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26.11.1976 - 

Diplom-Kaufmann Einar Scholz

Blockzeitenverkauf bei VM pro und contra

26.11.1976

Wenn ein EDV-System durch hauseigene Arbeiten nicht genügend ausgelastet werden kann, kann es sinnvoll sein, Zeiten auf dem eigenen System zu verkaufen. Dies kann entweder in Form von Blockzeiten geschehen (hier kauft der Kunde eine bestimmte Anzahl von Systemstunden in einem Block und steuert das gesamte System selber) oder in der Form, daß der Kunde im Multiprogramming-Betrieb parallel zu den hauseigenen Arbeiten einzelne Jobs mit abwickelt. Diese Form der EDV-Mitbenutzung ist allerdings seltener, weil sie erhebliche Softwareprobleme bereitet.

VM-Betriebssystem und Blocktzeitverkauf

Im Rahmen der Bestellungen der neuen IBM-Systeme /370-138 und /370-148 werden sich viele Benutzer für das System VM entscheiden, um die Vorteile der Online-Programmierung unter CMS zu nutzen. Wenn Online-Programmierung, TP und Batch-Läufe unter VM mit DOS/VS während des Tages gefahren wird, ergibt sich eine recht beträchtliche Systemlaste so daß mancher Benutzer liebend gerne eine /370-148 statt einer /370-138 nehmen würde bzw. diese schon bestellt hat. In den Abend- und Nachtstunden kann er dann das schnelle System nicht genügend nutzen. Es stellt sich dann die Frage, ob man unter der Steuerung des Systems VM Blockzeitenverkauf betreiben soll oder nicht.

Im Prinzip ist dies unter dem System VM problemlos möglich, wenn das VM erst einmal seine Anfangsschwierigkeiten überwunden hat. Mehrere virtuelle Maschinen können mit mehreren Betriebssystemen vollkommen parallel gefahren werden. Einschränkungen sind nur durch die Ressourcen des Systems selbst gegeben. Die einzelnen Maschinen behindern sich gegenseitig nicht, sie konkurrieren lediglich um die Systemressourcen.

Durch die Verwendung des Systems VM ist es recht einfach möglich, ein Gemeinschaftsrechenzentrum für zwei oder mehr Benutzer zu ermöglichen, so daß sich ganz neue Möglichkeiten in dieser Hinsicht bieten. Allerdings sollte eine sehr genaue Last-Analyse anhand der zu erwartenden Verarbeitung gemacht werden. Die Teilung des größeren Systems kann auch untertags vorgenommen werden, ohne daß sich die einzelnen Benutzer nicht überdimensional einschränken müssen, vorausgesetzt, daß genügend Speicher etc. vorhanden ist. Viele Besteller einer /370-148 werden sehr schnell merken, wie gut sich 2,0 Megabytes auswirken würden, wenn sie erst einmal VM installiert haben und damit Online-Programmierung betreiben wollen.

Es ergeben sich allerdings eine Reihe von Problemen, die man bei einer derartigen Organisationsform (egal ob nun mit oder ohne VM) zu berücksichtigen sind:

1. Ein geeignetes Abwicklungs- und Kontrollsystem muß geschaffen werden. Die heutigen Accounting-Informationen sind speziell bei VM noch unzureichend aus der Sicht des Benutzers.

2. Die Belange des Datenschutzes sind zu berücksichtigen. Hier ist sicherzustellen, daß wirklich kein Benutzer auf Bestände des anderen zugreifen kann. Hier kommt es darauf an, daß man die zur Verfügung- stehenden technischen Möglichkeiten richtig anwendet und entsprechende Kontrollmaßnahmen aufbaut.

3. Vertragliche Regelungen Über die Systembenutzung sowie die Abrechnungsverfahren müssen geschaffen werden. Wenn der Benutzer das System exklusiv für sich benutzt, ist grundsätzlich eine andere Situation gegeben, als wenn er gemeinsam mit mehreren anderen Benutzern unter VM fährt.

4. Eine Systemverfügbarkeitskontrolle muß eingeführt und peinlich genau überwacht werden. Es muß gewährleistet sein, daß das System nur von qualifizierten Operatoren gefahren wird. Halb ausgebildeten Operatoren, gelingt es sehr leicht, das System VM zum Zusammenbruch zu bringen. Die Operatoren müssen einfach lernen, mit einem derart komplexen System umgehen zu können.

5. TP-Systeme lassen sich allerdings nach wie vor nur sehr schwer koordinieren. Hier müßte man sich schon auf ein gemeinsames TP-Steuersystem einigen mit gemeinsamen TP-Bibliotheken und Programm-Bibliotheken, was nicht jedermanns Sache ist, weil doch sehr große Widerstände in den einzelnen Unternehmen zu überwinden sind.

Wenn die Überlegungen des Blockzeit-Verkaufs bzw. eines Gemeinschaftsrechenzentrums richtig angestellt werden, kann sich dies für alle beteiligten Unternehmen durchaus auszahlen, indem sie per Saldo ihre EDV billiger betreiben, als wenn beide Unternehmen über eine halb leerstehende Anlage verfügen.