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29.07.1994

Blick fuer das Machbare

Der Juli 1994 scheint nicht geeignet fuer Trendprognosen. Woran orientieren sich DV/Org.-Leiter, wenn sie widerspruechliche Meinungen ueber die Marktchancen ihrer langjaehrigen IT- Hauptlieferanten hoeren und gleichzeitig mit Wischiwaschi- Argumenten in bezug auf die Rolle des IS-Managements beim Business Re-Engineering konfrontiert werden? Fast koennte man ihnen raten, es mit den drei Affen zu halten: nichts hoeren, nichts sehen, nichts sagen. Das waere jedoch Harakiri - und hoffnungslos verworren ist die Lage nicht. Die Aufgabe lautet, im technischen, infrastrukturellen Bereich den moeglichen Grad an Klarheit herzustellen und mit Blick auf die Unternehmensstrategie das Wuenschenswerte und Machbare zu benennen.

Die Probleme sollen nicht verharmlost werden. Sie sind in der Zielfrage groesser als im technischen Bereich. Wohin soll die Reise gehen? Wie hat man sich das neue Unternehmen vorzustellen? Es gibt unter den Management-Gurus der "Information Society" lediglich keinen Dissens darueber, dass nur der Wandel sicher ist. Das gilt fuer das Tagesgeschaeft wie fuer das Business in den Maerkten von morgen.

Doch die Aufregung um den Information-Highway hat sich gelegt, die Leute beginnen zu fragen: Was soll das alles? Ist Multimedia am Ende ein weiteres Beispiel fuer die klaegliche Marktpolitik der IT- Anbieter? Niemand hat indessen ein Interesse daran, den Multimedia-Boom fuer beendet zu erklaeren, bevor der neue Branchenmotor ueberhaupt angesprungen ist.

Nein, Jeder-mit-jedem-Kommunikation ohne Medienbrueche wird uns als lohnendes Ziel erhalten bleiben, und es sollte nicht wundern, wenn der Markt tatsaechlich bald zu boomen beginnt. Noch befindet sich das "Global Village" im Experimentierstadium, ist die Technik nicht ausgereift. Hinzu kommen Akzeptanzprobleme. Das ist weder ein Grund, ueber Multimedia den Stab zu brechen, noch ein Grund, die Interessenten mit Marketing-Spruechen vollzulabern. IT-Manager sollten sich mit Multimedia beschaeftigen - ihr Know-how wird gebraucht.

Weniger heikel sind aktuell anstehende Technikentscheidungen, auch wenn sie Urteile ueber prominente Verlierer einschliessen. In letzter Zeit sind Branchendenkmaeler wie IBM, Digital und SNI mehr durch rigorose Sparprogramme aufgefallen als durch eine nach vorn gerichtete Unternehmenspolitik. Das schlug sich in den Berichten der Tages- und Wirtschaftspresse nieder. Dort erlebten IBM, Digital und SNI ihr Waterloo, was die Sache fuer IT-Manager in Unternehmen nicht einfacher macht.

Die Notwendigkeit von Kostenkuerzungen wird nicht bestritten - verstaendlich denn auch die Sorge vieler Anwender, sie koennten einen Service- und Supportentzug zu spueren bekommen, weil weniger Herstellerpersonal zur Verfuegung steht. Als Konsequenz der Migration von proprietaeren zu offenen Systemen muss dies in Kauf genommen werden. Ansonsten sollte die Not der Anbieter kein Nachteil sein. Im Gegenteil: IBM & Co. bemuehen sich wieder um die Kunden. Man spuert dies allenthalben.