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15.07.1988 - 

Frankfurter Tochter hat Probleme mit OEM-Partner Siemens:

BRD-Probleme beuteln Sun-Rivalen Apollo

CHELMSFORD/MASSACHUSETTS (IDG/bk) - Schlechte Zeiten für die Apollo Computer Inc.: Für das zweite Quartal 1988 erwartet der amerikanische Workstation-Produzent einen Verlust in Höhe von fünf bis acht Millionen Dollar. Mitverantwortlich für das schlechte Ergebnis ist die Frankfurter Tochter.

Schon vor einigen Monaten war in amerikanischen Analystenkreisen von Schwierigkeiten bei Apollo gemunkelt worden, als das Unternehmen drastische Preisnachlässe auf verschiedene Systeme gewährte. Die von Apollo nunmehr angekündigten roten Zahlen für das zweite Quartal jedoch lösten bei den Insidern nach eigenem Bekunden "große Überraschung" aus.

So erklärte Russell Crabs, Analyst bei der Gartner Securities Corp. in Stanford/Connecticut, er habe zwar mit schwächeren Zahlen bei Apollo gerechnet, doch niemals an einen solch hohen Verlust geglaubt. Der Workstation-Hersteller habe ein sehr, sehr schwaches Quartal hinter sich.

Die Gründe für dieses Minus-Resultat sehen Apollo-Verantwortliche zum einen in der bevorstehenden Ankündigung neuer Produkte, vor allem aber in der deutschen Tochtergesellschaft Apollo Domain GmbH, die ihr Soll für das zweite Quartal nicht erfüllt habe. Unternehmenssprecher Hermann Becker: "Uns trifft sicherlich ein gerüttelt Maß an Schuld für das schlechte Quartalsergebnis. Es gab in den vergangenen Monaten Probleme mit unserem größten OEM-Kunden, der Siemens-Automatisierungstechnik. Die Erlanger nahmen uns im zweiten Quartal nicht die Menge Workstations ab, die eigentlich im Rahmen unseres Abkommens vorgesehen sind. Deshalb entstand bei uns ein Riesenloch, das auch über die anderen Länder nicht aufgefangen werden konnte."

Die magere Ordertätigkeit der Siemensianer erklärt sich Becker damit, daß die Erlanger erst einmal den internen Bedarf an Workstations abdeckten und dadurch weniger nach außen verkauften als geplant. "Somit ist es bei Siemens wohl zum Lagerstau gekommen." Andererseits würden alle Kunden auf die neuen Apollo-Produkte warten, die vor der Ankündigung stünden, und deshalb allgemein vorsichtiger taktieren.

Ein Siemens-Sprecher in Erlangen verweist hingegen darauf, daß "man bei den Stückzahlen im Plan läge, der Wert der Systeme aber durch die Preisnachlässe von durchschnittlich 30 Prozent entsprechend gelitten

habe". Er räumte aber ein, daß Siemens wie alle anderen Apollo-Partner auf die Ankündigung der neuen Systeme warte und deshalb die Lager derzeit nur zögernd auffülle, um nicht später - wie schon einmal geschehen -Probleme mit dem Absatz der älteren Rechner zu haben.

Trotz aller Schwierigkeiten und des schlechten Quartals bleibt Apollo-Sprecher Becker optimistisch und glaubt an ein "weltweit ordentliches Gesamtgeschäftsjahr". Auch die Amerikaner sehen keinen Grund zur Panik. "Das Gute an dieser Art von Schwierigkeiten ist, so Barry Bosak, Analyst in Diensten des New Yorker Marktforschungsunternehmens Eberstadt Fleming, "daß sie lösbar sind". Kollege Crabs jedoch warnt davor, die Apollo-Probleme als firmenspezifisch abzutun. "Es könnte - längerfristig gesehen - durchaus auch ein Warnzeichen für den gesamten Workstation-Markt sein."