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05.12.1997 - 

Fundierte Ausbildung erleichtert den Einstieg in die Multimedia-Welt

Blick über den Tellerrand des eigenen Unternehmens

1,2 Millionen Arbeitsplätze werden gesichert und 200000 geschaffen - wenn die Bundesrepublik in den nächsten 15 Jahren konsequent auf Multimedia setzt, so das Ergebnis einer Studie von Arthur D. Little. Dieser Prognose mochten sich die Teilnehmer einer Podiumsdiskussion im Münchner Arbeitsamt über die Berufsperspektiven im Multimedia-Umfeld jedoch nicht ohne weiteres anschließen. "Ich habe Zweifel, ob beispielsweise die Multimedia-Producer so stark nachgefragt werden wie prognostiziert", so Werner Brendli vom Münchner Arbeitsamt.

Ein Grund mehr, den etwa 150 Interessierten, die ins Berufsinformationszentrum der Münchner Behörde gekommen waren, eine realistische Einschätzung von "Markt, Trends und Perspektiven", so der Untertitel der Veranstaltung, zu geben.

Die Experten betonten, daß eine fundierte Ausbildung traditioneller Art auch für die Multimedia-Branche unabdingbar sei. Multimedia-Wissen, so Brendli, könne man draufsetzen. Andrea Stein vom Kölner Institut "Ausbildung in Medien" (aim) nannte beispielhaft die Studiengänge Informatik, Grafikdesign, Journalismus oder auch ein Lehramtsstudium als Ausbildungsvoraussetzungen für den Einstieg in die Multimedia-Branche. Sie forderte aber eine stärkere multimediale Ausrichtung der Studiengänge.

Aus seiner Sicht ergänzte der Münchner Multimedia-Unternehmer Siegfried Kögl das Anforderungsprofil: "Auch im Multimedia-Bereich sind Erfahrungen aus den klassischen Medien, vor allem den Printmedien, sehr wichtig." Schon während des Studiums sollten angehende Multimedia-Spezialisten die Szene kennenlernen, etwa über Praktika oder Volontariate.

Ganz wichtig in diesem Bereich: learning by doing. Vor allem Sybille Fleischmann von Microsoft riet denen, die einen Multimedia-Job wollen, sich bei jeder Gelegenheit mit dem Internet vertraut zu machen, "auch wenn es nur darum geht, zu lernen, für den Schwimmverein eine Homepage zu gestalten". In der Online-Welt gebe es sehr viele Mitarbeiter mit den unterschiedlichsten Ausbildungen, die sich das nötige Wissen selbst angeeignet hätten.

Neben dem Berufsstart über ein Studium steht der Einstieg auch über die klassische dreijährige Berufsausbildung offen. Seit August 1996 gibt es drei betriebliche Ausbildungen, die für Multimedia-Positionen qualifizieren: Werbe- und Medienvorlagenhersteller, Mediengestalter Bild und Ton sowie Film- und Video-Editor.

Unabhängig davon, ob ein Kandidat von der Hochschule kommt oder eine Lehre absolviert hat: - eines haben beide Ausbildungen gemeinsam: Danach ist nicht etwa Schluß mit Lernen, sondern dann geht es erst richtig los. Übereinstimmend beschrieben die Teilnehmer Multimedia als eine Branche, in der es auf ständigen Wissenserwerb ankommt. Auf die Frage eines jungen Mannes aus dem Publikum, wie denn die Berufschancen eines 45jährigen aussähen, antwortete Kögl, daß nur die ständige Auseinandersetzung mit den Entwicklungen außerhalb des eigenen Unternehmens das Überleben sichere. Mitarbeiter und Arbeitgeber säßen somit im gleichen Boot.

Birgit Harprath, Rundfunkjournalistin und Vertreterin der IG Medien, sprach die Risiken an, die die neue Branche mit sich bringt. Im Ergebnis würden freiberufliche Tätigkeiten oder selbständige Arbeit gerade in diesem Bereich zunehmen. Doch auch wenn momentan ein schöner Verdienst locke, sollten sich die Freien und Selbständigen vorher genau über die Gefahr ihrer sozial nicht abgesicherten Tätigkeit informieren.

"Multimedia - Jobknüller oder Jobkiller?" So eindeutig wollten sich die Teilnehmer der Diskussion nicht festlegen. Für aim-Mitarbeiterin Stein wird Multimedia ein fester Markt mit einer bestimmten Produktpalette werden. Eines, so Kögl und Rudolf Haggenmüller vom Forschungsinstitut für angewandte Softwaretechnologie (Fast), fordere dieser Markt auf alle Fälle: eine andere Einstellung zur Arbeit als die, die in Deutschland noch verbreitet sei. Volles Engagement und Flexibilität seien unabdingbar.