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19.01.1996 - 

Hosts fuer Data-Warehouse-Konzepte untersucht

Bloor Research legt Vergleich von 14 SMP/MPP-Servern vor

In einem "The Parallel Computers" betitelten ausfuehrlichen Abschnitt des Reports untersucht Bloor Research Host-Systeme von 14 Herstellern. Bei allen handelt es sich um SMP- (SMP = Symmetrical Multiprocessing) beziehungsweise um MPP-Maschinen (MPP = Massively Parallel Processing). Die beiden Autoren der Studie, Mike Norman und Peter Thanisch, wollen den Anwendern Richtlinien fuer die Beurteilung aktueller Angebote aus dem Bereich paralleler Datenbank- und Rechnersysteme geben. Insbesondere Interessenten, die sich nach Maschinen zur Loesung von "suchintensiven" Aufgaben im Rahmen von Data-Warehouse-Konzepten umsehen, bietet die Studie detaillierte Ratschlaege fuer Kaufentscheidungen.

AT&T - "5100 Server": Die Vorgeschichte der 5100-Maschinen beginnt bei Teradata. Deren Datenbank lief urspruenglich auf Intel- Computern mit der Bezeichnung "DBC1012". 1991 uebernahm National Cash Register (NCR) Teradata. Schon vorher hatte der Kaeufer die strategische Entscheidung getroffen, seine gesamte Rechnerpalette auf Intel-Prozessoren abzustellen. Fuer die Topmaschinen, die "3600"-MPP-Rechner, war das Teradata-Datenbanksystem gedacht. Es besitzt allerdings einen Nachteil: Auf den Prozessoren, auf denen die Teradata-Datenbank laeuft, muss auch das proprietaere Teradata- Betriebssystem eingesetzt werden.

1992 kaufte AT&T NCR auf, das fortan unter der Bezeichnung AT&T Global Information Solutions firmierte. Kurz vor der Uebernahme kuendigte NCR mit dem "3700"-Modell erstmals ein offenes MPP-System an.

Auf den Markt kam Mitte 1995 ein anderes, aber aehnliches Produkt, die 5100-Rechnerlinie. Diese umfasst SMP-Modelle, geclusterte SMP- Rechner und schliesslich MPP-Maschinen.

Etwas problematisch, so die Bloor Group, ist, dass die neuen Server einige Hardware-Eigenschaften aufweisen, die mit der Teradata- Datenbank sehr gut harmonisieren, bei anderen Charakteristika aber weniger reibungslos mit der Datenbank zusammenarbeiten. Waehlten Anwender mit dem zwar proprietaeren Konzept der 3600/Teradata- Loesung ein exakt aufeinander abgestimmtes Hard- und Softwaresystem, ist es deshalb fraglich, ob die Teradata-Datenbank heute noch mit anderen DBMS-Produkten konkurrieren kann.

Bloor argumentiert aber, dass AT&T mit der installierten Basis der Teradata/"3X00"-Installationen bereits ueber eine solide Kundenbasis verfuegt. Mit den 5100-Modellen besitze das Unternehmen darueber hinaus eine Maschine, auf der unterschiedliche DB-Produkte laufen.

Das MPP-Modell 5100M besteht aus einer Reihe von Rechnerknoten. Bei diesen handelt es sich eigentlich um 5100S-SMP-Systeme, die ueber das sogenannte "BY-Net" verbunden sind. Mindestens vier und maximal 32 Prozessoren pro Knoten sowie bis zu 16 Knoten fuegen sich beim MPP-System 5100M zu einer Hoechstzahl von 512 Prozessoren zusammen.

Die 5100-Knoten seien ausgesprochen flexibel, urteilt Bloor. Pro Rechnereinheit lassen sich bis zu 4 GB an Arbeitsspeicher sowie bis zu 40 Platten (mit jeweils 4 GB Kapazitaet) oder 14 Raid- Platten-Arrays mit je 20 4-GB-Festplatten zuordnen.

