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16.06.1989 - 

Forschungs- und Entwicklungs-Förderung für Klein- und Mittelbetriebe:

Bonn gibt Millionen für mehr Initiative aus

BONN (CW) - Ein neues Forschungsgesamtkonzept, das kleinen und mittleren Unternehmen zugute kommt, legte das Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) vor. Es soll mittelständische Betriebe ermutigen, sich europaweit vermehrt an Foschungsprojekten zu beteiligen.

Die häufig geäußerte Skepsis darüber, ob mittelständische Unternehmen hoch entwickelte Technik sach- und zeitgerecht einführen können, ist nach Auffassung des Bundesministers für Forschung und Technologie, Heinz Riesenhuber, überwunden. Mittelbetriebe des Maschinen- und Anlagenbaus sowie der Meß-, Regel- und Elektrotechnik, deren Marktposition vor einigen Jahren zum Teil gefährdet schien, haben durch Forschung und Entwicklung (FuE) eine rasche Nutzung der Mikroelektronik erreicht. Diese stärkte ihre Flexibilität sowie Wettbewerbsfähigkeit und half ihnen vielfach, ihre Stellung auf dem Weltmarkt auszubauen.

Nach BMFT-Erkenntnissen forschen und entwickeln gegenwärtig mindestens 25 000 kleine und mittlere Unternehmen. In den 70er Jahren gab es hingegen lediglich einige hundert FuE-betreibende mittelständische Betriebe. Das Ministerium steigerte die Förderungsmittel zwischen 1982 und 1989 von 340 auf 560 Millionen Mark.

Das neue FuE-Konzept sieht eine stärkere Beteiligung der Unternehmen an Verbundprojekten vor. Die im Januar dieses Jahres in Kraft getretenen Verwaltungsvereinfachungen, die unter anderem ein pauschaliertes Abrechnungsverfahren erlauben, sollen dazu beitragen, die Verbundforschung vermehrt zu nutzen. Die Mittel für diese Förderung belaufen sich 1989 auf voraussichtlich 230 Millionen Mark.

Die sogenannten indirekt-spezifischen Förderprogramme mit einem Etat von 114 Millionen Mark betreffen die Bereiche Informations-, Fertigungs- und Bioverfahrenstechnik.

Ihr Ziel ist eine wirksame Verbreitung neuer Technologien. Auf die in diesem Projekt enthaltene Förderung von CIM-Anwendungen wurden seit dem Start Mitte letzten Jahres 1700 Anträge gestellt, die zu 90 Prozent von kleinen und mittelständischen Unternehmen ausgingen.

Vor allem an kleinere Unternehmen richtet sich die Neukonzeption des Projekts "Auftragsforschung und Entwicklung", das Zuschüsse für Forschung- und Entwicklungsaufträge an externe Partner beinhaltet. Projektziel ist eine Zusammenarbeit kleiner und mittlerer Unternehmen mit der Wissenschaft und mit Ingenieurbüros. Die Mehrfachförderung ist auf drei Förderfälle beschränkt, eingeführt wurde ein Unterstützungshöchstbetrag von 150 000 Mark. Der Haushaltsansatz 1989 beträgt 58 Millionen Mark.

Bewährt hat sich die Maßnahme "Forschungskooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft". Die Zuschüsse für die auf maximal drei Jahre befristete Entsendung von Nachwuchswissenschaftlern aus Unternehmen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen belaufen sich auf insgesamt 21 Millionen Mark.

Mit 27 Millionen Mark soll 1989 die Einrichtung von Demonstrationszentren für Information und Beratung auf neuen Technologiegebieten gefördert werden. Ihre Aufgabe ist die herstellerneutrale und unternehmensübergreifende Präsentation von "Schlüsseltechnologien zum Anfassen".

Ein weiterer Förderungsschwerpunkt ist die stärkere Einbindung kleiner und mittlerer Unternehmen in die internationale Forschungs- und Entwicklungsarbeit, insbesondere in Europa. So sollen die speziellen Belange dieser Betriebe beim Zugang zu Informationen, bei der Beteiligung an EG-Forschungsprogrammen und bei der Nutzung gemeinschaftlicher Forschungsergebnisse stärker berücksichtigt werden. Das BMFT fördert deshalb Beratungsstellen an EG-Großforschungseinrichtungen.