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11.11.2004

Bluetooth arbeitet an der eigenen Zukunft

Höhere Transferraten, Multicasts und verbesserte Sicherheits-Features sollen Bluetooth fit halten und Konkurrent UWB in Schach halten.

Die Bluetooth Special Interest Group (SIG) hat in einer auf drei Jahre angelegten Roadmap die nähere Entwicklung des Kurzstreckenfunks Bluetooth an-gekündigt. Gleichzeitig will die SIG mit der Roadmap die Zukunftsfähigkeit von Bluetooth im Vergleich zu neu-en Technologien wie etwa Ultrawideband (UWB) un-ter Beweis stellen. Erste UWB-Produkte werden 2005 erwartet und versprechen Datenraten von bis zu einem Gbit/s.

Bluetooth dagegen erreicht in der jüngst verabschiedeten Spezifikation 2.0 mit der Enhanced Data Rate (EDR) lediglich Übertragungsraten von 3 Mbit/s. Im Vergleich zur bisher verwendeten Spezifikation 1.2 mit 1 Mbit/s ist das dennoch eine Verdreifachung der Geschwindigkeit. Entsprechende Produkte dürften im Sommer 2005 erhältlich sein.

Neue Applikationen mit Quality of Services

Während in diesem Jahr der Fokus auf der Steigerung der Transferrate lag, widmet sich die SIG im nächsten Jahr der Erweiterung der Bluetooth-Funktionalität. Laut Michael Foley, Executive und Technical Director der Gruppe, stehen dabei Verbesserungen in Sachen Sicherheit, Quality of Services sowie Strom-verbrauch im Vordergrund. Dies soll neuen Anwendungen wie etwa Streaming-Applikationen zugute kommen. Das Software-Update soll bereits im ersten Quartal 2005 fertig sein, so dass Prototypen vermutlich im vierten Quartal des kommenden Jahres verfügbar sind.

Im vierten Quartal 2005 steht dann die nächste Softwareerweiterung an: Bluetooth soll das Senden von Multicasts lernen. Auf diese Weise kann der Benutzer eines Bluetooth-Geräts mit sieben anderen Devices gleichzeitig kommunizieren, was etwa die Einführung von Multiplayer-Spielen auf Handys und anderen Devices erlaubt. Heute ist nur die Kommunikation mit einem Partner möglich. Ferner soll dieses Update neue Features in Sachen Privacy beinhalten und eine größere Reichweite der Bluetooth-Geräte sicherstellen. Bis der Anwender allerdings diese Neuerungen im Alltag nutzen kann, muss er sich noch gedulden: Die SIG rechnet mit ersten Prototypen im vierten Quartal 2006.

Angesichts dieser Pläne sehen Analysten Bluetooth für die nächsten Jahre gut gerüstet zum Wettstreit mit neuen Technologien wie UWB. Zumal Craig Mathias, Analyst bei der US-amerikanischen Farpoint Group, vor UWB-Euphorie warnt. Zwar verspreche die neue Technologie Datenraten bis zu 1 Gbit/s, doch mit einer breiten Markteinführung sei frühestens 2007 zu rechnen. Eine Meinung, die Ken Dulaney, Analyst bei Gartner, durchaus teilt. Allerdings findet er auch kritische Worte für die Arbeit der SIG und ermahnt diese, es nicht bei den jetzt vorgestellten Verbesserungen bewenden zu lassen, sondern auch das Thema Interoperabilität zwischen Bluetooth-Endgeräten verschiedener Hersteller anzugehen.

Noch hapert es mit der Interoperabilität

Noch immer, so der Gartner-Analyst, sei beispielsweise die Ankoppelung eines Handys an ein Notebook aufgrund fehlender Standard-Benutzer-Interfaces unnötig kompliziert. Zudem fehlt Dulaney jedes Verständnis dafür, dass es in der SIG noch immer viele Hersteller gibt, die Interoperabilitätstests in Sachen Bluetooth schlicht ablehnen. Eine Haltung, die in der Tat kaum nachzuvollziehen ist, wenn man etwa bedenkt, dass beispielsweise der Erfolg von WLANs erst möglich wurde, als sich die in der Wifi Alliance zusammengeschlossenen Hersteller auf ein gemeinsames Kompatibilitätslogo einigten. (hi)