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13.09.2002 - 

Immer mehr Internet- und Telematikanwendungen im Auto

BMW sucht weiterhin Informatiker

MÜNCHEN (CW) - Der Münchner Autokonzern BMW expandiert und sucht qualifiziertes Personal, gerade auch für die Hightech-Entwicklung.

Laut Geschäftsbericht war 2001 für die BMW Group "das mit Abstand erfolgreichste" Firmenjahr mit rund 880000 verkauften Autos und rund 95000 abgesetzten Motorrädern weltweit. Der Absatzrekord führte zur Einstellung von etwa 5000 zusätzlichen Mitarbeitern. BMW produziert nicht nur am Münchner Stammsitz, sondern auch in Dingolfing und Regensburg, in den US-amerikanischen Werken Spartanburg und Rosslyn sowie im britischen Oxford. Ab 2005 sollen die ersten Autos vom Band in der neuen Fabrik Leipzig/Halle laufen.

Individuallösungen bevorzugt

Marion Butz ist seit April 2002 in der Münchner Zentrale des Konzerns beschäftigt. Die junge Informatikerin entwickelt Softwarelösungen für die Autofertigung in den diversen BMW-Werken. Es ist ihre erste Stelle nach dem Fachhochschulabschluss. Der Anwendungsbezug Autoherstellung hatte für Butz weder während der Praxissemester noch bei der Diplomarbeit eine Rolle gespielt. Ein gravierender Nachteil sei dies indes nicht, berichtet sie: "Da wir hier vor allem Individuallösungen für die Autoproduktion entwickeln, muss sich zunächst jeder Neue einarbeiten, mit oder ohne Vorerfahrung im Fahrzeugbau."

Die Arbeitsgrundlagen wie objektorientierte Programmierung, Software-Engineering und Datenmodellierung hat die Informatikerin im Studium gelernt. Ein Vorbereitungsplan ihrer Abteilung sowie das allgemeine Berufseinstiegs- und Entwicklungsprogramm des Arbeitgebers helfen ihr nun, in die speziellen Aufgaben hineinzuwachsen: "Einige Zeit wird das schon dauern."

Wer bei BMW direkt nach der Hochschule zu arbeiten anfängt oder weniger als drei Jahre Berufserfahrung mitbringt, durchläuft ein flexibles Qualifizierungsprogramm, das auf die Anforderungen der jeweiligen Abteilung und auf Kenntnisse und Interessen der Young Professionals abgestimmt ist, berichtet IT-Recruiterin Alexandra Karg: "Ganz wichtig ist es, Schnittstellen mit angrenzenden Abteilungen und die Abläufe dort kennen zu lernen.

Denn wir brauchen Mitarbeiter, die bereichsübergreifend denken und netzwerken können." Ganz in diesem Sinne wünscht sich Butz einen baldigen Auslandseinsatz im Rahmen der berufsbegleitenden Einarbeitung; möchte sie doch die Kollegen und die Werke aus der Nähe sehen, für die sie in München die Produktionssoftware entwickelt.

Bereichsübergreifend denken

Die zentralen FuE-Aktivitäten drehen sich derzeit darum, Komfort und Sicherheit für das Individuum am Steuer zu erhöhen. "Die Informationstechnik unterstützt entsprechende Funktionen im Fahrzeug. Was früher hydraulisch oder mechanisch gesteuert wurde, läuft jetzt verstärkt elektronisch ab", beschreibt Pressesprecherin Heike Müller einen der Faktoren dafür, dass qualifizierte Fachkräfte mit IT-Know-How gesuchte Leute sind. Ein zweiter Aspekt kommt hinzu: Die Zahl der Modellreihen, die bei BMW gleichzeitig entwickelt und hergestellt werden, nimmt zu und damit steigt der Personalbedarf.

Der Autokonzern stellt für die zentralen IT-Aufgaben Informatiker und Wirtschaftsinformatiker und für die Tätigkeiten in der Herstellungsprozesskette vor allem Wirtschaftsingenieure und Elektrotechniker mit IT-Schwerpunkt ein, berichtet Personalreferentin Claudia Wagenknecht.

Mangelnde Sozialkompetenz

Dazu kommen Elektro- und Elektronikingenieure für die FuE-Aktivitäten, die sich um die Informationstechnik im Auto drehen - von Internet- bis Telematikanwendungen. Wagenknecht: "Für diesen Bereich suchen wir mehr Leute als Bewerbungen eingehen." Bei BMW gibt es kein Programm zur bevorzugten Einstellung von qualifizierten Frauen in die männerdominierten Sparten Auto- und IT-Entwicklung. Aber indirekt steigen ihre Chancen, wachsen doch die "weichen" Qualifikationsanforderungen bei Team- und Projektarbeit wie Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit stetig. "Und oft verfügen die Frauen über mehr und bessere Softskills", sagt Wagenknecht.

Seit der Dotcom-Krise suchen immer mehr Berufseinsteiger einen Job bei einem Unternehmen der Old Economy, wie es BMW ist. "Es gehen viel mehr Bewerbungen ein als früher; trotzdem passt eine Mehrzahl hiervon nicht auf die zu besetzenden Profile", beobachtet Recruiterin Karg. Aus ihrer Sicht spielen dabei mehrere Faktoren eine Rolle: Umschüler drängten auf den Markt, deren Qualifizierungsniveau nicht ausreiche, und gerade bei Technikern hapere es oft an der Sozialkompetenz. (am)