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06.02.1998 - 

Rumpfgeschäftsjahr dauerte von April bis Dezember

Borland beendet das dritte Quartal in Folge mit Profit

Bei Borland sollen Geschäfts- und Kalenderjahr künftig identisch sein. Deshalb wird die Jahreszahl 1998 in der Reihe der Geschäftsberichte zweimal auftauchen - zum einen als "Fiscal Year" = FY, zum anderen als "Calendar Year" = CY. Im Rumpfgeschäftsjahr FY 98, das den Zeitraum vom 1. April bis zum 31. Dezember 1997 umfaßt, erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 127,5 Millionen Dollar, mithin 14,3 Prozent mehr als vom 1. April bis zum 31. Dezember 1996. Unter dem Strich blieben davon 4,42 Millionen Dollar übrig, während der Vergleichszeitraum des Kalenderjahres 1996 einen Minusbetrag von 65,5 Millionen Dollar einbrachte.

Allein für die letzten drei Monate des vergangenen Geschäftsjahres kann Borland einen Gewinn von 2,8 Millionen Dollar vorweisen - erwirtschaftet aus Einnahmen in Höhe von 43 Millionen Dollar. 56 Prozent davon stammen, so das Unternehmen, aus den Bereichen Client-Server-, Internet- und Enterprise-Tools. Vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 1996 hätten diese High-end-Produkte nur 37 Prozent zum Quartalsumsatz beigetragen.

Im Einklang mit dieser Beobachtung steht die Begründung, die Del Yocam, seit etwas mehr als einem Jahr amtierender Chairman und Chief Executive Officer, für den Turnaround nennt: Borland gewinne immer mehr große Unternehmen als Kunden.

In der Vergangenheit hatte sich der Software-Anbieter ausschließlich indirekter Vertriebskanäle bedient und vor allem Einzelkunden und kleine Entwicklungsbüros erreicht. Vor einigen Tagen gliederte er nun seine Vertriebs- und Marketing-Organisation in ein eigenständiges Unternehmen mit Namen Frontline Now aus. Künftig will sich der Tool-Anbieter nur noch um den Direktvertrieb, also um das Großkundengeschäft, kümmern.

Neben der Konzentration auf lukrativere Geschäftsfelder trug sicher auch die Entlassung von mehr als einem Viertel der weltweiten Belegschaft dazu bei, die Kosten zu senken. Der deutsche Borland-Chef Gerhard Romen verweist in diesem Zusammenhang jedoch lieber auf die von Yocam bewirkten Veränderungen der Unternehmensabläufe.

Trotz der guten Nachrichten aus Scotts Valley mutmaßen Branchenbeobachter, daß es sich lediglich um ein Zwischenhoch handeln könnte, denn Ende des vergangenen Jahres teilte Borland mit, 150 Millionen Dollar in den Erwerb von Visigenic, einem in San Mateo, Kalifornien, ansässigen Spezialisten für Object-Request-Broker-Software, investieren zu wollen. In der Vergangenheit hatten sich die Borland-Akquisitionen stets negativ auf die Geschäftsergebnisse ausgewirkt. Der Visigenic-Deal könnte, so die Befürchtungen, diese Negativserie fortsetzen.