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18.03.1994

Blick auf unterschiedliche Marktsegmente Vergleichende Uebersicht ueber Hard- und Softwareplattformen

Dieser Beitrag stellt die derzeit verfuegbaren Multimedia- Plattformen vor und zeigt, welche Moeglichkeiten und Alternativen von den verschiedenen Herstellern angeboten werden, um multimediale Anwendungen realisieren zu koennen. Multimedia-Trainer und Breitbandspezialist Klaus Eppele* hat die Informationen gesammelt und im folgenden nach "Welten" zusammengestellt.

Apples Quicktime

Bereits 1991 stellte Apple mit "Quicktime" eine Erweiterung der Macintosh-Systemsoftware vor, die speziell fuer die Behandlung zeitkritischer Daten wie Bild- und Tonfolgen konzipiert war. Mit dieser Architektur zur Integration zeitbasierter Daten in die Macintosh-Hard- und Software-Umgebung blieb Apple seiner Philosophie treu, saemtliche Neuerungen im Bereich der Software so zu gestalten, dass diese mit allen alten Macintosh-Modellen kompatibel blieben und nicht auf eine spezielle Hardware angewiesen waren. Mit Quicktime und einem CD-ROM-Laufwerk kann man heute jeden Macintosh mit einem Prozessor vom Typ 68020 oder hoeher in einen Multimedia-Computer verwandeln und Videoclips wiedergeben. Eine spezielle Grafikkarte wird nicht benoetigt, und die notwendige Hardware zur Soundgenerierung ist seit 1984 in allen Macintosh-Modellen enthalten.

Der Vorteil dieser rein auf Software basierenden Loesung liegt in der Austauschbarkeit von multimedialen Dokumenten. Diese Austauschbarkeit sowie eine einheitliche Oberflaeche und konsistente Dateiformate fuer die Arbeit mit digitalisierten Videoaufnahmen, akustischen Aufzeichnungen, Animationen und anderen Multimedia-Daten sind nicht nur zwischen Macintosh- Systemen gewaehrleistet; mit der Einfuehrung von Quicktime fuer Windows wurde eine plattformuebergreifende Multimedia-Programmier- Schnittstelle geschaffen, die es beispielsweise erlaubt, Anwendungen auf einem Windows-PC zu erstellen und dann auf einem Macintosh-Rechner ablaufen zu lassen.

Die erzielbare Bildqualitaet ist von der Leistungsfaehigkeit und der Ausstattung des jeweiligen Rechners abhaengig. Die meisten Macintosh-Modelle erlauben eine Bildwiedergabe mit einer Geschwindigkeit von 10 bis 15 Bildern pro Sekunde bei einer Aufloesung von 160 mal 120 Bildpunkten. Um dies zu ermoeglichen, wurde ein eigener softwarebasierter Kompressionsalgorithmus mit dem Codenamen "Roadpizza" entwickelt. Er ist dem JPEG-Verfahren (Joint Photographic Expert Group) aehnlich, jedoch schneller und von der Bildqualitaet etwas schlechter. Bei der obengenannten Bildaufloesung von 160 mal 120 Pixel generiert Roadpizza einen Datenstrom von nur etwa 80 KB pro Sekunde, was eine Wiedergabe von Festplatte und CD-ROM oder eine Uebertragung ueber Netzwerke unproblematisch macht. Roadpizza ist skalierbar und passt sich der vorhandenen Hardware an. Ein Time-Manager sorgt dafuer, dass auch auf einem Rechner, der nicht in der Lage ist, den Datenstrom in der erforderlichen Geschwindigkeit abzuarbeiten, die Wiedergabe der verschachtelten (interleaved) Daten fuer Video und Audio immer synchron verlaeuft und Zeitprobleme dadurch geloest werden, dass beispielsweise einzelne Bilder einer Bewegtbildsequenz ausgelassen werden.

Die wichtigsten Komponenten von Quicktime sind die Movie Toolbox, der Image Compression Manager und der Component Manager. Die Movie Toolbox erlaubt das Erstellen, Editieren und die Wiedergabe von Bewegtbildsequenzen. Der Image Compression Manager waehlt das jeweils optimale Kompressionsverfahren. Er sorgt beispielsweise dafuer, dass Grafiken mit grossen einheitlichen Flaechen mittels der hierfuer am besten geeigneten RLE (Run Length Encoding, Lauflaengencodierung) komprimiert werden. Der Component Manager verwaltet externe Videoquellen und zusaetzliche Hardware wie Einsteckkarten zur hardware-unterstuetzten Komprimierung von Dateien.

