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15.06.1979 - 

Vor- und Nachbereitung im RZ:

"Bleistift"-Verfahren sind ein Anachronismus

"Solange der RZ-Betrieb einigermaßen funktioniert", sagt ketzerisch Rolf Glöckner, Leiter des Software-Testzentrums der ADV/ORGA GmbH (Wilhelmshaven), "wird nach dem -Wie- keine Frage gestellt." im folgenden Beitrag untersucht Glöckner, wo die Gründe für die verdrängte Diskrepanz von hypermoderner Hardware, qualitativ hochwertiger Software und teilweise "archaischen" Vor- und Nachbereitungsverfahren liegen.

Durch den ständig zunehmenden Umfang an DV-Anwendungen und durch die Steigerung der Verarbeitungsfrequenz wird heute der RZ-Betrieb in seiner Gesamtheit Schleichweg überfordert. Dies zeigt die Erfahrung leider allzu deutlich. Es bleibt keine Zeit, Unterlagen, die Arbeitsvorbereitung für die Erfüllung ihrer Aufgaben dringend benötigt, auf den entsprechenden Stand zu bringen. Dadurch entsteht zwangsläufig das "personifizierte System". Eine Arbeitsvor- und -nachbereitung klappt nur a noch auf Zuruf, die Fehlerhäufigkeit nimmt zu, "re-runs" sind die Folge. Auf ein "System-Upgrading" folgt in den seltensten Fällen eine technologische Anpassung der dem Rechenzentrum vorgelagerten (Arbeitsvorbereitung) und nachgelagerten (Arbeitsnachbereitung) Gruppen.

Die Gründe sind häufig in der quantitativ und qualitativ nicht ausreichenden personellen Besetzung von Arbeitsvor- und -nachbereitung und einem oft als mangelhaft zu bezeichnenden Informationsfluß zwischen der Organisation/ Programmierung auf der einen und dem RZ-Betrieb auf der anderen Seite zu suchen. Trotz der schon vielfach eingesetzten systemunterstützenden Software (Band- und Plattenverwaltungssysteme) benötigen Arbeitsvor- und -nachbereitung Unterlagen, die während der Realisierungsphase eines Projektes projektbegleitend mit einem geringen Aufwand erstellt werden können. (Dies wird aber häufig aus Zeitgründen nicht gemacht; wie jedoch sieht dann die Programmdokumentation aus?).

Die erstellten Unterlagen, wie Job-Ablauf-Diagramme, Datei-Verzeichnisse, Programm-Verzeichnisse, Mengengerüste, Verzeichnisse der Daten einschließlich Satz- und Blocklängen, Verzeichnisse von Programm-Meldungen Listenverzeichnisse mit entsprechenden Mustern, Abhängigkeiten von bestehenden Job-Abläufen, Periodizität der Verarbeitung und ähnliches, sind doch TeiI der Programmdokumentation.

Dabei ist es, bei gutem Willen, ein leichtes, der Arbeitsvorbereitung diese Unterlagen zu übergeben. So ist die Arbeitsvorbereitung dann in der Lage, ohne ständige Rückfragen in der Organisation/Programmierung alle für die Durchführung eines Programmpaketes notwendigen Aktivitäten eigenständig vorzunehmen und für einen reibungslosen Ablauf im RZ-Bereich zu sorgen.

Diese Unterlagen sind aber auch änderungsanfällig. So sind etwa Job-Streams um neue Programme zu ergänzen; Verteiler ändern sich, die Dokumentation für den Arbeitsablauf ist zu vervollständigen. Diese Änderungen werden oft aus Zeitgründen nicht vorgenommen und damit ist die beste Dokumentation für die Arbeitsvor- und -nachbereitung schon zum Zeitpunkt der Übergabe "tot". Was ist hier zu tun?

Im Zeitalter des Einsatzes von Terminals in den Fachabteilungen und der Durchführung von "Online-Programmierung" sollten auch die RZ-Bereiche an diesem technologischen Fortschritt teilhaben.

Ein "Online-Programmiersystem", das die Möglichkeit der Speicherung von Job-Control zu Job-Streams bietet, ist ein Schritt auf dem Weg zur Arbeitsvorbereitung, die ein großes Maß an Sicherheit bietet, Änderungen erleichtert und den Arbeitsvorbereiter frei macht für neue Aufgaben.

Bietet ein "Online-Programmiersystem" weiterhin die Möglichkeit, auch die Dokumentation für den RZ-Betrieb aufzunehmen und zu verwalten, so kann man auch die Arbeitsvorbereitung "technologisch" dem heutigen Stand der Systeme als angepaßt betrachten.

Daß der Einsatz solcher Systeme eine organisatorische Änderung im RZ-Betrieb, aber auch in der Organisation/Programmierung mit sich bringt, versteht sich von selbst. Aber was ist eine "Bleistift"-Arbeitsvor- und -nachbereitung in einem Unternehmen, das mit den modernsten EDV-Technologien arbeitet? Ein Anachronismus.