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15.03.2002 - 

Umsätze mit Tamino sind weiterhin enttäuschend

Branchenflaute erwischt auch die Software AG

FRANKFURT/M. (ajf) - Trotz der guten Jahresbilanz 2001 hat die Darmstädter Software AG in der vergangenen Woche vor allem für negative Schlagzeilen gesorgt. Der Grund ist das laufende Quartal, in dem die Softwerker ihre Prognosen nicht erfüllen können.

Statt eines Umsatzanstiegs von drei bis fünf Prozent zum Vorjahreszeitraum gehen die Darmstädter nun von einer Stagnation, gegebenenfalls sogar von einem leichten Rückgang in den Monaten Januar bis März aus. Vor einem Jahr waren rund 128 Millionen Euro eingenommen worden. "Das haben wir noch nie erlebt", kommentierte Firmenchef Erwin Königs die trüben Aussichten, die von der Börse mit einem Abschlag von 40 Prozent quittiert wurden. "Wir sind leider eine sehr volatile Aktie geworden."

Die Probleme im laufenden Quartal betreffen das Dienstleistungsgeschäft der Software AG, vor allem aber den Verkauf von Neulizenzen. Deals seien nicht geplatzt, einzelne Produkte seien nicht eingebrochen, und länderspezifische Probleme habe es auch nicht gegeben - der Markt sei von einer allgemeinen Schwäche geprägt, hieß es auf einer Pressekonferenz. Folglich wird das Quartalsergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen nicht wie geplant mehr als 17 Millionen Euro betragen, sondern sich bei rund zehn Millionen Euro bewegen.

Königs räumte allerdings ein, dass die im Januar eingeführte neue Vertriebsstruktur des Unternehmens mitverantwortlich für den Umsatzrückgang sein könnte. Dass diese Reibungsverluste der einzige Grund für die Schwäche seien, schloss der Firmenchef aus: "Das wäre ja zu schön, um wahr zu sein." Dann nämlich wären die Probleme seiner Meinung nach schnell erledigt: "Etwas funktioniert nicht im Markt", befürchtete er.

Nun soll gespart werden, beispielsweise an rund 700 externen Projektmitarbeitern oder im Marketing. Lediglich das Wartungsgeschäft läuft bei den Darmstädtern noch rund. Eine genaue Analyse der Schwachstellen will die Software AG Ende April veröffentlichen, wenn die offiziellen Zahlen des ersten Quartals bekannt gegeben werden. Bis dahin werde auch keine Prognose mehr gestellt, hieß es.

Im Gesamtjahr 2001 hat das Unternehmen dem Umsatz um 41 Prozent auf 588 Millionen Euro steigern können. Hier profitierte die Software AG allerdings von der Übernahme ihres US-amerikanischen Vertriebspartners Saga. Lizenzen, Wartung und Dienstleistungen waren jeweils für rund ein Drittel der Gesamteinnahmen verantwortlich. Das operative Ergebnis wuchs im Vergleich zum Vorjahr von 70 Millionen auf 121 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern reduzierte sich im gleichen Zeitraum auch wegen der Saga-Übernahme von 112 Millionen auf 70 Millionen Euro. Angesichts der Entwicklung will der Vorstand der Hauptversammlung vorschlagen, die Dividende von 38 auf 43 Cent anzuheben.

Hinter den Erwartungen zurück blieb im vergangenen Geschäftsjahr das "neue" Tool Tamino, das inzwischen auch schon zwei Jahre auf dem Markt ist. Trotz der laut Königs "enttäuschenden" Entwicklung - angeblich war ein doppelt so hoher Umsatz geplant - will die Software AG an ihrem XML-Server festhalten: "Wir glauben an diesen Markt", so der Firmenchef, der allerdings einräumen musste, dass es gegenwärtig "zu wenig Daten" für XML-Datenbanken gibt. Gut laufe hingegen das Geschäft mit der Middleware "Entire X", deren Umsätze laut Königs in den letzten Jahren immer um 30 bis 70 Prozent gestiegen sind.