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11.07.2003 - 

WBT, Seminare und Gruppenarbeit

Blended Learning: Methoden richtig mixen

MÜNCHEN (ho) - Keiner mag immer alleine am Computer Lernprogramme durcharbeiten, Seminare sind aufwändig und teuer, Gruppenarbeit nicht immer effektiv. Werden diese Lernmethoden aber beim Blended Learning gezielt gemischt, lassen sich ihre Vorteile kombinieren, wie das Beispiel der Citibank zeigt.

Den von vielen Anbietern groß propagierten Boom des reinen E-Learning hat es nie gegeben. Anfangs waren die PCs für die multimedialen Programme zu langsam. Dazu kam, dass die Computer-based Trainings (CBT) oft nur schlecht übertragene, didaktisch kaum aufbereitete Bücher darstellten.

Inzwischen gibt es gute, modular strukturierte Lerneinheiten - einige davon sind auf Web-Basis. Sie haben den Vorteil, dass sich E-Mail-Funktionen integrieren und virtuelle Lerngruppen einrichten lassen. Die neuen Trainingsmethoden haben viele Pluspunkte, so beispielsweise autarkes, selbst gesteuertes Lernen am Arbeitsplatz zu frei einteilbaren Zeiten bei individueller Geschwindigkeit.

Trotzdem hat die Praxis klar gezeigt, dass sich CBT und Web Based Training (WBT) nur im Methodenmix erfolgreich einsetzen lassen, so die Erfahrung von Werner Sauter, Geschäftsführer des Bildungsdienstleisters Athemia. Zu den Unternehmen, die bereits positive Erfahrungen mit dem Konzept des Blended Learning gemacht haben, zählt die Citibank, die auf diese Weise in einem Pilotprojekt 50 Anlageberater zertifizierte.

Den Anfang bildete je eine Kickoff-Veranstaltung für die fünf Tutoren und die Anlageberater, in der diese in fünf Gruppen aufgeteilt wurden. In den nächsten vier Wochen folgte eine Phase des Einzellernens, in der sich die Teilnehmer mittels Web-based Trainings Wissen aneigneten und dieses zum Teil auch schon anwandten. Danach fand ein Gruppentreffen statt, das teilweise von den Tutoren geleitet wurde.

Im Anschluss daran lernten jeweils zwei Mitarbeiter in Tandemgruppen. Durch spezielle Aufgaben erfolgte hier eine Vertiefung und Reflexion des Wissens. Zudem sollten die Tandems den Workshop vorbereiten. Die Vierwochenphasen wurden jeweils mit einem Workshop abgeschlossen. Insgesamt dauerte das Pilotprojekt fünf Monate.

Claus Scharrenbroch, Leiter E-Learning der Citibank Privatkunden AG, betont, dass der richtige Mix der einzelnen Trainingsmethoden Grundvoraussetzung für den Erfolg des Projekts war. Die Kickoff-Veranstaltung am Anfang habe entscheidende Bedeutung. Hier erhalten die Teilnehmer einen Überblick über das Gesamtprojekt, hier lernen sie ihre späteren Lernpartner kennen.

Die Gruppen- beziehungsweise Partnerarbeit ist vor allem in den Lernphasen zwischen den Präsenzveranstaltungen wichtig. Einerseits sorgen sie für einen gewissen Lerndruck, andererseits haben die Teilnehmer sofort einen Ansprechpartner, wenn während des WBT Fragen auftauchen, so die Erfahrung von Harald Bender, Geschäftsführer der Medialabor Consulting GmbH.

Eine entscheidende Rolle spielten auch die Workshops beim Citibank-Projekt. Hier sorgten unter anderem Rollenspiele, in denen die Teilnehmer Beratungsgespräche simulierten und das Gelernte anwandten, für den gewünschten Wissenstransfer.

Das Pilotprojekt des Finanzinstituts verlief erfolgreich: Bei der Umfrage zeigten sich die Teilnehmer sehr zufrieden, auch blieb die Motivation während des gesamten Vorhabens hoch, was gerade in Projekten mit Selbstlernkomponenten keine Selbstverständlichkeit darstellt. Wichtig bei den WBTs war der starke Praxisbezug und dass die Inhalte auf die speziellen Citibank-Bedürfnisse zugeschnitten waren, erklärt Scharrenbroch.