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07.03.2005

Borlands Maßanzug für Entwickler

Software Delivery Platform schafft eine Infrastruktur für rollenbasierten Entwicklungsprozess.

Komplexität und steigende Anforderungen in der Softwareentwicklung verlangen eine strukturierte und gesteuerte Vorgehensweise. Mit der "Software Delivery Platform"(SDP) kündigt Borland eine Infrastruktur für Werkzeuge an, mit der sich rollenbasierende Entwicklungsprozesse aufbauen und steuern lassen sollen. SDP ist das Ergebnis des internen Projekts "Themis", in dem der Hersteller seine bisherigen Produkte für Analyse, Modellierung (Design), Entwicklung und Test mit standardisierten, aber an Kundenbedürfnisse anpassbaren Workflows unterlegen will. SDP ist laut Pat Kerpan, Chief Technology Officer bei Borland, das Fundament der früher formulierten Produkt-, Service- und Partnerstrategie "Software Delivery Optimization" (SDO). Diese postuliert eine an den Maßstäben einer industriellen Produktion orientierte Softwareentwicklung mit wiederholbaren, revisionssicheren und kostenbewussten Ergebnissen.

Hatte sich Borland im letzten Jahr unter dem Schlagwort "Application Lifecycle Management" (ALM) vor allem mit der Integration der eigenen Tools untereinander beschäftigt, so geht es mit SDP um die diversen Rollen und Aufgaben der am Entwicklungsprozess Beteiligten und ihre Zusammenarbeit. Hierzu bietet SDP gemeinsame "Dienste" für Werkzeuge und Teammitglieder. So finden sich Funktionen für das Anforderungs-, Change-, Trace- und Konfigurations-Management sowie für die Versionierung von Code. Mit dem "Search Server" ist zudem eine laut Kerpan im Markt einmalige Suchfunktion für Speicherabfragen in den Tools sowie Auffinden von wieder verwendbarem Code. Ebenso stehen ein Team-Repository, Analyse-Tools und solche für Diskussionen und Multicast bereit. SDP ist künftig Basis und fester Bestandteil von Tool-Sammlungen, die sich nach Rollen organisiert derzeit in "Core Analyst", "Core Architect", "Core Developer" und "Core Tester" untergliedern. Hinter diesen Paketen und SDP verbergen sich die bisherigen, aber laut Hersteller für die prozessbasierende Entwicklung angepassten Produkte von Borland. Dazu zählen neue Editionen des ehemaligen Modellierungs-Tools "Together", der Jbuilder für die Entwicklung, "Starteam" zur Implementierung von Workflows, "Caliber RM" für das Anforderungs-Management, "Optimizeit" für Tests und der Java-Applikations-Server für das Deployment.

Borland ist mit seinem SDP-Ansatz nicht allein im Markt. So arbeitet Microsoft mit dem "Microsoft Visual Studio Team System" an Erweiterungen seiner Entwicklungsumgebung, und IBM/Rational führt derzeit in der "IBM Software Development Platform" seine Werkzeuge auf dem Eclipse-Framework zusammen. Laut Kerpan gibt es bei den Werkzeugen und Rollen eine Ähnlichkeit zu IBM. Doch könne Borland mit SDP auch die dazugehörige und durchgängige Infrastruktur für verteilte Teams liefern, während IBM noch mit Altlasten und der Integration der Software des übernommenen Herstellers Rational zu kämpfen habe. Allerdings gehen auch bei Borland die Arbeiten weiter. So fehlen beispielsweise bisher Rollen für Projektbeteiligte wie den Projekt-Manager, und es sind noch Aufgaben wie das Auditing abzudecken. Zudem ist SDP zunächst nur für die Java-Entwicklung erhältlich.

Zunächst nur für Java

Dabei können Anwender künftig Eclipse oder das hauseigene Framework für den "Jbuilder" und "C++Builder X" als technische Basis ihrer Tools wählen. In der zweiten Jahreshälfte ist laut Kerpan aber auch eine Integration mit "Visual Studio .NET" geplant. Für Benutzer der Entwicklungsumgebung "Delphi" ist hingegen nur der Ausbau der ALM-Features, aber keine SDP-Basis vorgesehen. Parallel dazu will Borland die Entwicklung und separate Vermarktung seiner bisherigen Produktlinien zunächst beibehalten. Wer Teil der neuen SDP-Welt werden will, muss jedoch letztlich migrieren und neu lizenzieren. Borland verspricht hierbei Unterstützung.