprogramm eigener Aktien aufgelegt und zum Großteil bereits umgesetzt hat. Angesichts der relativ hohen Bewertung der IBM-Aktie in den vergangenen Monaten wäre es verwunderlich, wenn Big Blue nicht an den Erfolg der eigenen Produkte glauben würde für das Geld der Aktienrückkäufe hätte Firmenchef Samuel Palmisano locker die Wettbewerber Tibco und Bea Systems übernehmen und noch einen soliden Aufpreis zahlen können. Das Volumen des Rückkaufs belief sich auf 12,5 Milliarden Dollar, davon 11,5 Milliarden Dollar auf Kredit.

IBMs Zahlen zum zweiten Quartal waren von einem soliden Wachstum geprägt. So stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreswert um knapp neun Prozent auf 23,77 Milliarden Dollar an. Der Nettogewinn kletterte von 2,02 Milliarden auf 2,26 Milliarden Dollar. Damit konnten die Erwartungen der Analysten etwas übertroffen werden. IBMs Finanzchef Mark Loughridge gab in einer Telefonkonferenz an, dass zwei Drittel der Verbesserungen aus der Steigerung der operativen Effizienz herrührten. Das letzte Drittel resultiere aus dem Übergang zu höhermargigen Geschäftsfeldern. Indes spielten auch die Wechselkurse im jüngsten Quartal IBM in die Hände.

Relativ dürftig lief es im Bereich Hardware, der einen Umsatzzuwachs von gerade einmal zwei Prozent melden konnte. Hier summierten sich die Einnahmen auf 5,1 Milliarden Dollar. Um 15 Prozent zurück gingen die Umsätze mit Rechnern des "System i". Laut IBM warten die Kunden auf die neuen Modelle mit Power6-Prozessoren, die in diesem Quartal herauskommen sollen. Der Umsatz in der Sparte Global Services verbesserte sich um zehn Prozent auf 13,1 Milliarden Dollar. Neuverträge wurden im zweiten Quartal im Volumen von 11,7 Milliarden Dollar abgeschlossen, 22 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und somit im Rahmen der Wallstreet-Prognosen.

Auch das Softwaregeschäft wuchs zweistellig, nämlich um 13 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar. Der Löwenanteil davon entstammte dem Subsegment Middleware mit Produktlinien wie Websphere, Rational und dem Bereich Information-Management. Erneut steuerte die Software mit 1,25 Milliarden Dollar den größten Teil zum Vorsteuergewinn des Gesamtkonzerns bei. So läuft Big Blue Gefahr, den Platzhirschen im Softwaresektor in die Quere zu kommen. Hierzu zählen Microsoft und Oracle ebenso wie SAP. Dafür sinkt der Wettbewerbsdruck durch die hardwarelastigen Anbieter Hewlett-Packard (HP), Dell und Sun Microsystems. An der Konkurrenz zu den indischen Offshore-Anbietern sowie IT-Dienstleistern wie EDS, Accenture und Cap Gemini ändert sich nichts.

International gab es durchaus Unterschiede im Geschäftsverlauf. Während die Einnahmen in Amerika nur geringfügig zulegen konnten, stiegen sie in Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum auch aufgrund günstiger Wechselkurse zweistellig an. Den größten Umsatzzuwachs erzielte IBM in den Wachstumsmärkten, wo die Einnahmen um 32 Prozent zunahmen. Summa summarum blieb Finanzchef Loughridge dann kaum etwas anderes übrig, als die Jahresprognose für das Ergebnis geringfügig heraufzusetzen. (ajf)