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04.07.2003 - 

Update der SQL-Datenbank

Borland haucht Interbase neues Leben ein

MÜNCHEN (ws) - Nachdem Borland Anfang 2000 "Interbase 6.0" als Open Source freigegeben hatte, schien das Datenbankgeschäft der kalifornischen Company am Ende. Mittlerweile bietet sie die Software wieder unter einer konventionellen Lizenz an und versucht, Anteile im Markt für eingebettete Datenbanken zu gewinnen.

Die Veröffentlichung von Interbase als freie Software hinterließ bei vielen Beobachtern den Eindruck, dass damit die Weiterentwicklung eines wenig erfolgreichen Produkts an ein Open-Source-Team abgeschoben werden sollte. Nachträglich bekennen nun Firmenverantwortliche, dass der damalige CEO Del Yocam mit diesem Schachzug vom Open-Source-Hype Ende der 90er Jahre profitieren wollte.

Die Datenbankabteilung wurde in eine eigene Firma ausgegliedert und sollte nach dem Vorbild von Red Hat oder VA Linux an der Börse Furore machen. Dieses Vorhaben schlug indes fehl. Außerdem gewann Interbase nur wenig Rückhalt in der Open-Source-Gemeinde. Der Quellcode wird allerdings noch vom Projekt "Firebird" (http://firebird.sourceforge.net) weitergepflegt, in nächster Zeit steht das Update auf die Version 1.5 an.

Borland führte Interbase seitdem als kommerzielle Software weiter, schaffte es aber nicht, die nötige Aufmerksamkeit der Anwender zu gewinnen. Stattdessen erfreut sich MySQL zunehmender Bekanntheit und kommt häufig in Anwendungen zum Einsatz, für die auch Borland seine Datenbank vorsieht. Endanwender können das quelloffene MySQL zwar frei nutzen, als eingebettete Datenbank in kommerzieller Software steht es aber unter einer konventionellen Lizenz.

Wie schon früher möchte Borland die Datenbank primär durch Bundling mit den erfolgreichen Entwicklungs-Tools unters Volk bringen. Die enge Integration mit den Windows- und Java-Werkzeugen kommt Programmierern entgegen, die dann ihrerseits Kunden vom Einsatz der Datenbank überzeugen könnten. Tatsächlich verkauft sich Interbase primär in der Funktion als eingebetteter Speicher, der zum Lieferumfang von Softwarelösungen gehört. Als solche verrichtet sie hauptsächlich ihre Dienste in Applikationen für die Abteilungsebene oder kleinere Firmen. Diesen Ansatz verfolgt Borland übrigens in Java-Umgebungen mit der Datenbank "JDatastore". Diese liegt mittlerweile in der Version 6 vor und wurde vollständig in Java geschrieben. Sie empfiehlt sich daher primär für diese Plattform.

Angesichts dieser vorherrschenden Nutzung verzichtet Borland darauf, die Interbase nach dem Vorbild der großen Anbieter um zahlreiche Features zu erweitern. Primäres Anliegen bleibt es, ein schnelles und kompaktes SQL-System anzubieten. So existieren momentan keine Pläne für die Integration von XML-Funktionen, die in der Datenbankwelt derzeit ein vorherrschendes Thema sind. Mit einer schlanken Datenbank verfolgt Borland zudem die Absicht, auch im entstehenden Markt für mobile Geräte Fuß zu fassen.

Trotz der Bemühungen, das System auf die wichtigsten Funktionen für typische Datenbankanwendungen zu beschränken, muss die Server-Version einigen Ansprüchen genügen, die mittlerweile auch auf Abteilungsebene erhoben werden. Dazu zählt etwa die Unterstützung für symmetrisches Multiprocessing (SMP), die mit der Version 7 eingeführt und in der eben erschienen 7.1 überarbeitet wurde. Zu den Neuerungen zählen dort vor allem bessere Integration in die beiden wichtigsten Entwicklungsplattformen Java und Windows/.NET. So wartet Interbase 7.1 mit einem neuen JDBC-Treiber auf und wurde auf den Windows Server 2003 abgestimmt. Eine Übersicht über die neuen Funktionen findet sich unter ttp://www.borland.com/interbase/pdf/ib71_whatsnew.pdf.