Professionelle Anwender, die selbst multimediale Programme erstellen moechten, werden am Einbau zusaetzlicher Hardware nicht vorbeikommen. Wuenscht man eine bessere Aufloesung oder sollen Bildfolgen nicht nur abgespielt, sondern auch aufgezeichnet werden, muessen entsprechende Zusatzkarten angeschafft werden. Beispielsweise kann man durch Einbau von JPEG- oder DVI- basierenden (Digital Video Interactive) Erweiterungskarten und Austausch der Treibermodule (Codecs) die Leistungsfaehigkeit vorhandener Quicktime-basierenden Anwendungen leicht vervielfachen, ohne diese aendern zu muessen.

Die Staerke von Quicktime liegt in seiner Offenheit fuer Ergaenzungen und Weiterentwicklungen, in der Integrierbarkeit externer Geraete und der einfachen Bedienung.

Das wohl bekannteste Programm zum Entwickeln multimedialer Anwendungen auf dem Macintosh ist das obenerwaehnte Hyper Card, das beim Kauf eines Apple-Rechners mitgeliefert wird und zum Verwalten von Text- und Bilddaten dient. Mittels Querverweisen laesst sich eine nichtlineare Beziehung zwischen Text- und Bilddaten herstellen. Die zugehoerige Programmiersprache Hyper Talk erlaubt die Erweiterung von Hyper Card um eigene Funktionen, so dass auch Animationen und Tonfolgen wiedergegeben und externe Geraete angesteuert werden koennen.

Als Entwicklungswerkzeuge fuer interaktive CBT-Applikationen eignen sich Course Builder/Video Builder und Authorware Professional. Eine Kurseinheit wird einfach als Flussdiagramm durch Aneinanderreihen von Symbolen definiert und somit der Weg des Anwenders zu seinem Lernziel beschrieben.

DVI (Digital Video Interactive)

Im Gegensatz zu Quicktime setzen Intel und IBM mit "Digital Video Interactive" auf eine hardwarebasierende Loesung.

Die DVI-Hardware besteht aus einer PC-Erweiterungskarte (Delivery- Board), die um eine Zusatzplatine (Capture-Board) ergaenzt werden kann. Das Capture-Board digitalisiert analoge Signalquellen wie Video und Ton und leitet die Daten dann zur Bearbeitung an das Delivery-Board weiter. Als Signalquelle lassen sich sowohl Kameras, Bildplatten als auch Videorekorder einsetzen. Das Delivery-Board ist fuer die Komprimierung und Speicherung oder die Wiedergabe von Video, Bildern und Audio in einer interaktiven Umgebung zustaendig. Zum Entwickeln von DVI-Applikationen werden beide Karten benoetigt, eine reine Wiedergabestation brauchen nur Delivery-Boards. Waehrend diese ausser von Intel und IBM auch von verschiedenen anderen Herstellern wie Fast Electronic oder Ace Coin zum Preis von etwa 3500 bis 4500 Mark zu beziehen sind, ist das Capture-Board nur direkt von Intel zu bekommen. DVI steht derzeit fuer IBM-kompatible PCs mit 80386- oder 80486-Prozessor und ISA-Bus oder Microchannel, Apple Macintosh mit Nubus und SUN- Rechner zur Verfuegung. Unterstuetzt werden die Betriebssysteme DOS, OS/2, Windows und System 7. Auch Laptops koennen um DVI erweitert werden - die Fast-Karte besitzt auch eine Option zum Anschluss an das Farb-LC-Display der Toshiba-Laptops T6400 oder T6600.

72 Minuten Video auf einer CD

DVI unterstuetzt drei Kompressionsalgorithmen. PIC (Picture Image Compression) fuer Standbilder sowie RTV- und PLV- Kompression (RTV = Real Time Video, PLV = Production Level Video) Kompression fuer Bewegtbilder. Die Aufloesung eines RTV-Bilds betraegt 128 mal 120 Pixel und laesst sich durch Zeilenverdopplung und Interpolation auf 256 mal 240 Pixel erhoehen. PLV bietet 256 mal 240 Pixel ohne und 512 mal 480 Pixel mit Interpolation. Waehrend RTV-Videos vom Anwender selbst mittels der Capture-Option erstellt werden koennen, lassen sich PLV-Komprimierungen nur offline von Intel oder autorisierten Studios mittels Parallelrechnern realisieren.

