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27.08.1999 - 

Marktkapitalisierung von 4,8 Milliarden Dollar

Börsendebüt von Red Hat geht in die Geschichte ein

MÜNCHEN (CW) - Nach einem ersten Kurs von 14 Dollar schoß die Aktie von Red Hat in den ersten Tagen auf 70 Dollar. Der Linux-Distributor, der im vergangenen Geschäftsjahr gerade einmal elf Millionen Dollar umsetzte und mit einem Verlust von 130000 Dollar abschloß, erzielt damit eine Marktkapitalisierung von 4,8 Milliarden Dollar.

Das erfolgreiche Going Public kam angesichts der gegenwärtig durchwachsenen Einschätzung von Technologiewerten an den Börsen überraschend. Was noch mehr erstaunte, war der immense Marktpreis, zu dem das Unternehmen aus North Carolina nun gehandelt wird. Das Softwarehaus gilt derzeit als führender Anbieter des frei verfügbaren Betriebssystems Linux, das langsam, aber sicher zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für Microsoft-Betriebssysteme heranreift. Immer mehr Software-Anbieter entwickeln ihre Lösungen mittlerweile auch für Linux und versprechen sich von der Unterstützung des offenen Unix-Derivats ein zukunftsträchtiges Geschäft.

Auch große IT-Konzerne glauben an Linux; sie investierten bereits im Vorfeld des Börsengangs in die Open-Source-Firma. Während Intel mit fünf Prozent beteiligt ist, besitzen IBM, Dell, SAP, AOL und Oracle kleinere Anteile.

Red Hats fulminanter Start an der New Yorker Börse scheint die Prognosen vom unaufhaltsamen Aufstieg des Freeware-Linux zu bestätigen. Nicht nur die Stabilität und Funktionalität des als Web-Server vielfach eingesetzten Unix-Derivats überzeugt Anwender und Anleger; auch der Umstand, daß ein kostenlos erhältliches offenes Produkt die Monopolstellung von Microsoft gefährdet, trägt zum Erfolg bei. Doch die Risiken für den Linux-Distributor Red Hat sind groß: Dem jetzt erreichten Marktwert des Unternehmens steht kein angemessenes Geschäftsvolumen gegenüber, da das System bisher eher von Idealisten und weniger von Unternehmenskunden im großen Stil genutzt wird. Zum anderen ist die Software ein allgemein zugängliches Gut, was bedeutet, daß unzählige Firmen Handel mit Linux treiben können. Außerdem hängt die Zukunft des Betriebssystems noch immer von den Plänen des Erfinders Linus Torvalds ab, der die Rechte an der Weiterentwicklung des Kernels und an dessen Verwaltung besitzt.