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21.11.2003 - 

Application-Lifecycle-Management als Ziel

Borland integriert sein Tools-Portfolio

MÜNCHEN (ws) - Auf seiner diesjährigen Entwicklerkonferenz Borcon präsentierte der Tools-Spezialist Borland Fortschritte bei der Integration der im letzten Jahr zugekauften Software. Sie spiegeln sich im Update der Java-Suite "Enterprise Studio 7" wider. Darüber hinaus kündigte Borland eine "Delphi"-Version für .NET an.

Mit der Übernahme von Togethersoft und Starbase vor rund einem Jahr verfolgte Borland das Ziel, alle notwendigen Werkzeuge für die Modellierung, Entwicklung und das Testen von Applikationen anzubieten. Das Portfolio sollte die notwendigen Funktionen während des gesamten Entstehungs- und Nutzungszeitraums einer Anwendung abdecken. Der Hersteller propagiert seine Strategie unter dem Begriff "Application-Lifecycle-Management" (ALM).

Werkzeuge abgestimmt

Ihren Ausdruck findet sie im umfangreichen Tools-Paket "Enterprise Studio for Java", die nun in der Version 7 freigegeben wurde. Es enthält neben der integrierten Entwicklungsumgebung "Jbuilder X" die Modellierwerkzeuge von Togethersoft, den Profiler "OptimizeIt", diverse Test-Tools sowie das mit Starbase übernommene "Caliber RM". Letzteres dient der Kooperation von Programmierern und dem Code-Management. Darüber hinaus gehören noch Entwicklerlizenzen des hauseigenen Applikations-Servers und der Java-Datenbank "Jdatastore" zum Lieferumfang des Pakets. Für die aktuelle Version reklamiert Borland Fortschritte bei der Abstimmung der Tools untereinander. Schon die Vorgängerversion der Suite konnte Modell und Code synchronisieren, so dass sich Änderungen auf einer Seite unmittelbar auf der jeweils anderen niederschlugen. In der neuen Ausführung versieht Jbuilder X mehrere Tools mit einer gemeinsamen Benutzeroberfläche. Dazu zählen ein auf "Apache Struts" basierender Designer für Web-Anwendungen, ein visuelles Werkzeug für den Import und Export von Web-Services sowie ein Editor für Deployment-Deskriptoren, der nun auch den Open-Source-Server "Jboss" unterstützt. Diese Integration mehrerer Tools veranlasst Borland, seinen Werkzeugkasten nicht mehr als IDE, sondern als Unified Development Environment (UDE) zu bezeichnen.

Lange erwartet: Delphi für .NET

Für Microsoft-Umgebungen kündigte Borland eine lange erwartete .NET-Ausführung von Delphi an, die Anwendungen für die Common Language Runtime (CLR) erstellen kann. Sie trägt die Versionsnummer 8 und soll im Dezember auf den Markt kommen. Der Hersteller preist die Entwicklungsumgebung als Migrations-Tool an, mit dessen Hilfe bestehende Win-32-Anwendungen auf .NET portiert werden können. Diese Fähigkeit komme Delphi 8 zu, weil sich die Syntax der auf Pascal basierenden Sprache nicht geändert habe und bestehender Delphi-Code für .NET übersetzt werden könne. Allerdings behindern benutzte Komponenten, die etwa von einem Drittanbieter zugekauft wurden, eine derartige Portierung vorhandener Anwendungen. Sie basieren in der Regel auf COM und sind native Windows-Programme. Borland bietet indes seit mehreren Jahren mit der "Visual Component Library" (VCL) ein eigenes Modell zur Einbindung von Komponenten in seine Programmierwerkzeuge an, eine Reihe solcher Bausteine gehören zum Lieferumfang von Delphi.

Die Company kapselt in Delphi 8 .NET-Controls als VCL-Komponenten, so dass sie innerhalb der Anwendungen auf herkömmliche Weise angesprochen werden können. Damit sollte sichergestellt sein, dass alter Code, der Borland-eigene VCLs verwendet, sich relativ unproblematisch nach .NET transferieren lässt.

Delphi 8 soll wie seine Vorgänger in drei verschiedenen Ausführungen angeboten werden. Als Topmodell fungiert die "Architect Edition", die nach dem "C# Builder" als zweites Borland-Tool die Laufzeitumgebung "Enterprise Core Objects" (ECO) unterstützt. Es handelt sich dabei um eine Implementierung der Model Driven Architecture (MDA), die von der OMG (http://www.omg.org/) entwickelt wurde.

Modellorientiert entwickeln

Anwendungen, die auf ECO aufsetzen, werden zur Ausführungszeit von einem in UML entworfenen Modell gesteuert. Dieses erlaubt der Ablaufumgebung, Objekte auf einen persistenten Speicher abzubilden, Elemente einer Benutzeroberfläche darzustellen oder Einschränkungen (Constraints) bei Transaktionen auszuwerten. Delphi 8 unterstützt den modellorientierten Entwicklungsprozess mit dem "ECO Space Designer", "ECO Wizards" und einer Reihe von ECO-Komponenten. Daneben enthält das Paket wie schon Enterprise Studio for Java die Modellierwerkzeuge von Togethersoft.

Borland unterstrich auf der Borcon mit zwei weiteren Ankündigungen seinen Anspruch, eine vollständige Werkzeugpalette für den gesamten Lebenszyklus einer Applikation anzubieten. Zum einen nahm das Unternehmen die Reporting-Tools von Crystal Decisions in Lizenz und liefert deren Java-Version mit Jbuilder X aus. Diese liegt in Form von Komponenten vor, die sich bevorzugt in J2EE-Anwendungen integrieren lassen und etwa innerhalb von JSP-Seiten Web-basierende Reports erzeugen können.

Die zweite Verlautbarung betraf die Middleware "Janeva", mit der Borland die Kluft zwischen Java, Corba und .NET überbrücken möchte. Obwohl erst im Mai dieses Jahres auf den Markt gekommen, trägt die neueste Ausführung bereits die Versionsnummer 6. Die Software erlaubt den Aufruf von Java- und Corba-Komponenten aus .NET und benutzt für die Kommunikation das Internet Inter-ORB Protocol (IIOP). Dabei kann sie rund 250 verschiedene Datentypen zwischen den Systemen umsetzen. Janeva erlaubt in verteilten Anwendungen, die sich über diese drei Welten erstrecken, die Ausführung von Transaktionen und unterstützt dabei ein Two-Phase-Commit. Das Produkt realisiert zudem ein föderiertes Sicherheitskonzept auf Basis der Security Assertion Markup Language (SAML) und kann so Benutzer über die Plattformen hinweg autorisieren.

Zu den Neuerungen gehören Callback-Funktionen. Daher können jetzt nicht nur .NET-Clients Methoden in Java- und Corba-Servern aufrufen, sondern Letztere auch mit Ersteren in Verbindung treten. Zu den unterstützten J2EE-Servern zählen auch die von IBM, Bea und Oracle.