Kernstueck des DVI-Boards ist der programmierbare i82750-Chipsatz von Intel, bestehend aus dem Pixel-Prozessor i82750PB und dem Display-Prozessor i82750DB. Die Programmierbarkeit der Chips gibt die Sicherheit, dass die verwendeten Komprimieralgorithmen jederzeit auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden koennen.

Action-Media-II-Produkte bieten eine flexible API-Schnittstelle (Application Programming Interface) - den Audio Video Kernel (AVK). Die mehrschichtige AVK-Architektur sorgt fuer den multimedialen, System- und Betriebssystem-unabhaengigen Datenaustausch. Die Anpassungsfaehigkeit an schnellere Prozessoren, neue Rechnersysteme, sich aendernde Bedienoberflaechen oder Betriebssysteme wird durch AVK gewaehrleistet.

Aufgrund der Kompressionsrate von bis zu 160:1 koennen mit DVI bis zu 72 Minuten Video auf eine CD gebracht werden. Statt des Videos finden auf der Silberscheibe auch 44 Stunden Musik, 40 000 Einzelbilder oder 650 000 Seiten Text Platz.

In dubio pro Indeo

DVI hat einen Nachteil: In Relation zum PC sind Capture- und Delivery-Board relativ teuer. Dies ist wohl der Grund dafuer, dass DVI nur schleppend akzeptiert wird. Intels softwarebasierende skalierbare Videotechnologie "Indeo" (Intel Video) soll dieses Problem meistern helfen: Digitale Videos koennen auch ohne DVI- Prozessor aufgenommen und abgespielt werden. Der Hauptprozessor des Computers (80386 oder 80486) uebernimmt die Kompression und Dekompression der Videodaten.

Zum Abspielen von DVI-Videos braucht man nur die entsprechende Software, die bereits mehrere fuehrende Firmen der PC-Industrie in ihre Multimedia-Produkte integriert haben: Microsoft in "Video for Windows", IBM in "Multimedia Presentation Manager/2" und Apple in "Quicktime for Windows". Ausser einer Soundkarte wird keine zusaetzliche Hardware benoetigt.

Zum Erzeugen einer Videodatei nach der Indeo-Technologie kann auf zusaetzliche Hardware nicht verzichtet werden. Zwei Methoden bieten sich an: die Zwei-Schritt-Methode und das Echtzeitverfahren. Die Zwei-Schritt-Methode ist sehr speicher- und zeitintensiv. Die Videobilder werden hierbei zuerst von einer Video-Overlay-Karte digitalisiert und auf der Festplatte abgelegt.

In einem zweiten Durchlauf werden die digitalisierten Einzelbilder vom 80386 beziehungsweise 486 komprimiert. Um beispielsweise eine Minute komprimierten Videofilm der Aufloesung 320 mal 240 Pixel mit 24 Bit Farbtiefe zu erhalten, sind etwa 329,6 MB Festplattenplatz zur Aufnahme der unkomprimierten Datei und laut Intel etwa 15 Minuten Rechenzeit fuer die nachtraegliche Komprimierung noetig. Im Echtzeit- oder Ein-Schritt-Verfahren wird das Digitalisieren und Komprimieren von einer i750-basierenden Aufnahmetechnik waehrend des Einspielens des Videosignals durchgefuehrt. Es wird sofort eine komprimierte Datei erzeugt, die sich anschliessend mit oder ohne i750-Videoprozessor abspielen laesst.

Die Einbindung von Indeo in Video for Windows, Presentation Manager und Quicktime sorgt fuer eine gute Akzeptanz, die sowohl Indeo- als auch DVI-Entwicklungen forcieren wird.

CD-I (Compact Disc Interactive)

Seit Mitte 1992 bietet Philips CD-I auch in Deutschland an. Zielgruppe fuer dieses auf Compact Disc basierende Multimedia-Geraet sind die etwa 65 Millionen Haushalte, die ueber einen Fernseher verfuegen, also insbesondere der Consumer-Markt. Das schlaegt sich auch in der Aufmachung des CD-I-Spielers nieder: Von vorne sieht er aus wie ein handelsueblicher CD-Spieler; hinten hat er zwei RS232-Schnittstellen, NTSC- und PAL-Videoausgaenge (Phase Alternating Line, National Television System Committee) sowie Buchsen zum Anschluss an Fernseher und Hi-Fi-Anlage(vgl. die Fotografie). Statt mit einer Tastatur steuert der Anwender den CD- I-Player mit einer Fernbedienung ueber einen kleinen Pfeil am Bildschirm. Trotzdem ist das CD-I-Geraet ein vollwertiger Computer mit einer Motorola-78-70-CPU, einem C-Cube-Videochip, 1 MB RAM und dem CD-I-eigenen Betriebssystem CD-RTOS (CD-Real Time Operating System).

