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18.09.1992 - 

Vollständige Kontrolle im Hinblick auf geplante Beteiligungen

BMW hat jetzt auch den Rest der Softlab GmbH übernommen

MÜNCHEN (qua) - Die Softlab GmbH, München, ist ab sofort eine 98prozentige Tochter der Bayerischen Motoren Werke AG (BMW). Die firmeninterne Struktur und die Geschäftsführung bleiben davon bis auf weiteres unberührt.

Eigenen Angaben zufolge nahm der Automobilhersteller jetzt eine Option wahr, die ihm bereits eingeräumt worden war, als er Anfang dieses Jahres die Dreiviertelmehrheit an der Software-Company erwarb. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre hatte er sein finanzielles Engagement bei der Software-Company von zunächst zehn Prozent - im September 1987 kontinuierlich erhöht.

indem es das letzte Softlab-Viertel ebenfalls unter seine Kontrolle bringt, will das BMW-Management das Steuer des mit mehr als 700 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 146 Millionen Mark an siebter Stelle der Lünendonk-Liste rangierenden Unternehmens fester in die Hand nehmen. Bereits zum 1. Januar 1993 wird Softlab dem BMW-eigenen Finanz-Controlling unterworfen.

Die BMW AG erwartet von der Beteiligung an dem Software-Unternehmen unter anderem einen Zuwachs an SoftwareKnow-how innerhalb des Konzerns - um so mehr, als sie selbst Anwenderin von Softlab-Produkten ist. Die Übernahme fast aller Unternehmensanteile (lediglich zwei Prozent verbleiben bei den Softlab-Gründern Klaus Neugebauer und Gerhard Heldmann) hängt jedoch maßgeblich mit der für 1993 geplanten Akquisition einer US-amerikanischen Softwareschmiede zusammen.

350 Millionen Dollar für Beteiligung in USA

Wie berichtet (siehe CW Nr. 7 vom 14. Februar 1992, Seite 11: "BMW macht Softlab zur Basis eines eigenen Softwarebereichs"), ist der bayerische Automobilkonzern auf der Suche nach einem Software-Unternehmen in den USA, das bereit ist, seine Selbständigkeit aufzugeben. Die künftige Softlab-Schwester soll den Münchnern den Weg in den US-Markt ebnen. Dabei bevorzugt BMW solche Anbieter, die dort Entwicklungen vorzuweisen haben, wo das jüngste Softlab-Produkt, die Unix-basierte Anwendungsentwicklungs-Umgebung Maestro II, noch Lücken aufweist. Das ist vor allem im Front-end-Bereich der Fall. Der für die Akquise bereitgestellte Etat beläuft sich dem Vernehmen nach auf mindestens 350 Millionen Dollar. Wegen der überproportional hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung und den daraus resultierenden mageren Gewinnen hätte Softlab eine solche Summe allein nicht aufbringen können.

Übernahmegespräche führt der amtierende Softlab-Chef Neugebauer derzeit mit einer Reihe verschiedener US-Companies - darunter Bachman, Cognos, Intellicorp, Intersolv, Microfocus und Progress. Die Verhandlungen mit dem IEW/ADW-Anbieter Knowledgeware waren vor einigen Monaten gescheitert, weil die Amerikaner höher gepokert hatten, als BMW mitzugehen bereit war. Möglicherweise, so ein Softlab-Sprecher, wird BMW nicht ein einzelnes Unternehmen akquirieren, sondern mit einer Minderheitsbeteiligung bei verschiedenen Anbietern einsteigen.