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05.01.1990 - 

Signale aus dem Hauptquartier des bayerischen Automobilkonzerns

BMW möchte sich beteiligen: Spekulation um Nixdorf-Aktien

PADERBORN/MÜNCHEN (bk/cmd) - Während Nixdorf -Vorstandssprecher Horst Nasko kurz vor Weihnachten erstmals erklärte, man denke daran, "strategische Partnerschaften einzugehen, die das ganze Unternehmen mit einschließen", kommt ein neuer Name als potentieller Übernahmeinteressent ins Spiel: Die Münchener BMW AG.

So verlautete aus gewöhnlich gut informierten Kreisen aus der Umgebung des bayerischen Automobilbauers, daß sich der Vorstand des angeschlagenen Paderborner Konzerns, der Stiftungsvorsitzende Gerhard Schmidt als Vertreter der über die Mehrheit des Stammkapitals verfügenden Aktionäre so wie Ex-Vorstandschef Klaus Luft in der Vorweihnachtswoche mit den BMW-Bossen getroffen hätten, um den Deal perfekt zu machen. Als erste Konsequenz, so heißt es weiter, habe der Autokonzern bereits seine gesamten Investitionen im Bereich der dezentralen Datenverarbeitung für die nächsten Jahre auf Nixdorf abgestimmt.

Mit der Übernahme des Stiftungskapitals - die beiden Stiftungen Westfallen und Friedrich Graf Spee halten mehr als 50 Prozent des 280 Millionen Mark betragenden Stammkapitals, mehr als 25 Prozent liegt in der Hand der Familie Nixdorf (über die genaue Aufteilung hüllen sich beide Seiten in Schweigen ) - hätte sich BMW bereits die Mehrheit der stimmberechtigten Aktien und damit die unternehmerische Führung bei Nixdorf gesichert; Gerüchten zufolge soll aber inzwischen auch die Familie Nixdorf ihren Anteil am Stammkapital den Bayern verkauft haben.

Auf einer Betriebsversammlung kurz vor Weihnachten in Paderborn hatte der neue Nixdorf-Chef Nasko erklärt, am 22. Januar 1990 werde er dem Aufsichtsrat ein Konzept zur Sanierung vorlegen. Erstmals war dabei auch die Rede davon, daß der Vorstand neben der bereits praktizierten technologischen Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern nun auch strategische Partnerschaften in Erwägung gezogen würden.

Nasko räumte ein, daß man den Fehler gemacht habe, die Marktentwicklung in der Vergangenheit zu optimistisch eingeschätzt zu haben; im Zuge weiterer Kosteneinsparungen würden daher regionale Präsenzen außerhalb der Bundesrepublik überprüft.