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19.11.1982 - 

Branchensoftware im Spannungsverhältnis von Auftraggeber und Entwicklungsfirma:

Böses Erwachen bei unverbindlichen Planungen

Genaue Programmvorlagen erleichtern dem Entwickler die Arbeit und vermeiden Streitigkeiten. Dr. Steffen Buder, geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Buder Computer GmbH, Berlin, rät, vor allem Formulierungen wie "das machen wir später" zu vermeiden. Auch die Finanzierung bei Terminüberschreitungen muß vorher festgelegt werden.

Die Entwicklung einer branchenspezifischen Software hängt von der Stellung und der Qualifikation der Beteiligten (dem Initiator, dem Anwender und dem Entwicklungsträger) sowie den Rahmenbedingungen ab. Ist der Initiator mit dem Anwender identisch und kann der Anwender brauchbare Ablaufprogramme und genaue Masken- und Listaufbauten zur Verfügung stellen, so sind auf dieser Seite günstige Voraussetzungen gegeben.

Verfügt auf der anderen Seite der Entwicklungsträger noch über spezifische Branchenkenntnisse, so hat, falls die anderen Rahmenbedingungen stimmen, das Projekt eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit. Demgegenüber steht der Fall, daß der Initiator eine Kneipenbekanntschaft des Entwicklungsträgers und der Anwender ein muffliger Sachbearbeiter ist, der von vornherein gegen die Anschaffung der EDV-Anlage war.

Das Projekt, das in die Beziehungen zwischen Initiator, Anwender und Entwicklungsträger eingebettet ist, wird von einer Reihe von Rahmenbedingungen eingegrenzt. Dabei handelt es sich um die Knappheit der Geldmittel, der erforderlichen Rechner- und Entwicklungskapazität, dem Termindruck und dem möglicherweise ständigem Nörgeln des Anwenders.

So kann aus den Beziehungen leicht ein Spannungsfeld werden. Deshalb sollten Überlegungen angestellt werden, wie die Investitionsrisiken des Initiators und Entwicklungsträgers gesenkt.

Hohe Kosten

Hat sich der Initiator für eine Neuentwicklung entschieden, so muß er zusammen mit dem Anwender die Programmanforderungen möglichst bis zur Ablaufbeschreibung mit Masken- und Listaufbau definieren.

Formulierungen wie "das machen wir später" sind gefährlich. Wenn zum Beispiel bei der Entwicklung eines wohnungswirtschaftlichen Programmpaketes die komplizierten Zusammenhänge bei Mieterhöhungen im steuerlich geförderten Wohnungsbau nicht bereits bei den Stammsätzen wie Konten, Häuser, Mieter und Eigentümer berücksichtigt werden, wird es ein böses Erwachen geben.

Sind diese Arbeiten auf Seiten des Initiators und Anwenders ausgeführt, so muß der Entwicklungsträger ausgesucht werden. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Selbstverständlichkeiten zu berücksichtigen, wobei hier lediglich auf zwei hingewiesen werden soll: Der Initiator muß sich über die hohen Kosten im Klaren sein; wiederum der Entwicklungsträger wird seine Kosten nicht hereinbekommen. Das bedeutet für den Initiator, daß er sich einen finanzstarken Partner suchen muß. Daneben -sollte der Entwicklungsträger über horizontale Software vor allem über eine Finanzbuchhaltung verfügen.

Der Entwicklungsträger sollte auf genaue und verbindliche Programmvorlagen bestehen. Unbedingt zu vermeiden sind Formulierungen wie "Detaillierung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt". Der Entwicklungsträger sollte bereits bestehende Branchenlösungen unter Umständen auch von Rechenzentren analysieren. Die Programmvorlagen und Branchenlösungen sollten mit einem Branchenkenner diskutiert werden. Meist vergeblich endet der Weg zum Hersteller der EDV-Anlage. Erfahrungsgemäß steigen die Hersteller erst ein, wenn die Lösung vorliegt und einige Male verkauft werden konnte. Beim Ablauf des Projektes schauen die Beteiligten gebannt auf den vereinbarten Zeitplan. In vielen Fällen kann er aus den verschiedensten Gründen nicht eingehalten werden. Wichtig ist bei einem Überschreiten des Zeitplanes die damit meist verbundene Überschreitung des festgelegten Investitionsvolumens. Werden die Kosten allein auf den Entwicklungsträger - zum Beispiel infolge einer günstigen Vertragslage - abgewälzt, so wird die Fertigstellung des Projekts überhaupt in Frage gestellt. Dies muß auch der Initiator klar erkennen. Der Initiator und/oder Anwender sollte vielmehr über eine Finanzierung der Mehrkosten zusammen mit dem Entwicklungsträger sprechen.