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14.06.1985 - 

Mittelständische Industrie ist Hauptnutznießer der Fördergelder gewesen

BMFT: Mikroelektronikprogramm ein Erfolg

BONN (cw) - Zu einer ausgesprochen positiven Bilanz kommt das Bundesforschungsministerium (BMFT) bei der Bewertung des Sonderprogramms "Anwendung der Mikroelektronik": Die Industrie hat die mit insgesamt 450 Millionen Mark dotierte indirekt-spezifische Fördermaßnahme rasch angenommen.

Wie aus dem zweiten Erfahrungsbericht des BMFT - erstellt durch das VDI-Technologiezentrum in Berlin - hervorgeht, wurden insgesamt 3115 Anträge bearbeitet, die zu 2430 geförderten Vorhaben führten. Rund 30 Prozent der Antragsteller haben mehrerer Anträge gestellt, alles in allem wurden 1740 Unternehmen gefördert. Nach Einschätzung des BMFT ist der Einfluß des Programms auf die Dienstleistungsunternehmen und Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes höher anzusetzen, als dies in der Zahl der geförderten Firmen zum Ausdruck kommt: In der Regel hätten nämlich die Zuschußempfänger ihrerseits System- und Softwarehäuser, Ingenieur- und Beratungsbüros, private und öffentliche Institute, Leiterplattenhersteller mit Aufträgen betraut. Das Programm habe wohl auf 5000 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes ausgestrahlt. Somit sei die angestrebte Breitenwirkung erzielt worden.

Die Fördermaßnahme erreichte Firmen in allen Regionen der Bundesrepublik, wobei die geförderten weitgehend die Verteilung der Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes auf die Bundesländer widerspiegelten. Der Süden, so weist der Bericht aus, ist im Mikroelektronik-Programm mit hohem Anteil vertreten, da dort auch die meisten Anwenderfirmen zu finden seien. Doch auch Betriebe in den nördlichen Bundesländern hätten das Innovationspotential der Mikroelektronik in hohem Maße genutzt. Die Feinanalyse - eine Verteilung nach IHK-Bezirken - habe erbracht, daß auch Unternehmen aus strukturschwachen Regionen mit Mikroelektronik-Entwicklungen gut vertreten seien: Auf das Ruhrgebiet, das Zonenrand- und das Küstengebiet entfalle fast ein Viertel aller im Sonderprogramm geförderten Firmen.

75 Prozent der beantragten Projekte weist nach dem Bericht ein finanzielles Volumen unter 300 000 Mark auf, und nur 6 Prozent der Antragsteller haben die Fördermöglichkeit bis zur Höchstgrenze von

800 000 Mark in Anspruch genommen. 96 Prozent der Geförderten wiesen einen Umsatz von weniger als 200 Millionen Mark auf; diese erhielten 86 Prozent der bewilligten Mittel. Damit wurden - so stellt das BMFT zufrieden fest, vorherrschend kleine und mittelständische Unternehmen erreicht.

Die überwiegende Anzahl der geförderten Firmen, nämlich 55 Prozent, wird in der Rechtsform der GmbH geführt. Mit 18 Prozent seien auch relativ häufig Einzelunternehmen beteiligt, zumeist junge Entwicklungs- und Ingenieurfirmen mit einem erheblichen Potential für Produktinnovationen. Auch diese hohe Zahl von geförderten Vorhaben zeige, daß das zentrale Ziel des Programms "Anwendung der Mikroelektronik" - die breite Nutzung des in Innovationspotentials durch kleine und mittelständische Unternehmen - erreicht worden sei.

Neue Produktkonzeptionen erhielten nach Einschätzung des BMFT den entscheidenden Impuls zur Umsetzung, die wirtschaftliche Eigendynamik der Unternehmen wurde erhöht. Etwa ein Fünftel der geförderten Entwicklungen wurden in Betrieben durchgeführt, die bisher vornehmlich Auftragsentwicklungen und Beratungsleistungen durchgeführt haben. Neben der Unterstützung des Aufbaus von Produktlinien und neuer Produktzweige wurden diejenigen Firmen gefördert, die bereits über Fertigungskapazitäten verfügen und im Begriff sind, diese auszubauen.

Betrachte man die Ausgangslage vor der Förderung, so zeigt sich nach Ansicht des Forschungsministeriums, daß etwa ein Fünftel der untersuchten Unternehmen bisher nur über einen wesentlichen Umsatzträger verfügten. Mit dem Sonderprogramm sei die angestrebte Erweiterung der Produktpalette beschleunigt worden, und es hätten potentielle neue Umsatzträger entwickelt werden können. Bei 36 Prozent der befragten Firmen wurde die Mikroelektronik bisher nicht eingesetzt.

Die Fördermaßnahme habe insbesondere die mittelständische Industrie bei der Investitionsgüterentwicklung unterstützt: 56 Prozent zielten auf den industriellen Einsatzbereich ab, rund 10 Prozent machten jeweils die Kommunikationstechnik und die neuen Medien aus, und 8 Prozent gingen in Richtung Mikroelektronik-Produkte für Büro und Handel. Durch die neuen, vorwiegend meß- und regeltechnischen Geräte und Systeme werden auch vielfältige, für die Zukunft bedeutsame Anwendungen erschlossen, wie der Bericht besonders erwähnt, so zum Beispiel in der Medizintechnik und im Umweltschutzbereich. Hervorzuheben sei aber auch der breite Einsatz der Mikroelektronik in den Bereichen Büro und Handel, Haus und Haushalt sowie Fahrzeug und Verkehr. Zusammen mit Gesundheit und Umwelt machten sie mehr als ein Viertel, nämlich 27 Prozent, der durch das Sonderprogramm geförderten Entwicklungen aus.