Die Spezifikation von CD-I ist von Philips und Sony als offener Standard im sogenannten Green Book festgeschrieben. Da insbesondere der Consumer-Markt angesprochen wird, muss die Software selbsterklaerend sein und darf nicht erst das Studium eines Handbuchs erfordern. Ausserdem soll die Software sehr fehlersicher sein und vor Auslieferung mindestens 500 Stunden getestet werden.

Hintergrundebene mono- chrom oder Videosignal

CD-I bietet dem Programmentwickler grosse Flexibilitaet. Er kann zwischen der parallelen Darstellung verschiedener Audioqualitaeten, Bildaufloesungen, stehenden oder bewegten Bildern sowie verschiedenen Bildcodiertechniken waehlen. Beispielsweise lassen sich bis zu 16 Audiokanaele parallel implementieren, was in einer international einzusetzenden Anwendung ein Umschalten zwischen verschiedenen Sprachen erlaubt. Einziger Flaschenhals ist der Platz im Datenkanal, was die Wahl des Qualitaetsniveaus und den Grad der Parallelitaet fuer einige Anwendungen entscheidend machen kann. Hier muss der Entwickler zwischen Disc-Kapazitaet, moeglicher Uebertragungsrate, Programmentwurf und Wiedergabequalitaet ausbalancieren.

Im Grafikbereich stehen vier unterschiedliche Bildcodierverfahren zur Verfuegung: RGB-5:5:5, DYUV, CLUT (Color Look Up Table) und RLE (Run Length Encoding). Insgesamt lassen sich vier verschiedene Bildebenen nutzen. Die erste ist die Cursor-Ebene, auf der sich ein einfarbiger Cursor definieren laesst. Dahinter koennen eine oder zwei bildschirmfuellende Ebenen liegen, die nach dem DYUV- oder CLUT-Verfahren codiert sind. Die Hintergrundebene kann einen monochromen Hintergrund oder ein Videosignal darstellen. Full- Motion-Video ist durch Einschub einer MPEG-Nachruestung (Motion Picture Expert Group) fuer etwa 500 Mark in den CD-I-Player integrierbar. Durch Kombination mehrerer Bildschirmebenen sowie durch viele verschiedene Einblend-, Ausblend- und Trickeffekte und die Option, Displays in Subscreens einzuteilen, bietet CD-I eine Fuelle von Darstellungsmoeglichkeiten.

CD-I-Anwendungen lassen sich auch im geschaeftlichen Bereich einsetzen. Fuer etwa 3900 Mark gibt es den portablen CD-I-350, der fuer kleinere Praesentationen oder als Verkaufsunterstuetzung an den Aussendienst gegeben werden kann. Ausserdem existieren spezielle CD- I-Geraete, die fuer professionelle Anwendungen gedacht sind und neben einem Diskettenlaufwerk zur Aufnahme veraenderlicher Daten (etwa Verkaufspreise) auch ueber Erweiterungs-Slots verfuegen, die beispielsweise die Integration eines CD-I-Players in ein lokales Netzwerk ermoeglichen. Auf jedem CD-I-Player lassen sich auch Audio-CDs und Photo-CDs abspielen.

CDTV und Amiga

Eine aehnliche Strategie wie Philips mit CD-I erprobte Commodore mit CDTV (Commodore Dynamic Total Vision). Ein Amiga-500 im CD- Spieler-Design ohne Maus und Tastatur, dafuer mit CD-ROM-Laufwerk sollte den Markt der Unterhaltungselektronik um Multimedia ergaenzen. Da die Verkaufszahlen fuer diesen intelligenten CD- Spieler weit hinter den Erwartungen von Commodore zurueckgeblieben sind, hat man das Konzept in Sachen Multimedia wieder geaendert: Zum einen wird mit Amiga-CDTV die Commodore Dynamic Total Vision nun als das deklariert, was es ist, naemlich als Computer, zum anderen setzt man auch auf die leistungsfaehigeren Maschinen der Amiga-Familie und bietet den Amiga 4000 als Multimedia-Geraet an. Der Amiga 4000/040 wird von Commodore als das zukunftssichere High-end-Multimedia-Geraet angepriesen. Er bietet Spezialchips, die parallel zum Hauptprozessor Bildaufbau, Tonerzeugung und Verwaltung der rechnerinternen Kommunikation steuern, sowie echtes Multitasking, eine offene Systemarchitektur und PAL-Fernsehnorm.

