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20.11.2006

Borland wird seine Entwicklungs-Tools nicht los

Die ursprünglichen Pläne zum Verkauf der Sparte sind vom Tisch.

Rund acht Monate hatte Borland versucht, seine Entwicklersparte, die Developer Tools Group, zu verkaufen - vergeblich. Nun wird dieser Geschäftsbereich als hundertprozentige Tochtergesellschaft unter der Bezeichnung Codegear ausgegliedert. Die Tochter soll sich ausschließlich auf das Geschäft mit integrierten Entwicklungsumgebungen (IDEs) konzentrieren. Zu den vier Produktlinien zählen das "Developer Studio" (Delphi, C++-Builder und C#-Builder), Jbuilder (inklusive des demnächst verfügbaren, auf Eclipse basierenden Tools "Peloton"), Turbo und Interbase.

Keine adäquaten Angebote

"Wir wollten für unsere Entwicklersparte einen passenden Käufer finden, der unsere Produkte innovativ weiterentwickelt und uns außerdem ein Angebot unterbreitet, das dem Wert dieses Geschäfts entspricht", so Tod Nielsen, President und CEO von Borland. Interessenten habe es gegeben, die Angebote lagen aber wohl unter den Erwartungen. Offiziell heißt es: "Nach sorg- fältiger Prüfung einiger Kauf- interessenten sind wir zu dem Schluss gekommen, dass Codegear als eigenständige Firma die Interessen unserer Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter am besten widerspiegelt."

Es habe fünf ernst zu nehmende Kaufinteressenten für die Tools gegeben, bestätigt Rick Jackson, Borlands Chef-Marketier. Allerdings sei es Borland schwergefallen, die exakten Umsätze des Unternehmensbereichs zu ermitteln. Besonders in Geschäften, in denen mehrere Produktlinien involviert sind, sei der Anteil der Tools nur schwer herauszurechnen gewesen. Dieser Umstand habe sich negativ auf die Verkaufsverhandlungen ausgewirkt.

Zwei Märkte, zwei Unternehmen

Die neue Strategie lautet: "Indem wir mit Borland und Codegear zwei separate Gesellschaften bilden, behalten wir unsere Fokussierung und die Ressourcen, die es uns ermöglichen, die beiden unterschiedlichen Märkte zu bedienen." Borland will seine Rolle am Markt für Application-Lifecycle-Management (ALM) ausbauen, während sich Codegear ganz auf die Softwareentwicklung konzentriert.

Als CEO von Codegear wurde Ben Smith ernannt, der seit zwölf Monaten in Borlands Developer Tools Group arbeitet. Er soll die Geschäfts- und Produktpläne, die während der Ausgliederung entwickelt wurden, weiter vorantreiben. Außerdem wird das Tochterunternehmen eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung besitzen sowie mit einer eigenen Sales- und Marketing-Strategie und einer weltweit operierenden Infrastruktur auftreten.

Leicht wird es Codegear trotz der allgemein anerkannten Qualität seiner Produkte nicht haben. Nachdem sich neben dem Microsoft-Lager die Open-Source-Werkzeuge der Eclipse-IDE etablieren konnten, ist der kommerzielle Markt für Entwicklungswerkzeuge extrem eng geworden. Noch vor einigen Jahren wäre eine Ausgliederung richtig gewesen, kommentiert die ehemalige Gartner-Analystin Theresa Lanowitz die Borland-Entscheidung. Inzwischen wäre es wahrscheinlich besser gewesen, Borland hätte den Tools-Code Open Source gestellt oder an eine Offshore-Company verkauft. "Die Zeit für unabhängige kommerzielle IDEs ist vorbei", meint Lanowitz, die Mitte der 90er Jahre auch als Produkt-Managerin für C++ und Jbuilder tätig war. (ue)