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02.08.1996 - 

Gratwanderung zwischen Windows-Tradition und offenen Web- Standards

Borland verbindet Intranets mit C/S-Technologie

Die Offenlegung von Borlands Internet-Strategie erfolgte vergleichsweise spät und zudem unter nicht allzu günstigen Umständen. Das Unternehmen muß in einer bis dato nicht abgeschlossenen Umstellungsphase in Richtung Client-Server-Company auf mehrere Herausforderungen reagieren und sieht durch das negative Geschäftsergebnis des letzten Quartals die wirtschaftliche Konsolidierung gefährdet.

Der von Vice-President Paul Gross präsentierte Fahrplan versuchte entsprechend, gleich mehrere Dinge unter einen Hut zu bringen: den Transformationsprozeß zu Client-Server voranzutreiben, dabei die Produkte der kürzlich übernommenen Open Environment Corp. in das eigene Portfolio zu integrieren und zudem eine damit verträgliche Internet-Strategie darzulegen. Die klangvolle "Golden Gate Initiative" soll dies leisten. Sie begreift Internet-basierte Lösungen, also in erster Linie Intranets, als Erweiterung des Client-Server-Paradigmas zu einer mehrschichtigen Architektur. Borland verspricht dabei seinen Anwendern, daß sie ihre bisherigen Investitionen in Client-Server-Projekte dank des goldenen Brückenschlags in das Intranet herüberretten können.

Außerdem muß die Golden-Gate-Initiative die Kluft der rivalisierenden Internet-Konzepte überbrücken.

Auf der Developer-Konferenz gab der kalifornische Hersteller den Abschluß eines strategischen Abkommens mit Netscape Communications bekannt, das gemeinsame Aktivitäten bei Marketing und Vertrieb vorsieht. Außerdem stellt Borland mit "Latte" nicht nur ein Java- Entwicklungswerkzeug in Aussicht, das den Komfort von Client- Server-Tools aufweist, sondern leistet damit zudem einen tatkräftigen Beitrag zu der Umsetzung von Suns Java-Beans-Entwurf. Es handelt sich dabei um ein Komponentenmodell für Java-Applets, das eine konkurrenzfähige Plattform gegenüber Microsofts Common Object Model (COM) abgeben soll.

Auf der anderen Seite ist die Borland-Klientel aufgrund der bisherigen Ausrichtung des Unternehmens eine treue Windows- Gemeinde. Borland versucht, es seiner Kundschaft recht zu machen, indem es die Microsoft-Standards unterstützt und gleichzeitig den Weg zu offenen Standards öffnet. Beispielhaft für diese Haltung ist "Intrabuilder", ein vielversprechendes Rapid-Application- Development-(RAD-) Werkzeug zur visuellen Programmierung von Web- Datenbank-Lösungen. Es unterstützt außer Java, Javascript und dynamisch erzeugter Hypertext Markup Language (HTML) auch Active X, ODBC und Microsofts Internet Server API.