Der Amiga-CDTV ist eine Synthese aus CD-Player und Amiga. Er kann an ein handelsuebliches Fernsehgeraet angeschlossen werden. Das CD- Laufwerk verarbeitet neben den CDTV-CDs auch CD-DA (Digital- Audio), CD+G (Audio-CDs mit Grafikbegleitung) und CD+MIDI (Audio- CDs mit Midi-Informationen zum Ansteuern externer Synthesizer). Die erforderlichen Sound- und Grafikchips sind, wie in allen anderen Amigas auch, serienmaessig integriert. Vidosequenzen lassen sich mittels eines Commodore-eigenen Verfahrens einbinden: CDXL erlaubt eine Wiedergabe von 16 Bildern in der Sekunde auf einem Drittel des Displays. Obwohl die Bildinformation nicht komprimiert wird, kann man durch ein spezielles Verfahren von CDTV (scatter reading) bis zu 70 Minuten Video auf einer CD speichern.

Mit Amiga-CDTV laesst sich das durchaus umfangreiche Software- Angebot rund um Commodore Amiga nutzen, was die Auswahl an CDTV- Titeln betrifft, so beschraenkt sich diese noch immer in erster Linie auf die Kategorien Musik, Freizeit und Hobby.

Sun - Multimedia auf Workstations

Die Ausrichtung der bisher vorgestellten Multimedia-Plattformen ist in erster Linie direkt auf den einzelnen Benutzer zu sehen. Das Konzept von Sun Microsystems dagegen zielt auf Multimedia- Groupware als integrierte Unternehmensloesung. Multimedia soll nicht nur die Arbeit am Einzelplatz erleichtern, sondern der Teamarbeit und der firmenuebergreifenden Kommunikation dienen. Multiuser, Multitasking, Multimedia heissen die Schlagworte.

Um diesem Konzept gerecht zu werden, bietet Sun Multimedia-faehige Workstations an, dient ausserdem mit einer offenen Entwicklungsumgebung und bemueht sich um entsprechende Third-Party- Produkte. So bietet das Unternehmen folgende fuer Multimedia und entsprechende Groupware nutzbare Komponenten: CD-ROM-Laufwerk, Ethernet-Anschluss, Multitasking-Faehigkeit, Multimedia-Mail, hochaufloesende Farbgrafik, Mikrofon, standardmaessig integrierte Audiofaehigkeit, Integration von ISDN und Telefon, Spracherkennung, Video-Hard- und Software, Autorensysteme und Hypermedia-Tookits etc.

Auf dem Multimedia-Sektor sehr hervorgetan hat sich auch die Firma Silicon Graphics mit ihren Indy-Workstations.

Der Multimedia-PC

Der Multimedia-PC-Standard (MPC) wurde 1991 von Microsoft und einer Reihe weiterer Hersteller ins Leben gerufen, um eine allgemeingueltige Basis fuer einen Multimedia-faehigen Personal Computer zu definieren. Damit sich jeder PC, der mindestens einen 80386-Prozessor hat, zum MPC aufruesten laesst, werden verschiedene Multimedia-Upgrade-Kits angeboten. Ein solches besteht aus einem CD-ROM-Laufwerk, einer Audiokarte und der Windows-Multimedia- Software.

Diese Software, die in Windows 3.1 zum groessten Teil bereits enthalten ist, umfasst insbesondere Geraetetreiber fuer den Zugriff auf Multimedia-Geraete sowie eine Software-Schnittstelle, um deren Multimedia-Applikationen anzusprechen.

Die Datenformate sind unter der Bezeichnung RIFF (Resource Interchange File Format) definiert, die Software-Schnittstellen, die die Multimedia-Peripherie und -Funktionen unterstuetzen, werden mit DV MCI (Digital Video Media Control Interface) betitelt.

Digitale Videos lassen sich mit entsprechenden Hardware- Ergaenzungen integrieren oder rein softwarebasiert mittels Microsofts AVI (Audio Video Interleaved) einbinden, das derzeit eine Auf-loesung von 160 mal 120 Bildpunkten bei 15 Bildern pro Sekunde unterstuetzt. Zum Entwickeln von Multimedia-Anwendungen bietet Microsoft das "Multimedia Development Kit" an, das die noetigen Werkzeuge zum Testen und Programmieren enthaelt.

