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15.06.2009

Bosch will wegen Wirtschaftskrise weiter sparen

FRANKFURT (Dow Jones)--Der weltgrößte Autozulieferer Bosch stellt sich aufgrund der Wirtschaftskrise auf eine schwierige Zukunft ein und will weiter sparen. "Unser Unternehmen spürt die Folgen der Wirtschaftskrise massiv. (...) Wir müssen für das laufende Geschäftsjahr von einem weiteren, erheblichen Umsatzrisiko und dem hohen Risiko eines Verlustes ausgehen", schrieb Finanzvorstand Gerhard Kümmel in seiner Kolumne in der aktuellen Ausgabe der Mitarbeiterzeitung "Bosch Zünder".

FRANKFURT (Dow Jones)--Der weltgrößte Autozulieferer Bosch stellt sich aufgrund der Wirtschaftskrise auf eine schwierige Zukunft ein und will weiter sparen. "Unser Unternehmen spürt die Folgen der Wirtschaftskrise massiv. (...) Wir müssen für das laufende Geschäftsjahr von einem weiteren, erheblichen Umsatzrisiko und dem hohen Risiko eines Verlustes ausgehen", schrieb Finanzvorstand Gerhard Kümmel in seiner Kolumne in der aktuellen Ausgabe der Mitarbeiterzeitung "Bosch Zünder".

Die Stuttgarter haben nach Einschätzung Kümmels eine schwierige Wegstrecke vor sich. "Unsere vordringliche Aufgabe ist es darum, die Zukunft unseres Unternehmens zu sichern. Das bedeutet auch in den kommenden Monaten weiter hartes Sparen auf allen Ebenen", so der Manager.

Die Sparmaßnahmen sollen es den Stuttgartern nach seiner Aussage ermöglichen, möglichst viele Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. "Durch die Maßnahmen, wie die Verkürzung der Arbeitszeit, konnten wir bisher die Zahl der betriebsbedingten Kündigungen begrenzen", schrieb Kümmel im "Bosch-Zünder".

Ob dies aber so bleibt, scheint unklar: Durch die Arbeitszeitverkürzung und Maßnahmen wie Gehaltsverzichte kann laut Kümmel "die schlechte Kapazitätsauslastung nur zum Teil" kompensiert werden. "Wir können diesen Weg deshalb nur weitergehen, wenn wir im jeweiligen Bereich Chancen sehen, bei einem Anziehen der Konjunktur wieder eine volle Auslastung zu erreichen", warnte der Finanzvorstand vor schärferen Einschnitten beim Personal.

Die Robert Bosch GmbH generiert rund drei Fünftel der Einnahmen mit Aufträgen aus der Autoindustrie. Entsprechend hart wurden die Stuttgarter von der Absatzkrise auf den globalen Fahrzeugmärkten getroffen: Auf der Bilanzpressekonferenz im April hatte Geschäftsführer Franz Fehrenbach für 2009 vor dem ersten Verlust seit dem zweiten Weltkrieg gewarnt. Das Unternehmen rechnet auf Gesamtjahressicht seither mit einem Umsatzrückgang zwischen 10% und 15% und einem Fehlbetrag vor Steuern von bis zu 3% der Einnahmen. Im Auftaktquartal brach der Umsatz um rund ein Viertel ein, das Ergebnis war negativ.

Um der Krise zu begegnen, hatte Bosch bereits frühzeitig ein striktes Sparprogramm aufgelegt. Mit dem Ziel, die Personalkosten deutlich einzudampfen und an den eingebrochenen Umsatz anzupassen, setzte der Autozulieferer bisher vor allem auf Maßnahmen zum flexiblen Arbeitszeiteinsatz. Per Ende April arbeiteten weltweit rund 93.000 Beschäftigte verkürzt. Im Ausland wurde bereits 3.000 Arbeitern betriebsbedingt gekündigt.

In Deutschland beschäftigte Bosch zum Jahreswechsel mehr als 114.000 Menschen, weltweit waren es etwa 281.000. Das stark von der Automobilindustrie abhängige Unternehmen kündigte außerdem an, nicht-profitable Geschäftsbereiche auf den Prüfstand stellen zu wollen.

Trotz des extrem schwierigen Umfelds herrscht bei Bosch aber auch Grund zu verhaltenem Optimismus: Chefvolkswirt Adolf Ahnefeld sagte dem "Bosch Zünder", dass sich das Unternehmen zwar auf eine steinige Wegstrecke einstellen müsse. "Doch immerhin wissen wir - im Gegensatz zu den Monaten zuvor -, dass der Weg wieder nach oben geht". Auch Finanzvorstand Kümmel zeigte sich zuversichtlich und hält Bosch für "strategisch gut positioniert" - nicht nur regional sondern auch technologisch in den Bereichen Energieeffizienz und Ressourcenschonung.

Webseite: http://www.bosch.com -Von Nico Schmidt, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 297 25 114, nico.schmidt@dowjones.com DJG/ncs/jhe Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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