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16.04.1999 - 

Software-Dienstleister will über Akquisitionen wachsen

Börsengang soll die Kriegskasse von Brain Force Software füllen

MÜNCHEN (CW) - Mit einem deutlichen Umsatz- und Gewinnsprung im vergangenen Geschäftsjahr sieht sich die Brain Force Software AG für das Abenteuer Börse gewappnet. Der Software- und Servicespezialist, dessen Hauptsitz sich in Wien befindet, will im Juni an den Neuen Markt gehen.

Auf 56,31 Millionen Mark beliefen sich 1998 die Einnahmen der Brain-Force-Gruppe. Damit steigerte sich der Softwaredienstleister gegenüber dem Vorjahr, als 37,5 Millionen Mark eingenommen wurden, um rund 50 Prozent. Beim Gewinn vor Steuern erreichte man 4,38 Millionen Mark. Die Aktivitäten im Bereich Professional Services steuerten mit 80 Prozent nach wie vor den Löwenanteil zum Gesamtumsatz bei, der Rest entfiel auf das Softwaredistributionsgeschäft, das laut Brain-Force-Chef Helmut Fleischmann 1998 allerdings unter den Erwartungen blieb. Nicht zuletzt aufgrund der Euro- und Jahr-2000-Problematik seien viele Software-Entscheidungen in den Unternehmen zurückgestellt worden. Somit habe man das Vorjahresniveau von rund fünf Millionen Mark kaum übertreffen können.

Ein drittes Standbein will sich der 1983 gegründete Software- und Servicespezialist fortan mit dem Internet-Business schaffen. Aus der Taufe gehoben wurde jüngst eine eigene Division namens "WebLb", die innerhalb der Professional-Services-Organisation angesiedelt ist und vor allem die Anwendung und Wartung von E-Business-Systemen übernehmen soll. "Marktanalysten prognostizieren dem europäischen Internet-Geschäft jährliche Steigerungsraten von rund 50 Prozent. In dieser Größenordnung wollen auch wir in diesem Bereich wachsen", so Fleischmann. Bis zum Jahr 2001 sollen die Internet-Aktivitäten rund ein Viertel zum Gesamtumsatz beisteuern. Realisieren will Fleischmann dies nicht zuletzt mit Firmenübernahmen. So sei unter anderem an den Zukauf eines Internet-Providers gedacht. Darüber hinaus bietet Brain Force neuerdings auch verstärkt Call-Center-Leistungen an. Die sind zwar noch auf den technischen Support beschränkt, sollen aber in absehbarer Zeit auch die Bereiche "Customer Product Services" und "Telemarketing" umfassen.

Mit Akquisitionen liebäugelt Fleischmann auch, um das Auslandsgeschäft auszubauen. Noch fährt Brain Force mit seinen Geschäften in Deutschland und in Österreich jeweils 50 Prozent des Umsatzes ein. Dabei bestehen bereits Niederlassungen in der Schweiz (seit 1996), in den Niederlanden (1997) und in Spanien (1998). Da man aber laut Fleischmann in diesen Ländern noch schwerpunktmäßig im Produktvertrieb tätig ist, spielen die Umsätze dort bisher keine nennenswerte Rolle. Nun soll das Beratungsgeschäft jedoch auf diesen Märkten forciert werden. "Dies aber ist personalintensiv", so der Brain-Force-Chef. Deshalb funktioniere der Aufbau "am schnellsten über einen Merger". Konkrete Verhandlungen liefen bereits.

Das nötige Kapital für die Firmenzukäufe und das geplante Umsatzwachstum von jährlich 45 bis 50 Prozent soll der Börsengang bringen. Mit Schützenhilfe der DB Bank wird sich Brain Force im Juni an den Neuen Markt in Frankfurt wagen. Rund 30 Prozent des Aktienkapitals sollen in den Freiverkehr gehen. Bislang ist Fleischmann Alleineigentümer des Unternehmens.