Fuer die Skalierbarkeit von Rechnern ist von entscheidender Bedeutung, wie die Verbindung zwischen den Rechnerknoten beschaffen ist. Diese Kommunikationsstraenge sind in Form von Bus- Systemen oder - wie unter anderem im Falle der AT&T-Maschinen - als Punkt-zu-Punkt-Verbindungen ausgelegt. Die Bandbreite von 20 MB/s der 5100-Verbindungen ist dabei im Vergleich zu Konkurrenzsystemen, die mit ueber 170 MB/s aufwarten koennen, nicht berauschend.

Das schon angejahrte BY-Net-Konzept, so die Bloor-Analysten, stellt denn auch das schwache Glied der 5100-Architektur dar. Viele moderne Datenbankprodukte seien auf hohe Bandbreiten ausgelegt. Fuer Anwender, die sich fuer DBMS-Produkte etwa von Informix oder Oracle interessieren, duerfte dieser Schwachpunkt der 5100-Maschinen also von Bedeutung sein. Bloor raet potentiellen Kaeufern, sich vorher bei AT&T ueber moegliche Verbindungsalternativen zu informieren.

In Sachen Ausfallsicherheit hatten die aelteren Teradata-Maschinen noch einiges zu bieten, waren doch praktisch alle wesentlichen Komponenten doppelt ausgelegt. Die 5100-Parallelrechner sind diesbezueglich nicht so aufwendig ausgestattet. Schutz vor Festplattenausfaellen bietet das optional erhaeltliche Software-Tool "Disk Array plus", mit dem AT&T softwaremaessig die Raid-Level 0 und 1 realisiert.

Um Grosssysteme wie MPP-Anlagen zu handhaben und zu kontrollieren, bedarf es vor allem auch geeigneter System-Management-Werkzeuge. AT &T bietet hierfuer "One Vision". Mit diesem Tool lassen sich zum einen Netz-Management-Aufgaben, zum anderen aber auch die Administration der Server sowohl in Clustern als auch in MPP- Umgebungen erledigen.

Die Integration von 5100-Systemen in existierende DV-Umgebungen laesst sich ueber Ethernet-, FDDI-, Token-Ring- und ATM-Adapter bewerkstelligen. Auf den Allzweck- beziehungsweise General- Purpose-Maschinen laeuft das AT&T-eigene Unix-Derivat "AT&T Unix V.4 MPRAS".

Auf den 5100-Modellen laufen neben der Teradata-Datenbank auch Informix DSA, Oracle 7 und der Navigation Server von Sybase, die im Parallelbetrieb ueber Knoten hinweg eingesetzt werden koennen. Allerdings verhalten sich die Sybase- und Teradata-Produkte auf einer SMP-5100S-Maschine wie Shared-Nothing-Datenbanken. Informix und Oracle 7 benutzen hingegen einen gemeinsamen Cache-Speicher. Unterstuetzte TP-Monitore: "Tuxedo", "Encina" und AT&Ts eigenes Produkt "Top End".

*Der Report "Parallel Database Technology - An Evaluation and Comparison of Scalable Systems" von der Bloor Research Group wird in Deutschland fuer 1950 Mark von der Genias GmbH, Neutraubling, vertrieben. (wird fortgesetzt)

Bloor Pruefling

Bloor untersuchte folgende SMP/MPP-Rechner:

- AT&Ts "5100S" und "5100M" (diese CW-Ausgabe),

- Convex' "Exemplar",

- Crays "CS 6400",

- DECs "Alphaserver 8400",

- IBMs "RS/6000 SP",

- ICLs "Goldrush",

- Meikos "CS2 HA",

- Ncubes "Ncube 2" und "Ncube 3",

- Pyramids/SNIs "RM1000",

- Sequents "Symmetry 5000",

- SGIs "Challenge",

- Tandems "Himalaya",

- Unisys "Opus" und

- White Cross' "WX9000".

(Die weiteren Systeme werden in den folgenden CW-Ausgaben beschrieben.)

Bewertungsmassstaebe

Bloor beurteilte die Parallelrechner nach folgenden Kriterien:

- Allgemeine Produkteigenschaften,

- Ausbauoptionen der Hardware,

- Auswahlmoeglichkeiten bei der individuellen Konfiguration der Systeme,

- Fehlertoleranzverhalten,

- System-Management,

- Einbindung in bestehende Computerumgebungen sowie

- Menge und Qualitaet der verfuegbaren Software.