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28.07.2005

BPO: Deutsche Firmen zögern

Geschäftsprozesse werden nach wie vor vorsichtig und selektiv ausgelagert.
Das Gros der Umsätze entfiel 2004 auf das Auslagern von industriespezifischen Prozessen. Vor allem die Finanzdienstleister sind hier aktiv.
Das Gros der Umsätze entfiel 2004 auf das Auslagern von industriespezifischen Prozessen. Vor allem die Finanzdienstleister sind hier aktiv.

Der deutsche Markt für Business Process Outsourcing (BPO) wächst zwar nach wie vor wesentlich stärker als der IT-Servicemarkt, liegt aber im internationalen Vergleich noch weit zurück. Für die kommenden vier Jahre rechnen die Analysten von IDC mit einem jährlichen Umsatzanstieg von durchschnittlich 17 Prozent auf 3,65 Milliarden Euro im Jahr 2009. Im vergangenen Jahr nahmen die Anbieter rund 1,65 Milliarden Euro ein.

"Der deutsche BPO-Services-Markt befindet sich momentan auf einem Entwicklungsstand, der in den angelsächsischen Ländern vor etwa fünf Jahren erreicht wurde", fasst Thomas Reuner, Senior Consultant bei IDC in Frankfurt am Main, zusammen. "Hiesige Unternehmen gliedern eher einzelne Teilprozesse, nicht aber ganze Geschäftsprozesse an externe Dienstleister aus." Der Experte begründet dies mit der "kulturell und emotional bedingten Barriere" deutscher Manager, Kompetenzen und Verantwortung abzutreten. Zudem sei die Planung im Gegensatz zu vielen US-amerikanischen und britischen Unternehmen, die sich ausschließlich an Quartalsergebnissen orientieren, hierzulande eher mittel- bis langfristig ausgerichtet.

Ein weiterer Grund für das zögerliche beziehungsweise selektive Geschäftsprozess-Outsourcing in Deutschland ist für Reuner die Tatsache, dass die Anwender das Thema nach wie vor in erster Linie kostengetrieben angehen. "Echte Multi-Prozess-Konzepte oder strategische Partnerschaften mit Dienstleistern sind hierzulande noch weitgehend fremd", so der Analyst.

Vorreiter sind die Banken

Die derzeit größte Dynamik zeigt laut IDC der industriespezifische BPO-Einsatz im Finanzsektor. Banken und Finanzdienstleister brächen ihre Wertschöpfungsketten im hohen Tempo auf und übertrügen die Kompetenzen im Rahmen von BPO-Verträgen an externe Dienstleister. Auch im Segment Customer-Care-Services registrieren die Marktforscher eine steigende Anzahl von Verträgen sowie vergleichsweise ausgereifte und differenzierte Angebote der Provider. Nicht zuletzt die Erosion der Margen habe dazu geführt, dass Call-Center-Betreiber zunehmend höherwertige Leistungen wie das Debitoren-Management oder Fulfillment in ihre Angebote integrierten. (jha/sp)