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Kommentar zu Richtlinien:


28.09.1979 - 

Brandschutz in Räumen mit großen EDV-Anlagen

Im folgenden werden Richtlinien kommentiert und Empfehlungen gegeben für brandsichere Installationen in neu einzurichtenden Räumen, in denen große elektrische Datenverarbeitungsanlagen aufgestellt und betrieb

1. Überlegungen bei der baulichen Planung von EDVA-Räumen

1.1 Allgemeine Grundsätze

Grundsätzlich ist zu sagen, daß Großrechenanlagen in ein allein dafür bestimmtes Gebäude unterzubringen sind. Bei kleineren Anlagen ist der dafür vor gesehene Raum mit mindestens feuerhemmenden Türen abzuschließen; Öffnungen und Verschlüsse sind nach DIN 4102 auszuführen.

Liegen erhöhte Risiken vor, zum Beispiel durch unmittelbar angrenzende Fabrikations- oder Lagerräume, ist die EDVA in einem besonderen Brandabschnitt unterzubringen.

Ein "Element", das oft großen Schaden verursacht und dennoch manchmal nicht mit genügender Aufmerksamkeit beachtet wird, ist das Wasser. Es scheint, daß dieser Hinweis konträr zu meinem Thema steht, aber die Praxis beweist das Gegenteil. Es ist durch geeignete Maßnahmen zu verhindern, daß aus umgebenden Räumen in die EDVA-Räume Wasser eindringen kann. Natürlich ist dies nicht immer zu erreichen, dann aber ist für den raschen Abfluß des Wassers Sorge zu tragen.

Darüber hinaus sollten alle Gebäude, in denen sich EDV-Anlagen befinden, mit Blitzableitern nach den Bestimmungen des "Ausschusses für Blitzableiterbau (ABB)" versehen sein.

1.2 Innenausbau

Hier ist besonders zu beachten, daß die "Brandbelastung" des Innenausbaus und auch die Einrichtungsgegenstände der EDVA-Räume so niedrig wie möglich zu halten sind (zum Beispiel keine Tapeten - zwar schön, aber leicht brennbar). Denken Sie an Unterteilungen innerhalb des EDVA-Raumes. Soweit, funktionsgemäß und baulich möglich, sollten diese unbedingt vorgesehen werden. Falls Mauern störend wirken, stellen Glaswände einen guten Kompromiß dar. Eingehende Details entnehme der, "Planer" aus "Ergänzende Bestimmungen zu DIN 4102".

1.3 Elektrische Installation

Es bedarf keines besonderen Hinweises, daß sinngemäß nach EDV 0100 installiert wird. Wichtig ist darüber hinaus, daß auf rauchdichten Abschluß von Kabeldurchführungen durch feuerbeständige Gebäudeteile geachtet wird.

Ein besonderes Problem stellen Leuchtstoffröhren dar. Leuchten mit Entladungslampen sind nur zulässig, wenn die Vorschaltgeräte (Drosseln und Kondensatoren) außerhalb der EDVA Räume untergebracht sind. Ausnahmen, sind nur für Leuchtstoffröhren möglich, die das Kennzeichen "F" tragen. Hier empfiehlt es sich aber trotzdem, die Vorschaltgeräte alle fünf Jahre auszuwechseln.

Die gesamte Stromdurchführung zur EDVA (ausgenommen die Beleuchtung) muß von einem Schalter abgeschaltet werden können, wobei insbesondere auf nachfolgende Punkte zu achten ist:

1. Der Schalter ist an einer auf dem Fluchtwege befindlichen Stelle zu montieren.

2. Der Schalter muß von Hand abschaltbar sein.

3. Der Schalter ist deutlich, zum Beispiel durch auffallende Farbe, zu kennzeichnen.

4. Der Schalter ist gegen Mißbrauch, zu sichern. Tritt eine längere Betriebsunterbrechung auf, ist die gesamte elektrische Anlage abzustellen - im allgemeinen über einen Hauptschalter.

