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18.12.2006

Breitband-Internet verändert die Märkte

Jürgen Liebherr
Um den Breitband-Internet-Standort Deutschland steht es nicht zum Besten, so eine gemeinsame Studie der Telekom und des Burda-Verlags.
Was Breitband-Ökonomie-Experten über künftige dominante Nutzungsformen des Internets denken.
Was Breitband-Ökonomie-Experten über künftige dominante Nutzungsformen des Internets denken.

Viele Websites, Anwendungen, Web 2.0-Projekte oder auch Internet-TV sind ohne Breitbandanschluss undenkbar. Doch welche Auswirkungen hat das schnelle Internet auf unsere Gesellschaft, Wirtschaft - und auf die Zukunft Deutschlands? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die über hundert Seiten starke Studie "Deutschland Online 4". Konzipiert wurde die nicht repräsentative, gleichwohl aber aussagekräftige Studie von der Deutschen Telekom, Hubert Burda Media und Bernd Wirtz, der als Professor für Informations- und Kommunikations-Management an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer lehrt.

"Deutschland Online 4"

Im Rahmen der nicht repräsentativen Studie wurden insgesamt 115 Experten und 6347 Konsumenten befragt, Letztere nur zu den hier nicht behandelten Gebieten VDSL und Triple Play. Die Experten wurden aus breitbandaffinen Unternehmen (Breitband-Access, Social Web) ausgewählt. Für den Bereich Bildung und Gesellschaft wurden Experten aus öffentlichen Institutionen befragt. Für die internationale Analyse gaben Experten aus den USA, Asien und Europa Auskunft.

VoIP, E-Commerce, Web 2.0 und IPTV

Prognosen der Bundesnetzagentur zufolge soll die Zahl der Breitbandzugänge von rund elf Millionen im Jahr 2005 auf 21 Millionen im Jahr 2010 anwachsen. 2015 sollen sogar 27 Millionen Haushalte breitbandig vernetzt sein. Damit wären in acht bis neun Jahren nahezu 70 Prozent aller deutschen Haushalte entsprechend versorgt. Zunächst werden die schnellen DSL- und zunehmend auch VDSL-Anschlüsse vorrangig dazu genutzt, das Informations- und Kommunikationsbedürfnis zu befriedigen, doch multimediale Inhalte sind stark im Kommen. Internet-Telefonie gehört für viele schon jetzt zum Alltag.

Der Studie zufolge wird sich ab 2010 die Breitbandkommunikation in den Vordergrund drängen, gefolgt von E-Commerce und multimedialen Informationsservices. Auffällig ist der hohe Anteil an User-generierten Inhalten, wie sie von Web-2.0-Anwendungen her bekannt sind. Diese Sphäre tritt in Konkurrenz zum von Medienunternehmen zur Verfügung gestellten Content, was "dramatische Folgen für die Angebots- und Erlösstrukturen der traditionellen Medienunternehmen haben" wird, so die Studie.

Globale Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft

Laut Studie wirkt sich eine leistungsfähige TK-Vernetzung massiv auf die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften aus. Über 90 Prozent der befragten "Experten der öffentlichen Institutionen" meinen: "Eine Breitbandinfrastruktur wird in den kommenden Jahren eine wesentliche Voraussetzung für die globale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen sein." Und mehr als die Hälfte der Befragten dieser Gruppe sieht das Breitband-Internet als einen der Haupttreiber für Innovation und Investitionen in den kommenden Jahren in Deutschland.

Schenkt man den weitergehenden, globalen Untersuchungsergebnissen Glauben, dann sind Politik und Wirtschaft dringend aufgerufen zu handeln. Die befragte Gruppe internationaler Experten sieht derzeit einen deutlichen Vorsprung der amerikanischen Informationsgesellschaft gegenüber denen in Asien und Europa. Auch in einer Prognose bis zum Jahr 2010 gelten europäische Staaten als Verlierer. Zwar sollen sich die drei Regionen in der Entwicklung annähern, aber die Führungsposition unter den Internet-Mächten wird zukünftig Asien zugesprochen, es folgen die USA.

Nur Platz Sieben im Innovations-Ranking

Beim Innovations-Ranking in Sachen Breitband-Internet der einzelnen Staaten liegt Deutschland nur auf einem hinteren Platz. Die Spitze bilden Südkorea, Japan und Singapur, gefolgt von den USA, Hongkong und Schweden. Deutschland besetzt den siebten Rang vor Großbritannien, Frankreich und Spanien. Diese Ergebnisse zeigen, dass Europa (und auch Deutschland) das Tempo steigern muss, um auf dem Weg zur globalen wettbewerbsfähigen Informationsgesellschaft nicht auf der Strecke zu bleiben.

Das Internet und moderne Kommunikationsmittel lassen die Menschen auf der ganzen Welt zusammenrücken. Die fortgeschrittene Digitalisierung führt zudem dazu, dass auch Mediensysteme und Inhalte, die traditionell getrennt waren, zusammenwachsen. Das in diesem Zusammenhang beliebte Stichwort "Konvergenz" betrifft sogar ganze Branchen. Telekommunikationsindustrie, Internet-Branche, Unterhaltungselektronik- und Medienindustrie nähern sich an, konkurrieren um Anteile und wachsen möglicherweise zu einem Gesamtmarkt zusammen. So erwarten der Studie zufolge über 78 Prozent der Breitbandexperten, dass insbesondere der Wettbewerb der Netzanbieter durch die Konvergenz erheblich zunehmen wird. Weitere Folge: Es entstehen integrierte Medienformate und neue Erlösmodelle.

Wer profitiert von dieser Entwicklung am meisten? Laut Untersuchung dürften die TK-Unternehmen am stärksten durch die Konvergenz gefordert sein, gefolgt von Internet- und Medienkonzernen sowie TV-Kabelanbietern. Was aber die Wettbewerbsposition angeht, werden den internationalen Experten zufolge die Internet-Unternehmen die Pole-Position einnehmen. Mit einigem Abstand folgen Medien- und TK-Anbieter sowie schließlich die TV-Kabelgesellschaften. (hv)