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05.04.1991 - 

Expansion im Visier

Boeder AG kauft den Diskettenhersteller RPS

FRANKFURT (vwd) - Die Boeder AG, Flörsheim/Main, Hersteller von Disketten, Computerzubebör und Telex-/ Telefax-Rollen, hat von der französischen Rhone-Poulenc S. A. den Magnetbandbereich RPS S. A. übernommen. Die Transaktion gilt rückwirkend zum 1. Januar 1991. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt.

Für 1991 planen beide Unternehmen zusammen mit 1042 Mitarbeitern einen Umsatz von 220 Millionen Mark. Boeder-Vorstandschef Lutz Boeder ist allerdings überzeugt, daß dieser Betrag übertroffen werden kann. Der Cash-flow wird bei 18,4 Millionen Mark beziehungsweise 8,4 Prozent liegen, der Jahresüberschuß unter Ausklammerung von Synergie-Effekten bei 2,7 Millionen Mark.

Die voraussichtlichen Investitionen für 1991 veranschlagte Boeder mit 15 Millionen Mark. Im kommenden Jahr soll ein zweistelliger Millionenbetrag in den Bau eines neuen Werkes für Computerzubehör investiert werden.

Der Standort steht noch nicht fest, doch wurden auch die neuen Bundesländer nicht ausgeschlossen. Im Gegensatz zu Boeder beschichtet RPS im Produktionsbereich selbst und stellt zusätzlich Magnetbänder, -platten und -bandkassetten her. Die Fertigungsstätten sind in Albi und Mangis in der Nähe von Paris angesiedelt.

Zusammen mit dem RPS-Magnetbandbereich kommt Boeder auf ein jährliches Produktionsvolumen von 80 Millionen Disketten in Europa bei einem Gesamtmarkt von etwa 500 Millionen Stück. Die Handelsmarken Boeder und RPS bleiben erhalten und werden künftig wechselseitig vertrieben. Für die Hessen tun sich durch RPS zudem neue Märkte auf. So sind die Franzosen in den Regionen, in denen Boeder bislang nicht stark vertreten war, wie beispielsweise in Frankreich, Spanien und Italien, schwerpunktmäßig aktiv.

Nach wie vor kein Thema ist für Lutz Boeder der Gang an die Börse. Auch nach dem Zusammenschluß mit RPS bestehe aus Liquiditätsgründen derzeit dafür keine Notwendigkeit. Der Boeder-Chef wird künftig von Jean-Claude Reverchon unterstützt, der als bisheriger RPS-Geschäftsführer fortan dem Vorstand des Flörsheimer Unternehmens angehört.