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05.01.1996 - 

Erste Eindruecke von Paradox 7 fuer Windows 95

Borlands Datenbank-Upgrade fuehrt Anwender in die 32-Bit-Welt

Die als "Soft Sailing" bezeichnete Strategie soll Borlands Paradox-5-Kunden in die 32-Bit-Welt von Windows 95 beziehungsweise NT 3.51 begleiten. Saemtliche alte Dateien, Objekte und Anwendungen koennen unveraendert mit Paradox 7 verwendet werden. OLE 2.0 wird voll unterstuetzt, so dass Paradox OLE-Objekte aufnehmen (Container) und eigene Objekte in einer Fremdanwendung steuern (OLE-Server) kann - was nur sehr wenige PC-Datenbanken beherrschen. Das Erscheinungsbild eines Paradox-Desktops laesst sich aufgrund der beliebigen Anordnung von Symbolleisten veraendern. Mit Hilfe des Launcher-Experten kann ein individuelles Startmenue fuer Paradox-Objekte zusammengestellt werden.

Zu den bereits bestehenden Assistenten fuer Masken, Berichte und Etiketten kommt nun eine Reihe von sogenannten Experten, die Einsteigern und Gelegenheitsanwendern zu schnelleren Ergebnissen verhelfen sollen. Wie auch in Microsofts Access 7.0 laesst sich mit dem Datenbankexperten eine individuelle Datenbank auf Grundlage von rund zehn Schablonen erstellen, so etwa eine Buechersammlung oder ein Adressbuch. Weitere Experten stehen fuer Paradox-Tabellen, Serienbriefe, Geschaeftsgrafiken (17 Typen, zum Teil auch als 3D-Darstellung) und den ASCII-Datenimport bereit.

Bei der Installation kann der Benutzer festlegen, ob er Paradox als Icon in Microsofts Office 95 oder in Novells Perfect Office integrieren will. Der Serienbriefassistent unterstuetzt die Textverarbeitungen Winword und Wordperfect, wobei sich die jeweiligen Einstellungen jetzt sichern lassen.

Bei den Dateiformaten erlaubt das Update die Abfrage von Datenquellen via ODBC-Treiber. Da die Datenbank-Engine auf 32 Bit umgestellt wurde, lassen sich die im Lieferumfang enthaltenen SQL-Links mit hoeherer Performance nutzen, um etwa auf Datenbanken von Sybase, Oracle, Informix, Microsofts SQL Server sowie Borlands Interbase 4.0 zuzugreifen.

Die Sortierungs-, Indizierungs- und Filtermoeglichkeiten - die Filter in Version 5.0 liessen besonders zu wuenschen uebrig - wurden erheblich verbessert. Anwender koennen nun zusammengesetzte Sekundaerindizes erzeugen, die auf- und absteigende Sortierungskriterien verbinden.

Entwickler muessen sich erst daran gewoehnen, dass der alte Objektbaum durch einen "Object Explorer", eine Art Browser, ersetzt wurde. Er erlaubt die Inspektion von Methoden, Ereignissen und Eigenschaften an einem Ort und ist wesentlich einfacher zu handhaben als der alte Baum. Ein weiterer Experte unterstuetzt den Programmierer beim Erstellen von Buttons, die haeufig benutzte Kommandos ausloesen sollen. Der Code wird dabei automatisch generiert. Der Textexperte muesste eigentlich den Namenszusatz "Art" erhalten, denn er erlaubt zusaetzlich zum Maskentext Spezialeffekte wie Blinken, Schatten und Rotation.

Im Code-Editor wurden die von Borlands C++ und Delphi bekannten Funktionen uebernommen, so dass der Benutzer nicht mehr auf farbige Syntaxmarkierung, Ein- und Ausruecken, Tasten-Recording, inkrementelle Suche, Lesezeichen, Blockmarkierung, austauschbare Fonts sowie Mehrfach-Undo und -Redo verzichten muss. Allerdings erfordern Paradox-Anwendungen immer noch die Runtime-Version, und fuer erweiterte Funktionen sollte der Profi unbedingt einen Blick auf die Paradox-Developer-Tools werfen.

Fuer die Integration in Windows 95 waren rund 100 neue Object-PAL-RTL-Methoden (RTL = Runtime Library) noetig: Sie betref-fen E-Mail (MAPI-kompatibel), Symbolleisten und die Manipulation von OLE-Kontrollelementen (OCX) wie dem integrierten Web-Browser. OCX sind 32-Bit-Komponenten, die von einem Drittanbieter kommen und die Datenbankapplikation um zusaetzliche Funktionen erweitern koennen. Der Application-Deployer schliesslich erstellt eine Setup-Routine fuer eine Paradox-Anwendung.

Minuspunkte in Paradox 7 sind die fehlenden Team- und Datenreplikationsfunktionen. Paradox ist ab 8 bis 12 MB RAM einsetzbar und belegt bis zu 30 MB auf der Festplatte. Der Preis fuer das Vollprodukt betraegt 400 Mark (CD-ROM), ein Upgrade kostet knapp 200 Mark.*Michael Matzer ist freier Fachjournalist in Herrsching bei Muenchen.