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07.03.2003 - 

Geschäftsführer Jörg Menno Harms gibt für 2003 einen zurückhaltenden Ausblick

Blaues Auge für deutsche HP

STUTTGART (CW) - Drei Monate nach seiner Rückkehr als Geschäftsführer der Hewlett-Packard GmbH nutzte Jörg Menno Harms den konzernweiten Abschluss des ersten Quartals zur Standortbestimmung. Der durch die Fusion mit Compaq bedingte Personalabbau werde hierzulande planmäßig umgesetzt - notfalls auch in Form betriebsbedingter Kündigungen. Ansonsten wolle sich HP noch stärker als integrierter IT-Konzern positionieren.

Der neue (und alte) Frontmann von HP Deutschland skizzierte vor Journalisten in Stuttgart noch einmal ein düsteres Bild des abgelaufenen Geschäftsjahres 2002. Wie noch nie sei die IT-Industrie vor einem Paradigmenwechsel gestanden - und das in mehrerer Hinsicht. So hätten die einschlägigen Hersteller und Dienstleister, abgesehen von wenigen Ausnahmen, in allen Marktsegmenten zum Teil deutliche Umsatzrückgänge verzeichnen müssen. Gleichzeitig sei ein nachhaltiger Strukturwandel in allen Branchen erkennbar. Konsolidierung und effiziente Kostenstrukturen hatten bei fast allen Anwenderunternehmen oberste Priorität. Insofern würde er, so Harms, das Jahr 2002 "gerne abhaken".

Gewinn entsprach reduzierten Erwartungen

Gemessen an diesen widrigen Marktverhältnissen sei man in Deutschland jedoch glimpflich davongekommen. So musste die "alte" Hewlett-Packard GmbH im Fiskaljahr 2002 (Ende: 31.Oktober) mit einem Umsatz von 4,1 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von zehn Prozent verkraften. Unter Berücksichtigung der Einnahmen des entsprechenden Rumpfgeschäftsjahres von Compaq Deutschland komme man auf einen konsolidierten Umsatz von 5,1 Milliarden Euro, führte Harms weiter aus. Der Gewinn (ohne Compaq) lag dabei im Rahmen der "stark reduzierten Erwartungen". Genauere Angaben zum Ergebnis machte der HP-Verantwortliche nicht. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2001 hatte die Hewlett-Packard GmbH einen Gewinn von 100 Millionen Euro ausgewiesen.

Konsolidierung und Kosteneffizienz standen bei HP Deutschland im Zusammenhang mit der Übernahme von Compaq zwangsläufig auch intern im Mittelpunkt. Harms gab zu, dass im Zuge des im Mai vergangenen Jahres abgeschlossenen Mergers und der im November 2002 erfolgten rechtlichen Eingliederung der deutschen Compaq-Tochter Sand im Getriebe war. Insgesamt sei man aber bei der Integration auf einem gutem Weg - sowohl was die Umsetzung der Produkt-Roadmaps und neuen Organisationsstruktur als auch was die Kunden- und Partnerbetreuung sowie die "Verschmelzung" beider Unternehmenskulturen angehe.

Faire Auswahl beim Mitarbeiterabbau

Widerstände gibt es aber nach wie vor in der deutschen Compaq-Belegschaft, die sich in großen Teilen als Verlierer der Fusion sieht. Harms bestritt diese Sichtweise vehement und betonte, dass es "im Gegensatz zu manchen öffentlichen Äußerungen" zu fairen und vor allem sachbezogenen Entscheidungen kam. So sei beispielsweise die neu formierte Vertriebsmannschaft primär mit ehemaligen Compaq-Mitarbeitern besetzt worden, weil hier auch das HP-Management "entsprechende Stärken" anerkannt habe.

"Sorgen" bereite jedoch noch der im Zuge der Fusion angekündigte Abbau von deutschlandweit 1100 Arbeitsplätzen. Während in den "alten" HP-Geschäftsbereichen die geplanten 600 Jobs bereits gestrichen wurden, ist man sich bei der ehemaligen Compaq Deutschland GmbH erst mit 90 von insgesamt 500 betroffenen Mitarbeitern einig. Harms kündigte an, dass es hier in den nächsten Tagen noch zu sehr schwierigen Gesprächen mit den zuständigen Betriebsräten kommen werde. Man bevorzuge hier nach wie vor den viel zitierten "HP-Way", also Lösungen wie Vorruhestand oder Altersteilzeit. Notfalls werde man aber auch vor betriebsbedingten Kündigungen nicht zurückschrecken.