Der MPC bietet einen preiswerten Einstieg in die Multimedia-Welt fuer einen Grossteil der PC-Benutzer. Da PC-Architektur und - Betriebssystem urspruenglich nicht fuer multimediale Anwendungen gedacht waren, muessen jedoch erhebliche finanzielle Investitionen fuer Erweiterungen und Optimierungen getaetigt werden, soll der MPC als Basis fuer professionelle Anwendungen dienen.

IBM Ultimedia

Unter dem Begriff "Ultimedia" fasst IBM alle ihre Produkte und Services im Multimedia-Bereich zusammen. Das Unternehmen hat sich nicht dem MPC-Council angeschlossen, sondern eine andere Spezifikation fuer die eigene Hard- und Software entwickelt, die deutlich auf einen anderen Markt zielt als auf den der privaten PC-Benutzer, die der MPC ansprechen soll. Der erste Ultimedia-PC, den IBM auf den Markt brachte, war der IBM PS/2 M57 SLC, gefolgt von den Modellen DV M57 und M77. Die Hardware unterscheidet sich insofern von der Minimalkonfiguration des MPC, als dass der CD- ROM/XA-Standard sowie ADPCM und JPEG unterstuetzt werden und ausser einem Video Graphics Adapter (VGA) auch der Extended Graphics Adapter (XGA) eingesetzt wird. Als Systemsoftware wird OS/2 2.0 geliefert - erweitert um den Multimedia Presentation Manager/2 (MMPM/2) und ein Multimedia Developer's Toolkit. Ausserdem bietet OS/2 ein Digital Video Media Control Interface (DV MCI), das von den OS/2-Multimedia-Extensions sowie dem MMPM unterstuetzt wird und die Einbindung von digitalem Video in unterschiedlichen Formaten ermoeglicht, falls sie auf dieser Software-Schnittstelle aufsetzen. Mit IBM Photo Motion laesst sich Digitalvideo, aehnlich wie mit Microsofts AVI, ohne zusaetzliche Hardware wiedergeben. Programmpakete wie Link Way, Audio Video Connection (AVC) und Audio Visual Authoring (AVA) runden das Bild ab und bieten Moeglichkeiten zum Erstellen eigener Praesentationen und umfangreicher Multimedia-Anwendungen, mit denen sich auch externe Geraete ansteuern lassen.

Mwave

IBM, Texas Instruments und die Softwarefirma Intermetrics gaben im Fruehjahr 1992 ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines PC- Subsystems namens Mwave bekannt, das auf einem DSP (Digital Signal Prozessor) von Texas Instruments basiert. DSPs sind Prozessoren, die sich besonders zum Bearbeiten multimedialer Anwendungen eignen, da sie Signale in Echtzeit verarbeiten koennen. DSPs werden in IBM-Ultimedia-PCs bereits eingesetzt, um sowohl Audio- als auch Videodaten zu komprimieren oder dekomprimieren. Mit Mwave sollen saemtliche multimedialen Verarbeitungsprozesse, fuer deren Ausfuehrung heute noch viele verschiedene Zusatzkarten benoetigt werden, auf einem einzigen, hierfuer optimierten Subsystem abgehandelt werden. Angestrebt ist, die Mwave-Plattform zu einem offenen Standard fuer Multimedia-Computer der 90er Jahre zu machen. Intermetrics entwickelt fuer das DSP-System ein Multitasking- Betriebssystem, das Schnittstellen zu DOS, Windows, OS/2 und anderen Betriebssystemen bieten soll.

Sony Data Discman

Das erste "Personal Information System" fuer Leute unterwegs, der "Data Discman DD-10 BZ" wird haeufig bei den Plattformen fuer Multimedia eingereiht. Grund dafuer ist sicher, dass er seine Daten von 8-Zentimeter-CDs liest, die im CD-ROM/XA-Format beschrieben sind. Tatsaechlich aber ist der DD-10 eine portable CD-ROM- Datenbank, die mit folgenden Funktionen ausgestattet ist: Optische und akustische Wiedergabe von Sprach- und Musikinformationen, Speicher fuer Telefonnummern, Notizen, Terminen, Weltzeit- und Normaluhr, Kalender und Taschenrechner. Der DD-10 laesst sich nicht programmieren, das Retrieval-System zur Datenbankrecherche ist im EPROM untergebracht. Der Preis fuer den DD-10 betraegt 1198 Mark. Derzeit werden mehr als 30 sogenannte Electronic-Book-Titel fuer den Discman angeboten.