1.4 Klima-Anlage

Über die Notwendigkeit einer Klima-Anlage soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden, vielmehr über die sicherheitstechnisch relevanten Kriterien. Die Eintrittsstellen wie auch die Austrittsstellen von EDVA-Räumen sind durch über automatische Rauchmelder betätigte Brandschutzklappen zu sichern. Die Zu- und Abluftkanäle müssen aus nicht brennbaren Baustoffen bestehen; bei der Planung ist bereits darauf zu achten, daß die Ausgangsöffnungen nicht in der Nähe von Austrittsöffnungen der Abluft liegen sollen. Im eigentlichen EDVA-Räume empfiehlt sich die Installation einer von der Klima-Anlage unabhängig arbeitenden Signalanlage. Sie überwacht die Temperatur und Feuchtigkeit

und gibt bei Überschreitung der Grenzwerte Alarm. Ein wesentlicher Punkt ist naturgemäß die Beheizung der Klima-Anlage. Klima-Anlagen für EDVA-Räume sind grundsätzlich mittelbar zu beheizen. Dadurch wird die Brandgefahr erheblich herabgesetzt.

1.5 Feuermeldeanlage - Feuerlöschanlage

Rauchmelder - als übliche Überwachungskomponenten - sollten in den Zwischenböden, in den Zwischendecken und in den Ab- und Zuluftkanälen vorgesehen werden. Als "redundante" Überwachungselemente sind unbedingt manuell zu betätigende Melder einzusetzen. Die Feuermeldeanlage soll im Alarmfall während der Betriebsruhe der EDVA und bei unbeaufsichtigtem Betrieb die EDVA und die Klima-Anlage abschalten.

Und noch ein Wort zu den Feuerlöschanlagen: Ganz davon abgesehen, daß Feuerlöscher eigentlich überall selbstverständlich sein sollten, ist in besonderem Maße darauf zu achten, daß nicht nur innerhalb des EDVA-Raumes Feuerlöscher in gegenüber Anzahl vorhanden sind sondern auch in den benachbarten Räumen ausreichend viele zur Verfügung stehen Einsatz an der EDVA sind spezielle Feuerlöscher, zum Beispiel CO2-Löscher mit Nebeldüse, bereitzustellen.

2. Betriebliche Maßnahmen

Die wichtigste und allerdings auch selbstverständlichste Maßnahme stellt die Überprüfung der EDVA-Räume nach den einschlägigen VDE-Vorschriften dar. Dies soll an dieser Stelle bewußt nochmals herausgestellt werden.

2.1 Ungestörter Arbeitsablauf

In EDVA-Räumen herrscht striktes Rauchverbot. Zur Beruhigung aller gestreßten Dauerraucher sei darauf hingewiesen, daß - nicht aus Mitgefühl, sondern allein der Sicherheit wegen - anderenorts Rauchgelegenheit, zum Beispiel eine Raucherecke, geboten werden soll.

Brennbare Abfälle sind in nicht brennbaren und selbsttätig schließenden Behältern zu sammeln und spätestens nach einem Arbeitstag zu entfernen.

2.2 Einweisen des Personals

Die Einweisung des Bedienungspersonals muß sehr sorgfältig sein. Das Personal ist mit allen Maßnahmen im Falle eines Brandes, zum Beispiel Einsatz der Feuerlöscher, Sicherung der Einrichtungen, Alarmierung etc., vertraut zu machen. Außerdem sind praktische Übungen und Einsatzbesprechungen mit der Feuerwehr durchzufahren.

2.3 Aufbewahrung der Träger sehr wichtiger Daten

Im EDVA-Raum sollten sich nur diejenigen Datenträger befinden, die unmittelbar für den Arbeitsablauf benötigt werden. Alle anderen Daten sind in einem besonderen Raum zu lagern. Auch dieser Raum ist mit Rauchmeldern auszustatten und in den Schutz der automatischen Feuerlöschanlage einzubeziehen. Für die Inneneinrichtung sind nichtbrennbare Materialien zu verwenden. Zusätzlich - und das ist ja in der Praxis selbstverständlich - sind Maßnahmen zu treffen, die mit vertretbarem Aufwand das Rekonstruieren aller Daten gewährleisten.