Weltweit sei man, so Harms, mit der Konsolidierung beider Unternehmen "mehr als im Plan"; Ziele wie die Sicherung der Markt- und Technologieführerschaft sowie die Einsparung von jährlich 2,5 Milliarden Dollar wurden erreicht und dokumentierten sich auch im jüngsten Quartalsabschluss (siehe Kasten "Licht und Schatten"). Jetzt komme es darauf an, sich auf die neuen, von Konzernchefin Carleton Fiorina vorgegebenen strategischen Schwerpunkte zu konzentrieren. Als solche bezeichnete der HP-Statthalter den Fokus auf technologische Innovationen, die "Kostenführerschaft" in allen für HP wichtigen Märkten, die Gewährleistung des "Return on IT" (RoIT) für Unternehmenskunden sowie das Prinzip, IT mit entsprechenden Produkten als "Erlebnis für den Privatkunden" in Erscheinung treten zu lassen.

Harms zufolge bedeutet dies Beibehaltung des integrierten IT-Konzerns HP, dessen Portfolio von der Druckerpatrone über Digitalkameras bis hin zu höherwertigen IT-Dienstleistungen reiche. Nach wie vor erkennbare Schwächen, zum Beispiel im Servicebereich oder im PC- und Softwaregeschäft, wollte der deutsche HP-Chef dabei etwa im Vergleich zu IBM nur bedingt gelten lassen. Gerade in den zukunftsträchtigen Softwaresegmenten wie System- oder Speicher-Management müsse man sich nicht verstecken; die führende Position HPs bei installierten SAP-Plattformen oder Unix-Servern sei ungebrochen. Erst recht gelte dies für den PC- oder gar Druckermarkt, wo man Herausforderern wie Dell "selbstbewusst" begegnen werde.

Inwieweit sich 2003 überhaupt Wachstum bei HP Deutschland einstellen wird, ließ Harms offen. Man sei, was die kurzfristige Marktentwicklung angehe, allenfalls "verhalten optimistisch". Der Vizepräsident des Bundesverbandes Informationstechnik, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) deutete in diesem Zusammenhang an, dass man sich auf Verbandsseite für das laufende Jahr auf einen weiteren Rückgang des deutschen IT-Marktes um rund 1,7 Prozent einstellt. Er selbst wolle sich in seinem Verantwortungsbereich anstrengen, "zumindest das Ergebnis von diesem Jahr zu erreichen". (gh)

Licht und Schatten

Hewlett-Packard (HP) spart sich zum Gewinn. So lautete das überwiegende Echo von Analysten auf die vergangene Woche veröffentlichten Konzernzahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2003 (Ende: 31. Januar). Demnach betrug der Umsatz 17,9 Milliarden Dollar und blieb damit hinter den Erwartungen der Analysten von 18,5 Milliarden Dollar zurück. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte HP - damals noch ohne Compaq - Einnahmen in Höhe von 11,4 Milliarden Dollar erzielt; Compaq mitgerechnet hätte man jedoch im ersten Quartal 2002 einen Umsatz von 19,6 Milliarden Dollar ausgewiesen.

Der Gewinn nach Steuern belief sich auf 721 Millionen Dollar beziehungsweise 24 Cent je Aktie gegenüber 484 Millionen Dollar im vergleichbaren Vojahreszeitraum (ohne Compaq). Vor Abschreibungen und fusionsbedingten Restruktierungsaufwendungen wurde ein operativer Nettoertrag von 877 Millionen Dollar oder 29 Cent pro Aktie erzielt. Die Wallstreet hatte hier 27 Cent erwartet. Entscheidender dürfte jedoch ein andere Kennziffer sein: Wie HP selbst mitteilte, wirkten sich im ersten Quartal fusionsbedingte Kosteneinspareffekte, also in der Hauptsache der Abbau von inzwischen fast 18000 Arbeitsplätzen, mit rund 734 Millionen Dollar positiv auf das Ergebnis aus. Insofern relativiert sich der operative Gewinn bei näherer Betrachtung doch um einiges. Eher kritisch wurde von Analysten deshalb auch die Tatsache gewertet, dass der neue HP-Konzern jetzt zwar seine Kosten im Griff hat, die eigenen Umsatzprognosen aber nicht erfüllen beziehungsweise kein Wachstum vorweisen konnte.

Diese Interpretation wird durch einen Blick auf einige zuletzt unprofitable HP-Sparten verstärkt, die zum Teil sogar trotz rückläufiger Einnahmen in die Gewinnzone zurückkehrten. So verzeichnete die Personal Systems Group (PCs) mit 5,1 Milliarden Dollar Umsatz gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres einen Rückgang um 19 Prozent, weist aber einen Betriebsgewinn von 33 Millionen Dollar aus. Ähnlich ist die Situation im Bereich Enterprise Systems (Server, Workstations, Software), wo die Einnahmen im Vorjahresvergleich um sechs Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar zurückgingen, sich gleichzeitig aber auch der operative Verlust von 129 auf 83 Millionen Dollar reduzierte. Wie immer steuerte indes das Druckergeschäft bei einem Umsatz von 5,6 Milliarden Dollar mit 907 Millionen Dollar den Löwenanteil zum konzernweiten Betriebsgewinn bei.