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08.09.1989 - 

Jedes zweite Hardwareprodukt kommt aus den USA:

Brasilien bleibt auf Import angewiesen

RIO DE JANEIRO (VWD) - die Hardwareimporte Brasiliens werden für dieses Jahr auf 1,3 Milliarden Dollar geschätzt. Damit würden die Einfuhren von DV-Geräten, erneut einen kräftigen Anstieg verbuchen, nachdem sie 1988 bereits einen Umfang von einer Milliarde Dollar erreicht hatten.

Der Anteil von Teilen und Zubehör am gesamten Hardwareimport stieg 1988 auf 80 Prozent. Der Anteil der US-Importe machte mit rund 626 Millionen Dollar etwa die Hälfte der gesamten Einfuhren aus. Die erheblichen Zuwächse ließen nach Einschätzung von Marktexperten - neben einer Expansion dieses Marktes - auch die flexiblere Einfuhrpolitik erkennen, die Brasilien inzwischen betreibe. Hierzu gehöre zum Beispiel die Anhebung der Wertgrenze auf 500 Dollar, die jeder Reisende an Informatikprodukten einführen dürfe. Zudem habe die Secretaria Especial de Informatica (SEI) das Importkontrollverfahren beschleunigt.

Unter den Softwareanbietern breite sich Optimismus aus, seitdem die Nachfrage nach Computerprogrammen im 1. Halbjahr 1989 "explodiert" sei. Als Grund für diese Entwicklung nennt die Branche eine Kampagne gegen den Gebrauch von Raubkopien, die in den vergangenen Monaten gestartet wurde.

Eine eher "gemischte" Absatzlage verzeichneteten die Hardwarehersteller. Das erste Halbjahr 1989 werde zwar vorsichtig positiv eingeschätzt, jedoch bestehe eine allgemeine Unsicherheit über die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten. Der "Sommerplan" - ein Preisstopp kombiniert mit einer Hochzinspolitik - hätte zum Jahresbeginn einen Umsatzeinbruch bewirkt, von dem sich die Branche jedoch seit April deutlich erholt habe.

Als wichtiges Ereignis gilt in der Informatikbranche des Landes derzeit das Eindringen eines nationalen Herstellers in den Großcomputermarkt. Seit Jahresbeginn investiert die zur Bradesco-Gruppe gehörende CPM in die Produktion und den Vertrieb eines japanischen Modells. Ein Computer mit Hitachi-Technologie soll künftig IBM Konkurrenz machen.

Das US-Unternehmen seinerseits nehme die Fertigung eines Modells auf der Baureihe 3090 im Lande. Nach einer internen Neuordnung beabsichtige IBM von Brasilien aus ganz Lateinamerika mit dem neuen Großrechner zu beliefern, heißt es.

Das Umsatzvolumen der brasilianischen Informatikbranche erhöhte sich 1988 um etwa 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erreiche einen Wert von 4,3 Milliarden Dollar. Mit einem Umsatz von 1,1 Milliarden Dollar war IBM do Brasil der Branchenführer bei Großcomputern. Es folgten Unisys mit 300 Millionen und Bull mit 60 Millionen Dollar.